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Feuerwehr-Serie, 07. November 2016

Schauübung vor großer Zuschauerkulisse / Junge Frau als Lebensversicherung für „alte Hasen“

Feuerwehr rettet zwei Verletze nach Verpuffung

Aus dem Archiv: Junge Frau als Lebensversicherung für „alte Hasen“
Foto: Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Anna Lena Baranek hat alles im Griff: In einer Hand das Tableau mit den Tabellen für den Druck in den Atemluftgeräten und den Uhren. In der der anderen Hand das Mikro des Funkgerätes, der unsichtbaren Leine, mit dem sie Kontakt zu den Kameraden hält. Auch „alte Hasen“ hören auf das Kommando der jungen Frau. Sie hat im Blick, wer wie lange unter Atemschutz in der verrauchten Halle des Avilon Autoservice unterwegs ist. Die Feuerwehrfrau ist so eine Art Lebensversicherung für die Retter mit Atemschutz. 30 Minuten – maximal. Dann müssen die Teams raus, ausgetauscht werden. Da kennt die junge Dame kein Pardon. (aus dem LokalPlus-Archiv; Erstveröffentlichung am 24. September 2016)
18 Uhr am Freitagabend, 23. September, heulten die Sirenen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten aus. Das DRK hielt sich für die Versorgung der Verletzten bereit. Mit der Schauübung wollte die Feuerwehr unter Beweis stellen, was sie leisten kann, erläutert Stadtbrandmeister Armin Fahrenkrog. Und das wollten viele sehen. Vor dem Firmengebäude von Avilon drängten sich die Zuschauer: viele Kinder,  ganze Familien nutzen den spätsommerlichen Abend, um „ihre“ Feuerwehr in Aktion zu erleben. Gemeinschaftsaktion der Rettungsdienste Das Übungsszenario sah einen Brand der Kfz-Werkstatt vor, der durch die Verpuffung von entzündlichen Gasen ausgelöst wurde. Zeitgleich ereignet sich ein Verkehrsunfall, bei dem eine Person in ihrem Fahrzeug eingeklemmt wird und durch die Feuerwehr befreit werden muss. Alarmiert werden die Feuerwehreinheiten aus Drolshagen und Iseringhausen sowie das DRK Drolshagen. Wie schon in Vorjahren stellte das DRK die Mimen für die Verletzten, die aus dem verrauchten Gebäude geborgen werden mussten.  
Anna Lena Baranek ist die Lebensversicherung für die Atemschutzträger. Sie achtet darauf, dass die Einsatzkräfte rechtzeitig abgelöst werden.
 Mehr als 200 Meter Schlauch hatte die Feuerwehr vom Wormicke-Bach ins Gewerbegebiet verlegt, um die Wasserversorgung für den Löschangriff sicherzustellen. Dabei kam auch die Drehleiter zum Einsatz, die vor allem das Interesse der jüngeren Zuschauer fand. Schon bevor die ersten Fahrzeuge anrückten. hatte Dirk Nebeling, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, das Szenario erläutert. Als Einsatzleiter koordinierte Jörg Baranek düe Übung mit rund 50 Einsatzkräften.  Fahrenkrog: Werbung für die Feuerwehr Nach etwa einer Stunde waren die Verletzen geborgen, die vom DRK weiter versorgt wurden. Die Feuerwehr konnte die Schläuche einrollen und die Gerätschaften einpacken. Wehrleiter Armin Fahrenkrog war  mit dem Ablauf zufrieden. Für ihn ging es nicht wirklich ums Training. Die jährliche Schauübung ist vielmehr ein Stück Werbung für die Feuerwehr und somit Öffentlichkeitsarbeit. Für ihn stellt sich dabei nicht die Frage, wie fit oder schlagkräftig die Feuerwehr ist. Problem ist eher: „Was könnte man machen? Es ist schwierig, ein Szenario aufzubauen, um zu zeigen, was alles geht“, sagt Fahrenkrog.  CDU-Fraktionschef Georg Melcher verfolgte ebenfalls den Ablauf. Für ihn ist der Besuch der Übung ein Stück „Respekt vor dem Ehrenamt“ der Feuerwehrleute. Bürgermeister Ulrich Berghof als Chef der Feuerwehr konnte sich überzeugen, dass Geld der Stadt für die Feuerwehr gut angelegt ist und konnte nebenbei Tochter und Austauschschüler aus Polen etwas Abwechslung bieten.

Anna Lena Baranek hatte derweil die Zeituhren und die Drucktabelle im Blick. Klar, dass alle rechtzeitig raus kamen. Das Rettungsteam, das neben ihr stand, schwitze zwar in der Montur, brauchte aber nicht einzugreifen. Als „schnelle Eingreiftruppe“ steht das Zweier-Team auch im Ernstfall parat, um Kameraden zu retten, denen beim Einsatz die Luft ausgeht.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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