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Feuerwehr-Serie, 02. November 2016

30 Feuerwehrleute aus dem Kreis bilden Zug für NRW-Einsätze

Bereitschaft für die ganz großen Notfälle

Mehr als 2000 Bäume wurden bei einem Sturmtief 2014 in Essen beschädigt und blockierten zahlreiche Straßen.
Mehr als 2000 Bäume wurden bei einem Sturmtief 2014 in Essen beschädigt und blockierten zahlreiche Straßen.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Kreis Olpe. Als im Juni 2014 die Gewitterfront des Sturmtiefs „Ela“ über Essen hinwegfegte, waren die Schäden enorm. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Schadensausmaßes hatte die Feuerwehr auch Unterstützung bei der Bezirksregierung Arnsberg angefordert. Täglich hatte das Land daraufhin Bereitschaftseinheiten der Feuerwehren aus allen Teilen des Landes NRW nach Essen entsendet - pro Tag rund 300 Mann. Darunter waren auch Einsatzkräfte aus dem Kreis Olpe.
Im Regierungsbezirk Arnsberg wurde 2002 das System „Vorgeplante überörtliche Hilfe größeren Umfangs im Bereich Feuerschutz“ eingeführt, mit dem eine „Feuerwehr-Abteilung“ gebildet wurde. Die besteht aus fünf Bereitschaften mit je fünf Zügen und insgesamt 630 Einsatzkräften aus dem gesamten Regierungsbezirk.

Einer dieser fünf Züge besteht aus 30 Feuerwehrleuten aus dem Kreis Olpe. „Wenn wir durch die Leitstelle in Dortmund alarmiert werden, bilden wir aus Fahrzeugen und Kameraden aus Grevenbrück, Hofolpe, Listerscheid und Heggen einen Zug“, erklärt Thomas Klein aus Heggen. „Wir stehen dann innerhalb einer vorgegeben Zeit für einen überörtlichen Einsatz, der auch außerhalb des Regierungsbezirkes sein kann, bereit.“ Die Einsatzkräfte und Fahrzeuge werden extra aus dem gesamten Kreis zusammengesetzt, um den Brandschutz vor Ort nicht zu gefährden. Einer dieser Einsätze war in Essen. Nach „Ela“ bot sich in der Ruhrgebietsstadt ein Bild der Verwüstung. Rund 2000 Bäume waren umgefallen oder beschädigt, Keller vollgelaufen, Häuser in Mittleidenschaft gezogen. Bei den Aufräumarbeiten war jede Hand willkommen und notwendig. „Wir haben geholfen, Bäume zu beseitigen, die auf Häuser und Autos gestürzt waren“, erinnert sich Klein.

Aber die Kameraden waren nicht nur in Essen zur Stelle, sondern zweimal auch schon im Münsterland, als Wassermassen für Land unter sorgten. Klein: „2010 und 2014 haben wir gepumpt im Münsterland, was die Saugrohre hergaben, damit überflutete Häuser und Keller wieder trocken wurden.“ Damit bewährte sich ein Konzept, das je nach Bedarf an Katastrophenstellen die jeweils benötigten Helfer aus ganz NRW zusammenziehen kann. So kann den betroffenen Menschen oft schnell geholfen und der Schaden gemildert werden. Da immer mehr dieser Extremwetterlagen vorhergesagt werden, werden diese Züge wohl noch öfter zum Einsatz kommen, vermutet Klein.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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