Nachrichten Schützenfest
Drolshagen, 21. Januar 2018

St. Sebastianus-Tag im Clemens-Haus

Drolshagener Schützenvereine erinnern an Bedeutung von Brauchtumspflege

Feierlicher Einmarsch ins St. Clemens-Haus.
Feierlicher Einmarsch ins St. Clemens-Haus.
Foto: Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Die Ziele: Traditions- und Brauchtumspflege. Die Zutaten: Kaffee, belegte Brötchen und ein paar Bierchen, garniert mit schmissigen Märschen des Musikvereins Sondern. Zum 41. Mal haben sich am Sonntag, 21. Januar, die Schützenvereine und -bruderschaften aus dem Raum Drolshagen zum St. Sebastianus-Tag getroffen. Nach dem Festgottesdienst stand im St. Clemens-Haus ein Frühstück in gemütlicher Runde auf dem Programm.

Ausrichter war diesmal der St. Georg Reiter- und Heimatverein Büren. Dessen Vorsitzender, Alfons Nebeling, begrüßte neben den acht Mitgliedern aus der St. Sebastianus-Gesellschaft auch benachbarte Vereine. Zu den Gästen zählten Landrat Frank Beckehoff, Landtagsabgeordneter Jochen Ritter (CDU) und Pfarrer Markus Leber. Ihm überreichte Nebeling einen Scheck über 800 Euro für die Renovierung der Kirche.
Berghof: Tradition weist Klugen den Weg In seinem kurzen, launigen Grußwort, das er gleich für mehrere der Ehrengäste mit übernahm, erinnerte Bürgermeister Ulrich Berghof an den Sinn der Tradition. Sie sei wie eine Laterne. Der Dumme halte sich daran fest, dem Klugen weise sie den Weg. Den Schützen wünschte er die Klugheit, sich in ihrem Wirken von der Tradition leiten lassen, so Berghofs Anleihe bei dem irischen Dichter George B. Shaw.
Kreisoberst Markus Bröcher.
Auf die Bedeutung des Patronatsfestes in  der katholischen Welt ging Kreisoberst Markus Bröcher in seiner Festrede ein. Das Fest stehe über den Geburtstagen. Bröcher erinnerte an die selbst gestellte Aufgabe des ausrichtenden Reit- und Heimatvereins Büren, „altes Brauchtum zu erhalten“. Für den Verein wie auch für die anderen gälten „Glaube, Sitte, Heimat als Leitziel unseres Strebens“. Heimat biete der Jugend einen „Schutzraum für die ersten Schritte ins Leben“. Heimat präge und sorge dafür, dass sie nach erfolgreicher Karriere zurückkämen in die Orte ihrer Jugend. Gerade das Sauerland stehe für diese Heimatverbundenheit. Die Schützenvereine trügen dazu bei, den Mitgliedern auch eine ideelle Heimat zu geben, und seien wie eine Familie, die Freud und Leid teile. Bröcher: Ehrenamtlichen Arbeit erleichtern Von der Politik wünschte sich Bröcher, dass sie dieses ehrenamtliche Engagement stärke und komplizierte Regelungen vor allem beim Steuerrecht vereinfache. Die Vereine forderte er auf, Regelungen zu benennen, die zu umständlich oder gar überflüssig seien. Diese Aufgabe gab er auch Jochen Ritter als Mitglied des Landtags mit auf den Weg. Gelinge die geforderte Regelvereinfachung nicht, könne man auch das neu geschaffene Heimatministerium vergessen.

Bröcher hielt sich an die selbst gesetzte Maxime: „Zu dem Recht ausreden zu dürfen, gehört die Pflicht, sich kurz zu fassen.“ Damit war der Weg für den Gedankenaustausch und den gemütlichen Teil an den grün-weiß dekorierten Tischen frei.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

Bildergalerie: Drolshagener Schützenvereine erinnern an Bedeutung von Brauchtumspflege