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Feuerwehr-Serie, 31. Oktober 2016

Brandschutzerziehung: Feuerwehr besucht Kindergärten und Schulen

Kindgerechte Aufklärung in Theorie und Praxis

Brandschutz: Das richtige Verhalten im Notfall will gelernt sein
Foto: Jill Arens
Kirchhundem. Die Brandschutzerziehung dient der Vermittlung von Kompetenzen zur Prävention und Reaktion bei Brandfällen. Das Wissen der Feuerwehrleute wird an die Kinder weitergegeben, sodass diese den Umgang mit potentiellen Brandursachen erkennen und vermeiden können. LokalPlus war bei einem Termin dabei.
Daniel Hagen ist Ansprechpartner der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhundem, wenn es um das Thema Brandschutzerziehung und Aufklärung für den Nachwuchs geht. Der 33-jährige ist hauptberuflich Ausbilder im Bereich der Verfahrenstechnik und hat auch dort mit jungen Menschen zu tun. Der Umgang mit ihnen macht ihm Spaß, und so entschied er 2010, die Brandschutzaufklärung bei der Feuerwehr Kirchhundem zu übernehmen. Unterstützend stehen ihm seine Kollegen zur Seite wie zum Beispiel Michael Hartmann (44), der sich in seiner Freizeit ebenfalls gerne ehrenamtlich dem Nachwuchs widmet. Er arbeitet als Bankkaufmann, hat selbst vier Kinder und ist im Umgang mit den Kleinen also erfahren. Feuer ist gefährlich und interessant zugleich Die Aufklärung durch Daniel Hagen findet vor allem in den Kindergärten und Schulen von Würdinghausen und Kirchhundem statt. Kürzlich besuchten die „Maxis“, die Vorschulkinder des Kindergartens „Sankt Peter und Paul“ Kirchhundem, das Gerätehaus der Freiwilligen Löschgruppe. Bereits eine Woche zuvor hatte Daniel Hagen dem Kindergarten einen Besuch abgestattet und über seine Arbeit berichtet. Im Gerätehaus wurden die Lerninhalte dann wiederholt – und schnell wurde deutlich, dass die Kinder sehr interessiert und aufmerksam auf das Thema Brandschutzerziehung reagieren.

Wie zünde ich eine Kerze an? Wie verhalte ich mich, wenn ein Brand ausbricht? Wo rufe ich an und was muss ich sagen? All dies soll in den Köpfen des Nachwuchses verankert werden, um schwerwiegenden Unfälle vorzubeugen. Die Ärmel hoch, die Haare nach hinten und ein gerades Streichholz nutzen, das beim Anzünden vom Körper wegbewegt wird. Regeln für den Umgang mit Feuer, den die Kleinen unbedingt lernen müssen, bevor sie ohne Erfahrung selbstständig zur Streichholkiste greifen und es womöglich falsch machen. Die Nummer für den Notruf sitzt bei allen Kindern: 112. Nächster Schritt: Direkt angeben, wo man sich befindet, denn ein Anruf könnte jederzeit abbrechen. In diesen Fällen ist richtiges Handeln unbedingt notwendig. Rauchmelder als Weihnachtsgeschenk Brandrauch ist sehr giftig und nachts schläft unsere Nase. Daher sind Rauchmelder für die Ohren in der Nacht zwingend notwendig und können Lebensretter sein. Einige der Kinder bemerken, dass sie zu Hause keine Rauchmelder besitzen, sich aber bereits welche auf dem Weihnachtswunschzettel notiert haben. Auch die Feuerwehleute merken an: „Rauchmelder sind wahnsinnig wichtig und überhaupt nicht teuer in der Anschaffung.“ Besonders spannend ist für die Kinder die Präsentation der PSA (Persönliche Schutzausrüstung). Eine leichtere Kleidung für Unfälle auf Straßen oder im Wald sowie eine sichere Kleidung, die bei Brandfällen getragen wird und die Berührung mit dem Feuer ohne Verletzungen ermöglicht. Vor starkem Rauch schützt eine Maske, die mit einer Sauerstoffflasche voll Luft, ausreichend für eine halbe Stunde, verbunden ist. Kindgerecht verpackte Hinweise Im Gerätehaus lernen die Kinder die Atemwerkstatt und die Säuberung der Atemmasken, die Kleidung und Schließfächer der Feuerwehrleute sowie die Feuerwehrwagen kennen. Neben 25 Jahre alten Autos gibt es auch ein nagelneues HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug), das komplett ausgestattet ist und zur Technischen Hilfe und Brandbekämpfung dient, sowie einen Oldtimer von 1963, der lediglich noch als Hochzeitsauto fungiert.

Ganze zwölf Badewannen voll Wasser passen in die Fahrzeuge. Diese bildlichen Hinweise bleiben bei den Kindern hängen, und so verbinden Daniel Hagen und Michael Hartmann die Informationen mit bekannten alltäglichen Situationen der Kinder. Die Fahrzeuge besitzen einen Stromgenerator, weil es im Wald keine Steckdose gibt, ein Ölbindungsmittel sieht aus wie Katzenstreu und wenn das Wasser zum Löschen nicht ausreicht, wird einfach Shampoo hinzugegeben. Kindgerecht verpackt bleiben die Informationen in den Köpfen und das Interesse erhalten.

Die Brandschutzerziehung endete mit einer Wasserspritzrunde am Gerätehaus, und als Highlight setzte Daniel Hagen noch das HLF in Bewegung und präsentierte den Kindern Blaulicht und Martinshorn. Auch wenn die Leute in gefährlichen Situationen meist richtig reagieren, meint Daniel Hagen:„Die Aufklärung wird für den Kindergarten und die Grundschule angeboten, jedoch wäre eine Auffrischung oder Erweiterung der Kenntnisse für Jugendliche und Erwachsene sicherlich hilfreich.“
Ein Artikel von Jill Arens

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