Nachrichten Schützenfest
Attendorn, 22. Oktober 2017

Mögliche Änderungen des Festablaufs

Diskussionen über Einführung eines Jungschützen-Schießens in Attendorn

Diskussionen über Einführung eines Jungschützen-Schießens in Attendorn
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Zum ersten Schützenstammtisch hatte die Schützengesellschaft Attendorn am Freitag, 20. Oktober ins Restaurant der Stadthalle geladen. Rund 80 Mitglieder folgten der Einladung und ließen sich über mögliche Veränderungen am Schützenfestablauf ab 2018 informieren. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie und ob ein Schießen für Jungschützen in den Schützenfest-Ablauf integriert werden kann und soll. Die Entscheidung allerdings steht noch aus.

„Wir wollen keine Entscheidungen im stillen Kämmerlein“, sagte Hauptmann Sascha Koch. „Wir möchten unsere Ergebnisse der bisherigen Arbeit auf Basis der geführten Gespräche, der Ergebnisse der zum Schützenfest durchgeführten Umfrage und des mittlerweile stattgefunden Strategie-Workshops vorstellen und am Ende auf der Jahreshauptversammlung darüber abstimmen lassen. Wenn wir allerdings erst auf der Jahreshauptversammlung in die Diskussion einsteigen würden, ist es zu spät, und das würde auch den Rahmen sprengen.“

Dann stellte Koch den möglichen neuen Festablauf vor. So würde das Antreten am Schützenfestsamstag schon um 16 Uhr erfolgen. Das Totengedenken fände am Gedenkstein am Rathaus statt, und anschließend ginge es weiter zur Vogelsruthe zum Jungschützenschießen. Bei der Party ab 19.30 Uhr auf dem Feuerteich würde hier die Proklamation des Nachwuchsregenten erfolgen. Wie genau das Schießen des Schützennachwuchses gestaltet werden und welchen Titel der Sieger tragen soll, diskutierten die Schützen ebenfalls. „Die Jugend ist die Zukunft“ Weitere Fragestellungen: Wie sich die Jungschützen in den Gesamtvorstand einbringen würden, welche Altersgruppe angesprochen wird und wie das alles in der Satzung verankert werden sollte. Viel Arbeit, die auf die Schützengesellschaft zukommt. „Aber die Jugend ist die Zukunft, und sie muss gewonnen werden“, waren sich die Anwesenden auch einig – schon allein mit Blick auf die aktuelle Mitgliederstruktur: Über 50 Prozent der Schützen sind aktuell über 60 Jahre alt. „Bei rund 1400 Mitgliedern haben wir derzeit nur rund 80 aktive Jungschützen. Allein im vergangenen Jahr haben rund 60 Jungschützen aus Altersgründen gewechselt, ohne dass so viele neue nachgerückt sind“, machte Koch dar.
Hauptmann Sascha Koch.
Weitere mögliche Auswirkungen auf das Schützenfest, sollte ein Nachwuchs-Schießen als neuer Programmpunkt aufgenommen werden in den Festablauf: Auch am Sonntag würde das Antreten zum Festzug eine Stunde früher erfolgen. Und der Zapfenstreich, der bis jetzt am Samstag den Abschluss des Tages bildete, würde auf den Sonntag verschoben. Das sorgte für Diskussionen über einen eventuellen Zuschauerschwund. Georg Schüttler brachte es auf den Punkt: „Mit dem Zapfenstreich am Sonntagabend hätten die Könige einen formellen Abschluss ihres Königsjahres.“ Abholung der Königspaare künftig im Rathaus? Am Schützenfestmontag sollten nach Vorstellung des Vorstandes die Könige auch nicht mehr zu Hause, sondern im Rathaus abgeholt werden. Dann würde für die Königspaare der Stress der häuslichen Vor- und Nachbereitungen entfallen, die Marschwege wären auch am Montag planbar und nur eine Musikkapelle müsste spielen. Die zweite Blaskapelle könnte ohne Zeitdruck bis 15 Uhr auf dem Frühschoppen für Stimmung sorgen. „Schon in den Statuten von 1703 war angegeben, dass der König ein Gelage im Rathaus abhielt und vom Bürgermeister ein Paar Handschuhe bekam. Über Letzteres müssen wir noch verhandeln, aber wenn wir die Königspaar zukünftig im Rathaus abholen, hat das Tradition“, argumentierte Sascha Koch.Auch wenn einige ältere Schützenbrüder Bedenken an einer Änderung des Festablaufes äußerten, war sich Sascha Koch am Ende sicher, dass die meisten den Plänen „latent positiv“ gegenüber stehen. „Ich sehe darin mehr Chancen als Risiken.“

Beim Seniorennachmittag am 7. November sowie bei der Versammlung der Jungschützen wird das Thema ebenfalls vorgestellt und diskutiert, bevor auf der Jahreshauptversammlung am 21. Januar darüber abgestimmt wird.
Drei Umfrage-Gewinner
In der diesjährigen Schützenbeilage waren alle Leser aufgefordert worden, sich an einer Umfrage bezüglich des Festes und möglicher Veränderungen zu beteiligen. 164 Teilnehmer beantworteten den Fragenkatalog. Unter allen Teilnehmern wurden von den amtierenden Majestäten drei Gewinner ausgelost. So kann sich Axel Daschek über 50 Liter, Franziska Lütticke über 30 Liter und Udo Schinkelewitz über 20 Liter Bier freuen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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