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225 Jahre Löwen Apotheke, 24. Februar 2017

Teil 3 der Chronik

Löwen Apotheke: Konstante trotz ständig wechselnder Rahmenbedingungen

Hell, modern und große Auswahl: die Löwen Apotheke.
Hell, modern und große Auswahl: die Löwen Apotheke.
Foto: privat/Tim Friesenhagen
Attendorn. Eigentlich wollte Dr. Lukas Peiffer nach dem Abitur Ingenieurswesen und Maschinenbau studieren. Doch der Zivildienst beim Rettungsdienst des Kreises Olpe änderte seinen Fokus. Er entschied sich, die Apotheke in der siebten Generation in Folge weiterzuführen.

2009 hatte Lukas Peiffer von der Landesregierung Hessen seine Approbation als Apotheker erhalten. Nach acht Semestern Studium der Pharmazie an der Phillips Universität in Marburg folgte das praktische Jahr. 2014, nach vier Jahren Forschungsarbeit im Bereich Hämatologie/Onkologie an der Universitätsklinik Köln unter der Leitung von Prof. Dr. med. Karl-Anton Kreuzer, vollendete Lukas Peiffer seine Promotion zum Thema „Molekulare Analyse der WNT Signalkaskade bei der chronisch Lymphatischen Leukämie.“

Berufsbegleitend macht Dr. Lukas Peiffer über drei Semester eine Ausbildung zum praktischen Betriebswirt für Pharmazie. Seine Ehefrau Lorin, gebürtig aus Köln, ist ebenfalls Apothekerin. Die Familie komplett macht Sohn Elias Emil.
Die sechste, siebte und vielleicht achte Generation: (vorne von links) Lorin und Lukas Peiffer mit Sohn Elias Emil sowie (hinten von links) Karl Emil Peiffer mit Ehefrau Hedwig Holthoff-Peiffer.
 „Der Umgang mit Menschen in der Apotheke liegt mir“, beschreibt Dr. Lukas Peiffer seine Motivation. Das freut auch seinen Vater Karl Emil Peiffer. Er hatte die Apotheke wiederum von seinem Vater Emil Josef Peiffer 1983 gepachtet und wurde im Jahre 2000 Inhaber der Löwen Apotheke. „Zuvor, 1979, bin ich mit 28 Jahren in die elterliche Apotheke eingestiegen. Mein Vater war 70 Jahre alt und wartete schon sehnsüchtig auf seinen Nachfolger.“

Karl-Emil Peiffer hatte sich ebenfalls dafür interessiert, in der Technikbranche zu arbeiten, aber die „Gene“ für die Pharmazie waren stärker. So wie auch bei seinen beiden Schwestern, die gleichfalls Apothekerinnen wurden. Karl-Emil Peiffer hatte in Bonn studiert und dort auch sein Staatsexamen abgelegt. Zuvor musste er allerdings ein zweijähriges berufsbegleitendes Praktikum machen. „Das habe ich in Meinerzhagen geleistet und dabei wertvolle Einblicke in die Arbeit bekommen. Außerdem verdiente man hier schon seinen ersten Lohn“, sagt er heute.
Die Apotheke nach dem Bombenangriff 1945.
Sein Vater, Emil Josef Peiffer, übernahm die Löwen Apotheke in schweren Zeiten. Im März 1945 wurde das Apothekenhaus bei einem Bombenangriff zu mehr als 90 Prozent zerstört, aber schon einen Monat später provisorisch wiedereröffnet.
Die Löwen Apotheke heute.
 Emil Josef Peiffer selbst ist bis 947 in russischer Gefangenschaft, als sein Vater, Emil Ernst Peiffer, verstirbt. Um die Apotheke weiterhin öffnen zu können, wird sie zunächst von der Apothekerin Ruth Externbrink verwaltet. 1948 kommt Emil Josef Peiffer aus dem Krieg zurück und übernimmt die Leitung der Apotheke.
Das Jahr 1945: Ausverkauf durch das Fenster der Apotheke.
 In den folgenden Jahren wird die Apotheke immer wieder umgebaut und erweitert. Weitere Apotheken eröffnen in Attendorn, denn ab 1959 wird das Privileg für den Apothekenbetrieb aufgehoben. Nunmehr kann sich ein Apotheker ohne Einschränkungen niederlassen. 

Auch heute noch wechseln die Rahmenbedingungen ständig. Dr. Lukas Peiffer ist vor dem Hintergrund der langen Tradition und aufgrund seiner qualifizierten Ausbildung für die Zukunft bestens gerüstet.
Die Apotheke in den 1950er Jahren.
 
Die Apotheke in den 1950er Jahren.
 
Die Apotheke heute.
 
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Löwen Apotheke: Konstante trotz ständig wechselnder Rahmenbedingungen