Nachrichten Specials
Der Kreis Olpe rockt!, 09. April 2017

„Der Kreis Olpe rockt!“, 2. Interview

„Eradicator“ und der Traum vom „Wacken“-Festival

2015 brachten „Eradicator“ ihr Studioalbum „Slavery“ heraus.
2015 brachten „Eradicator“ ihr Studioalbum „Slavery“ heraus.
Foto: Frontrow Images
Kirchhundem. 2004, unter den Einflüssen von Metal und Bier, gründete sich die Band „Eradicator“. Besetzt ist das Thrash-Metal-Quintett mit Sebastian „Seba“ Stöber an Gitarre und Gesang, Robert „Robb“ Wied, der ebenfalls die Gitarre zupft, Sebastian Zoppe am Bass und Jan-Peter „Pitti“ Stöber am Schlagzeug. 2015 brachten die Musiker ihr Studioalbum „Slavery“ heraus. LokalPlus hat mit Seba über die Band gesprochen.

Wie habt ihr euch kennengelernt?
Pitti (Drums), Zoppe (Bass) und ich kennen uns eigentlich schon immer. Wir waren zusammen im Kindergarten und in der Schule. Nachdem 2010 unser damaliger zweiter Gitarrist ausstieg, haben wir ein halbes Jahr nach jemandem gesucht, der diese Position übernehmen kann und der zu uns passt. Seitdem ist auch Robb mit dabei.
Wann habt ihr eure Band wo gegründet? Wart ihr euch über das Genre einig?
Wenn wir als Gründung die erste gemeinsame Probe ansehen, wird das wohl Anfang 2004 gewesen sein. Ich hatte Zoppe und Pitti davon überzeugt, sich Instrumente zu kaufen, und als wir dann einen Proberaum hatten, ging es los. Wir waren alle drei noch totale Anfänger und haben zusammen gelernt, wie man überhaupt Musik in einer Band macht. Damals haben wir auch erstmal nur Cover-Songs gespielt. Die ersten Sachen, die wir gemeinsam gespielt haben, waren Songs von ‚Manowar‘ und ‚Judas Priest‘.

Später dann ‚Metallica‘, ‚Megadeth‘ und ‚Slayer‘. Das war zu dem Zeitpunkt, als sich auch unser Musikgeschmack in den „extremeren“ Metal-Bereich entwickelt hat.
Als wir die ersten beiden eigenen Songs „Back To The Roots“ und „It’s Your Turn To Die!“ schrieben, haben wir uns ehrlich gesagt keine Gedanken über das Genre gemacht. Das kam ganz natürlich. Auch heute erlegen wir uns keine besonderen Restriktionen auf. Im Thrash Metal ist eh viel erlaubt, und das Wichtigste ist, dass uns unsere Songs selbst gefallen, da wir uns schließlich mit dem, was wir tun, identifizieren.
Wie seid ihr auf den Namen gekommen, und wer hat sich diesen ausgedacht?
Der Name ‚ERADICATOR‘ stammt von Zoppe, unserem Bassisten. Das erste halbe Jahr lang hatten wir gar keinen Namen, da es uns auch nicht wichtig erschien. Eines Morgens kam Zoppe dann zur Schule und hat mir gesagt, er habe den passenden Namen. Daraufhin haben wir uns wohl geeinigt!

Auf den Namen gekommen ist er, indem er Wörterbücher auf seinem PC durchforstet und Synonyme für einige Wörter recherchiert hat. Sehr cool ist auch, dass wir nachmittags an diesem Tag direkt unser Bandlogo entworfen haben, das bis heute fast unverändert aussieht.
Hattet ihr Songs in der Hinterhand, oder wie sahen die ersten Proben aus?
Wie gesagt, wir haben quasi bei null angefangen und mussten zuerst lernen, unsere Instrumente zu spielen. Da war an eigene Songs noch nicht zu denken. Die ersten eigenen Nummern sind Ende 2005 und Anfang 2006 entstanden. Am Anfang standen wir ehrlich gesagt tagelang im Proberaum und haben einen einzigen Cover-Song immer und immer wieder gespielt. Schon ziemlich bekloppt. [lacht] Aber das hat uns sicherlich geholfen, uns sehr gut musikalisch aufeinander einzustellen.
Das Logo von 2004/2005.
Wie schreibt ihr eure Texte, und wie kommen die passenden Melodien dazu?
Melodien? [lacht] Nein, Spaß beiseite. Für die Lyrics bin ich seit dem ersten eigenen Song verantwortlich. Die ersten Texte waren noch nicht sonderlich „tiefgründig und philosophisch“, aber mit der Zeit wurde mir das wichtiger. Vor allem auf die Texte der aktuellen Platte „SLAVERY“ bin ich sehr stolz. Daher ist es mir auch wichtig, dass sie im Booklet abgedruckt sind.

Was das restliche Songwriting betrifft, das haben Zoppe und ich uns bei den ersten beiden Alben „The Atomic Blast“ und „Madness Is My Name“ etwa 50:50 aufgeteilt. Beim letzten Album hat sich das Ganze etwas verschoben, und das Meiste ist von mir gekommen. Wir streben es aber an, in Zukunft wieder mehr gemeinsam zu komponieren.
Wie oft probt ihr?
Momentan proben wir drei- bis viermal im Monat. Das war in den Anfangstagen der Band ganz anders. Da haben wir teilweise täglich geprobt. Leider ist zeitlich aber jetzt nicht mehr so viel drin. Pitti wohnt in Koblenz, Zoppe in Paderborn, Robert in Winterberg und ich in Altenhundem.

Es ist also ein bisschen Koordination nötig, damit eine Probe zustande kommt. Zurzeit schreiben wir an einem neuen Album. Was uns dabei zugutekommt, ist, dass wir noch nie eine Band waren, bei der die Songs im Proberaum entstehen. Meistens ist es so, dass wir uns Riff- und Song-Ideen per Mail hin und her schicken und auf diese Art daran feilen. Ich frage während dieses Prozesses gerne auch Freunde nach ihrer Meinung zu neuen Ideen, da man ab und zu etwas betriebsblind wird.
Das Logo hat sich bis heute kaum verändert.
 
Wann und wo war euer größter Auftritt? Was war das reizvolle daran?
Oh, das ist schwer zu sagen. Wir haben jetzt etwa 150 Shows gespielt. Darunter waren natürlich einige Highlights. Unvergessen bleibt für uns die Show auf dem „Break The Ground“-Festival bei Celle. Dort haben unter anderem auch SODOM gespielt und nach deren Gig gab es backstage ein wahres Besäufnis mit den Herren. [lacht] Ein anderes, etwas persönlicheres Highlight war das Immecke Open Air in Plettenberg, auf dem wir in diesem Jahr gespielt haben. Das Besondere daran ist, dass Pitti und ich in frühen Kindheitstagen schon regelmäßig mit unseren Eltern als Besucher dort waren und es ja solche Momente im Leben sind, die einen prägen. Trotz des schlechten Wetters war sehr viel los, die Stimmung war während unseres Konzerts sehr ausgelassen, und es ist auch immer schön, vor Freunden und Bekannten zu spielen.
Welche Tonträger habt ihr bislang herausgebracht, und seid ihr mit den Verkaufszahlen zufrieden?
Unsere erste Demo EP „Back To The Roots“ haben wir 2007, damals noch mit anderem Sänger, veröffentlicht. 2009 kam unser erstes Album „The Atomic Blast“, gefolgt von „Madness Is My Name“ im Jahr 2012.

Im September 2014 haben wir mit unseren Freunden von ‚Godslave‘ eine Split-EP veröffentlicht, zu der beide Bands jeweils zwei Songs beigesteuert haben, und Anfang 2015 haben wir unser aktuelles Album „Slavery“ herausgebracht.
Die Verkaufszahlen sind von Album zu Album gestiegen, was uns sehr positiv stimmt. Die letzten beiden Scheiben haben wir auch auf Vinyl veröffentlicht, das kommt bei vielen Fans sehr gut an. Wir hoffen, dass es auch in Zukunft mit den Verkaufszahlen so aussieht, dass wir kommende Projekte selbst finanzieren können. Denn als Selfmade-Band bezahlen wir alles, angefangen bei Studio-Aufnahmen bis hin zur Album-Promotion selber.

Was bedeutet, wer das nächste ‚Eradicator‘-Album hören möchte, sollte sich auch die bisherigen als CD oder LP zulegen, um dieses zu ermöglichen. Auch unser umfangreiches Arsenal an Merchandise trägt dazu bei! Wer interessiert ist, kann gerne unseren Online-Shop besuchen.
Habt ihr Auszeichnungen für eure Musik gewonnen?
In den Anfangstagen haben wir bei einem Band-Wettbewerb mitgespielt, den „Sauerland-Rockawards“. Da sind wir mit einer Konkurrenz von 17 Bands angetreten und haben gewonnen. Das war 2006 und hat uns die Aufnahme zu unserer Demo EP eingebracht.

Danach haben wir noch an zwei weiteren Contests teilgenommen, bei denen wir jeweils Erster wurden. Bei dem einen haben wir einen Festival-Slot im Vorprogramm der Bay Area-Thrash-Helden FORBIDDEN gewonnen, was ebenfalls eine super Sache war.

Danach haben wir uns nicht mehr an Bandwettbewerben beteiligt. Allerdings wurden unsere Alben in der Fachpresse mit teilweise ziemlich guten Kritiken belohnt. Teilweise natürlich auch mit nicht so dollen. Aber daran haben wir uns noch nie gestört!
Mit welcher Band würdet ihr euch gern eine Bühne teilen?
Am liebsten natürlich so oft wie möglich mit den größten des Genres. Das wären zum Beispiel ‚Metallica‘, ‚Megadeth‘, ‚Testament‘ oder ‚Exodus‘. Die Liste ist lang und ich denke, dass wir demnächst mal wieder einige darauf abarbeiten können (lacht).

Aber unabhängig davon, mit wem wir zusammen spielen, oder für welche bekanntere Band wir eröffnen, geben wir bei jedem Konzert alles, und ich bin mir sicher, dass das die meisten unserer Konzertbesucher bestätigen können.
Auf welchem Festival würdet ihr gerne spielen?
Wir freuen uns eigentlich auf jedes Konzert, aber natürlich wäre es schon etwas Besonderes, wenn wir auf einem der großen Open-Air-Festivals spielen könnten. 'Summerbreeze', 'Wacken', 'Bang Your Head!', 'With Full Force', auch diese Liste ist lang! (lacht)
Wo seht Ihr Euch in fünf Jahren?
Bei den Aufnahmen zu unserem fünften Album, am Catering stehend (lacht)!

Aber ganz klar weiterhin als funktionierende Band, die Konzerte spielt, Songs schreibt und Platten veröffentlicht. Da uns allen ‚ERADICATOR‘ sehr wichtig ist, sehe ich das auch nicht gefährdet. Wir vier sind gute Freunde und aktuell ist die Motivation bei jedem einzelnen sehr groß.

Ich bedanke mich für das Interview! An alle Leser die uns noch nicht kennen, besucht uns auf Konzerten in den Sozialen Medien oder unserer Homepage und riskiert ein Ohr! Wir freuen uns über jeden neun Fan!
Ein Artikel von Nils Dinkel

Bildergalerie: „Eradicator“ und der Traum vom „Wacken“-Festival