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Der Kreis Olpe rockt!, 13. April 2017

„Der Kreis Olpe rockt!“, 6. Interview

„Schimpansenmädchen“: Zwischen Punk, Rock und Schlager

Die „Schimpansenmädchen“ gibt es seit fünf Jahren.
Die „Schimpansenmädchen“ gibt es seit fünf Jahren.
Foto: Jill Arens
Oberhundem. Eine Beschimpfung brachte sie auf ihren Bandnamen „Schimpansenmädchen“. Seit 2012 beschäftigen sich Basti (22) und Dennis (28) an den Gitarren, „Penis“ (18) am Schlagzeug, Unte (17) am Bass, Monti (25) als Sänger/Nasenflöte sowie Benny (20), Sascha (20) und "Bauer" Thomas (20), die für Lichttechnik und Show zuständig sind, mit handgemachter Musik. Beeinflusst durch die Schlagerband „Flippers“ spielen sie eigene und gecoverte Songs aus dem Genre Punkrock. Die Oberhundemer spielten kürzlich ein Konzert für Flüchtlinge. Wie sie es nach oben schaffen wollen, warum sie sich nicht gern die Bühne teilen und warum sie mit der Erotikmesse "Venus" liebäugeln, haben sie LokalPlus im Interview verraten.

Wie habt ihr euch kennengelernt?
Wir kennen uns schon ewig, weil wir alle zusammen aufgewachsen sind. Zusätzlich sind unser erster Gitarrist, Schlagzeuger und Bassist zusammen im Musikverein Oberhundem tätig.
Wann habt ihr eure Band wo gegründet? Wart ihr euch über das Genre einig?
Wir haben uns im Februar 2012 im Gasthof "Zu den Linden" in Oberhundem bei einem gemütlichen Saufgelage gegründet und waren uns über gute Punk- und Rockmusik sofort einig. Wir wollten allerdings gute Coverstücke spielen, die noch keine andere Band vor uns gespielt hat - und das Ganze im Verbund mit eigenen geschriebenen Stücken.
Wie seid ihr auf den Namen gekommen, und wer hat sich diesen ausgedacht?
Der Arbeitskollege unseres Schlagzeugers hat ihn auf der Arbeit als Schimpansenmädchen ‚beschimpft‘. Das war dann die Vorlage zur Namensgebung.
Hattet ihr Songs in der Hinterhand, oder wie sahen die ersten Proben aus?
Bauer brachte den Text zur ersten Probe zu unserem "Schimpansenmädchen-Lied" mit, und wir haben uns sofort daran begeben, eine passende Gute–Laune-Musik dahinterzusetzen.
Wie schreibt ihr eure Texte, und wie kommen die passenden Melodien dazu?
Thomas und Benny sind bei uns die Songwriter und wir selbst die Interpreten.
Wie oft probt ihr und wo?
Wir haben hierzu keine festen Termine. Getreu dem Motto "Ohne Proben nach oben" haben wir teilweise in der Vergangenheit auch schon mehr Auftritte gehabt als wir geprobt haben.
Wann und wo war euer größter Auftritt? Was war das Reizvolle daran?
Beim Schützenfest in Oberhundem hatten wir unseren bisher größten Auftritt mit rund 1000 anwesenden Besuchern beim Frühschoppen. Das Reizvollste ist unsere jährliche Weihnachtstour, bei der wir alle Instrumente, inklusive Beleuchtung, auf einen kleinen Lkw packen, uns weihnachtlich verkleiden, dann mit einer Kabeltrommel in der Hand von Kneipe zu Kneipe fahren, Strom abzapfen und die Gäste mit einem Weihnachtsmedley und einem eigenen Weihnachtslied beglücken.

Hier noch ein Gruß an den älteren Herrn im Schlafanzug, der uns vor dem "Schmalen" doch glatt den Strom aus der Steckdose zog. Der beste Auftritt bisher war am Schwartmecker Meiler. Im August 2016 haben wir den Platz zum Rocken gebracht. Hier hatten wir für Jung und Alt etwas dabei und somit das Publikum schnell ins Schimpansenmädchen-Fieber gebracht.
Was war euer schönster Auftritt und warum?
Unser schönster Auftritt war beim "Schmalen" in Kirchhundem. Dies lag allerdings nicht an unserer Musik oder den Gästen, sondern an der Stripperin, die wir außergewöhnlich spontan mit im Gepäck hatten. Thomas (Bauers) selbstgebastelter Feuerpenis und Bennys Arschraketen-Einsatz war dann noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. An diesem Abend haben wir zum Wohle unserer Gäste leider nichts verdient.
Wie viele Auftritte habt ihr gespielt?
Bislang haben wir bei etwa 15 Auftritten gerockt.
Welche Tonträger habt ihr bislang herausgebracht, und seid ihr mit den Verkaufszahlen zufrieden?
Wir haben 0 Tonträger aufgenommen und veröffentlicht! Die Verkaufszahlen sind ganz in Ordnung. (lachen)
Habt ihr Auszeichnungen für eure Musik gewonnen?
Die größte Auszeichnung war die Dankbarkeit der Flüchtlinge hier in Oberhundem, für die wir ein Willkommenskonzert im Haus des Gastes zum guten Zweck gegeben haben. Mit Polonaise-Blankenese ging es über Tische und Bänke.
Mit welcher Band würdet ihr euch gern eine Bühne teilen?
Wir teilen uns sehr ungern eine Bühne, da wir sehr viel Platz für unsere Musik und Show brauchen. Falls aber andere Bands einmal mit uns spielen wollen, haben wir neben dem Schlagzeuger noch zwei kleine Plätze frei.
Auf welchem Festival würdet ihr gerne spielen?
Die "Venus", da sind wir uns alle einig, wäre unser Favorit.
Wo seht Ihr Euch in fünf Jahren?
In fünf Jahren sehen wir uns nicht mit einer Stripperin, sondern mit zwei Stripperinnen auf einer Bühne. Alles nur zum Wohle unserer Gäste.
Ein Auftritt der „Schimpansenmädchen“.
Ein Artikel von Nils Dinkel

Bildergalerie: „Schimpansenmädchen“: Zwischen Punk, Rock und Schlager