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Feuerwehr-Serie, 04. November 2016

„Feuerwehrteam des Jahres“: Löschgruppe Elspe stand in der Endrunde

Ungewöhnliche Rettung, ungewohntes Rampenlicht

Die Löschgruppe Elspe beim Gala-Event in Ulm.
Die Löschgruppe Elspe beim Gala-Event in Ulm.
Foto: Karsten Grobbel
Elspe. Im Januar stand die Löschgruppe Elspe im Rampenlicht: Die Brandbekämpfer aus Lennestadt hatten es zusammen mit neun weiteren Einheiten aus ganz Deutschland ins Finale des Wettbewerbs „Feuerwehrteam des Jahres“ geschafft. Dem vorausgegangen war eine ebenso außergewöhnliche wie aufwendige Befreiungsaktion.
Im April 2015 war ein zehnjähriger Junge in Theten auf einen Baum geklettert. Dabei rutschte er in einen rund 50 Zentimeter breiten hohlen Spalt und blieb stecken – in einer Höhe von 2,50 Meter. Lediglich die linke Schulter und der Arm des Jungen ragten seitlich aus dem Hohlraum heraus.

Der Löschzug Elspe und ein Notarzt rückten an, Drehleiter und Rüstwagen der Feuerwehr Lennestadt wurden nachträglich angefordert. Ein Rettungssanitäter und der Vater des Zehnjährigen betreuten den eingeklemmten Jungen, während die Einsatzkräfte Optionen zur Befreiung abwogen. Schließlich entfernten sie diverse Äste und sicherten den Hohlraum mit Rüsthölzern, damit sich dieser nicht während der Bergung des Kindes schließen konnte. Mit einem Luftheber drückte die Feuerwehr den Baum schließlich auseinander und setzte einen Rettungszylinder ein. So konnte der Zehnjährige schließlich seitlich aus dem Spalt klettern. Die Rettungsaktion dauerte rund 90 Minuten.
Der Zehnjährige stecke in dem hohlen Spalt des Baumes fest und konnte sich nicht aus eigener Kraft aus seiner misslichen Lage befreien.
 Weil es sich nicht nur um einen außergewöhnlichen, sondern auch um einen besonders nervenaufreibenden Einsatz gehandelt habe, bewarb sich die Löschgruppe Elspe damit für die 4. Auflage des Wettbewerbs „Feuerwehrteam des Jahres“. Mit Erfolg: Eine aus Fachleuten bestehende Jury nominierte die heimischen Rettungskräfte für das Bundesfinale in Ulm. Per Online-Abstimmung wurde der Gewinner des „Conrad Dietrich Magirus Award“ bestimmt, den die Magirus GmbH für herausragende Leistungen der Feuerwehr vergibt.

Der Preis, der als „Oscar“ der Brandbekämpfer gilt, ging letzten Endes nach Bayern. Große Titelambitionen hatten die Elsper aber ohnehin nicht gehabt. Von mehr als 100 Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet den Sprung unter die zehn Finalisten geschafft zu haben, war für die heimischen Brandbekämpfer bereits vor dem Gala-Event in Ulm Auszeichnung genug gewesen. „Unterm Strich, und da waren sich die Kameraden der Löschgruppe Elspe einig, war es ein beeindruckendes, teilweise auch emotionales und sicher einmaliges Spektakel“, ließen die Feuerwehrleute damals nach ihrer Rückkehr ins Sauerland verlauten.
Die Drehleiter der Feuerwehr Lennestadt kam bei der Rettungsaktion in Theten ebenfalls zum Einsatz.
Die gelungene Rettungsaktion brachte der Löschgruppe Elspe übrigens nicht nur einen kurzen Moment im Rampenlicht ein, sondern auch ein neues Mitglied: Der aus dem Baum befreite Junge trat nach dem Einsatz in die Jugendfeuerwehr ein.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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