Nachrichten Specials
Feuerwehr-Serie, 16. November 2016

Im Interview: Die Attendorner Feuerwehrärzte Dirk Pflitsch und Christoph Humberg

Das medizinische Auge auf die Brandbekämpfer

Die Feuerwehrärzte Christoph Humberg (links) und Dirk Pflitsch.
Die Feuerwehrärzte Christoph Humberg (links) und Dirk Pflitsch.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Dirk Pflitsch und Christoph Humberg sind seit 2000 bzw. seit 2012 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Attendorn. Sie haben eine besondere Aufgabe: Sie sind Feuerwehrärzte. Beide sind Internisten, beide haben eine eigene Praxis in der Hansestadt. Im Interview sprechen Pflitsch und Humberg über das Ehrenamt des Feuerwehr-Arztes.
Was sind die Aufgaben eines Feuerwehrarztes?

Dirk Pflitsch: Die Aufgaben sind vielfältig, aber in erster Linie steht der Feuerwehrmann innerhalb des Einsatzes im Vordergrund. Die Anforderungen der Feuerwehrmänner können im Einsatz bis an die Grenze der körperlichen Belastbarkeit gehen. Da muss man aufpassen.

Christoph Humberg: Wir werden immer bei einem Großschadensereignis oder, wie man heute sagt, einer Katastrophe alarmiert. Dann achten wir auf den Eigenschutz der Einsatzkräfte. So haben wir besonders ein Auge auf die Atemschutzträger, die eine anstrengende und gefährliche Arbeit machen. Aber wir sind auch Berater der Feuerwehrführung in medizinischen Angelegenheiten, führen ein bis zweimal im Jahr Schulungen durch, etwa in Erster Hilfe, und stehen auch unterstützend bei der psychosozialen Nachsorge eines belastenden Einsatzes zur Verfügung. Auch die Koordination mit Rettungsdienstorganisationen fällt in unseren Aufgabenbereich.

Wie sind Sie zu diesem Amt gekommen?

Pflitsch: Mich hat der damalige Stadtbrandmeister Berthold Müller angesprochen, nachdem meine Vorgängerin nicht mehr zur Verfügung stand. Da war es eine Selbstverständlichkeit für mich, dieses Ehrenamt anzunehmen.

Humberg: Ich habe Spaß an der Arbeit in der Feuerwehr. Außerdem war mein Schwiegervater Bernhard Praß stellvertretender Kreisbrandmeister. Da kann man nur zusagen, wenn man gefragt wird. Einsatzleitung fordert Ärzte je nach Gefahrenlage anMüssen Sie bei jeder Alarmierung auch mit ausrücken?

Pflitsch: Nein, wir werden nur bei Sirenenalarm oder bei besonderen Gefahrenlagen mit alarmiert.

Humberg: Da wir aber beide auch den Praxisbetreib aufrecht halten müssen, werden wir nach Rücksprache mit der Wehrführung jetzt telefonisch von der Einsatzleitung angefordert, wenn wir benötigt werden.

Wie oft waren Sie schon im Einsatz?

Pflitsch: Mein erster Einsatz war relativ schnell, nachdem ich das Amt übernommen hatte. Damals brannte es bei Neumann und Schmitz. Aber auch bei solchen Einsätzen wie dem Großbrand bei der Firma Damm Oberflächentechnik, dem Brand des Bahnhofgebäudes oder einem Wohnhausbrand in Lichtringhausen war ich mit vor Ort.

Humberg: Manchmal muss man in der Nacht raus und dann am nächsten Tag in die Praxis. Das ist schon mal anstrengend, aber da es selten vorkommt, kein Problem.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Das medizinische Auge auf die Brandbekämpfer