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Hotline: Integration, 24. August 2017

Hartmut Schweinsberg, Sprecher der Ehrenamtsbörse EiL, im Interview

„Ehrenamtler brauchen Wertschätzung und Unterstützung“

Hartmut Schweinsberg.
Hartmut Schweinsberg.
Welcher Impuls hat Sie dazu geführt, in der Flüchtlingshilfe in Lennestadt aktiv zu werden?

Vor mehr als sechs Jahren wurde EiL mit dem Ziel gegründet, Freiwillige an Organisationen zu vermitteln und mittels eigener Projekte am Miteinander und der Entwicklung einer solidarischen Gesellschaft mitzuwirken. Da stellte die Flüchtlingsfrage eine besondere Herausforderung dar.

Welche Erfahrungen haben Sie bislang gemacht?

Mehr als 400 Freiwillige nahmen in Kooperation mit EiL eine Tätigkeit auf. Neben herausragendem Engagement gab es auch Ermüdungserscheinungen und Situationen, wo Ehrenamtler frustriert sind und an Grenzen stoßen. EiL versucht, zu unterstützen durch Gelegenheiten zur Aussprache, Coaching-Angebote, Fortbildungen sowie Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt. 

Was wünschen Sie sich zukünftig für Ihre Tätigkeit?

Wir wissen, dass Flüchtlingsarbeit und Integration einen Langstreckenlauf darstellen. Ehrenamtler brauchen immer wieder Wertschätzung und Unterstützung. Wichtig aber auch der Appell: Nicht nachlassen! Nötig sind auch neue Gesichter und die Forderung, mittelfristig der Schule, dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt genügend Mittel zur Verfügung zu stellen.

Was ist Ihnen noch besonders wichtig mitzuteilen?

Es gibt viele tolle Erfahrungen, aber auch Fehleinschätzungen und Enttäuschungen. Dazu ein in dieser Frage oft zerrissenes politisches Klima, das auch Auswirkungen auf ehrenamtliches Tun zur  Folge hat. Bei alldem gilt: Wir haben es bei den Kriegsflüchtlingen mit Menschen zu tun, die bei uns auf eine bessere Zukunft hoffen, die Hilfe erwarten dürfen und mittelfristig eine Bereicherung für unser Gemeinwesen sein können.
(LP)

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