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Hotline: Integration, 24. August 2017

Christoph Bankstahl, Leiter der Polizeiwache Lennestadt, im Interview

„Geringe Einsatzzahlen der Polizei“

Christoph Bankstahl.
Christoph Bankstahl.
Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?

Die überwiegende Mehrheit der Zuwanderer im Zuständigkeitsbereich der Polizeiwache Lennestadt, aber auch im gesamten Kreis Olpe verhält sich gesetzeskonform und begeht keine Straftaten. Die Polizei registriert natürlich auch Straftaten in Zusammenhang mit Zuwanderern. Diese Delikte werden konsequent verfolgt. Die Kriminalstatistik zeigt aber, dass von den Zuwanderern im Kreis Olpe keine überproportionale Gefährdung der Bevölkerung ausgeht.

In der Statistik für Lennestadt gab es 2016 bei ca. 1200 Ermittlungsvorgängen 69 mit Bezug zu Zuwanderern, im Jahr zuvor 35. Bei den begangenen Delikten handelt es sich zum überwiegenden Teil um Fälle der leichteren Kriminalität, also Diebstähle und einfache Körperverletzungsdelikte, oft Delikte der Zuwanderer untereinander.

Auch die Einsatzzahlen der Polizei mit Bezug zu Zuwanderern sind gering. 2016 waren es für den Bereich Lennestadt 46 außen veranlasste Einsätze, 2015 gerade mal 32 bei durchschnittlich 2340 polizeilichen Einsätzen. 

Mit unserer täglichen Präsenz an den kommunalen Unterbringungseinrichtungen tragen wir zur Stärkung des Sicherheitsgefühls bei, was uns auch zurückgemeldet wird. 

Was wünschen Sie sich für die zukünftige Tätigkeit?

Ich wünsche mir, dass unsere Arbeit und die aller anderen Institutionen unter fachlichen und nicht ideologischen Aspekten betrachtet wird.

Was ist Ihnen noch besonders wichtig mitzuteilen?

Zuwanderer und bereits dauerhaft hier ansässige Personen mit Migrationshintergrund bringen sich in die tägliche Integrationsarbeit in unterschiedlichster Ausprägung ein. Dies sollte stetig ausgeweitet werden, sowohl von Zuwanderern als auch von den Verantwortlichen in den islamischen Verbänden und Vereinen. Voraussetzung dafür sind Integrationswille und Integrationsmöglichkeit. Beides bedingt sich.kenden Teil dieser Arbeit nehmen dem Staat die Ehrenamtler ab. Individuelle Betreuung bei gesundheitlichen und sozialen Problemen, Unterstützung beim Spracherwerb, bei der Integration in die Zivilgesellschaft und bei der Integration in Arbeit – was Ehrenamtliche im Moment für Flüchtlinge leisten, ist enorm. Mehr noch, ohne ihr Engagement wäre die „Flüchtlingskrise“ nicht zu meistern.
(LP)

Bildergalerie: „Geringe Einsatzzahlen der Polizei“