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Wenden, 26. Januar 2018

Stadt würdigt bürgerschaftliches Engagement – Chöre eine Klasse für sich

Wenden lädt erstmals zum Neujahrsempfang

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wenden ist gleichzeitig der Bürgerpreis verliehen worden.
Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wenden ist gleichzeitig der Bürgerpreis verliehen worden.
Fotos: Rüdiger Kahlke
Wenden. Da war Musik drin - im Neujahrsempfang der Stadt Wenden. Was der Sport- und Kulturausschuss vor zwei Jahren angeregt hatte, eine neue Form der Würdigung des bürgerschaftlichen Engagements und der ehrenamtlichen Tätigkeit, wurde am Sonntag, 28. Januar, im Schulzentrum erstmals umgesetzt. Neben der Verleihung des Bürgerpreises wurden auch herausragende Leistungen in den Bereichen Sport und Kultur gewürdigt.

Gleich zweimal konnte Bürgermeister Bernd Clemens, der mit Theresa Solbach durch das gut zweistündige Programm führte, dem Frauenchor Nova Cantica gratulieren. Für „kontinuierliches, qualitativ hohes Leistungsniveau in der Chorgesangsdarbietung, sowie durch regelmäßiges soziales Engagement“, gab es für den Chor den Bürgerpreis und die Auszeichnung im Bereich Kultur.

Nova Cantica  hatte 2017 zum fünften Male den Titel Meisterchor ersungen, sich anschließend aber auch  beim Landeschorwettbewerb NRW durchgesetzt und sich damit für die Teilnahme am „Deutschen Chorwettbewerb 2018“ in Freiburg qualifiziert, wie Laudator Ludger Reuber skizzierte. Geehrt wurden zudem die Meisterchöre „Frohsinn Ottfingen“ und MGV Wenden, die zum achten bzw. neunten Mal den Titel Meisterchor errungen hatten.Sport als AushängeschildBei der Sportlerehrung machte Ludger Reuber deutlich, dass neben der Musik der Sport in Wenden ein Aushängeschild darstellt. In 33 Vereinen seien 7500 Mitglieder, davon zwei Drittel Kinder und Jugendliche engagiert. Sie erführen beim Sport Schlüsselqualifikationen für ihr späteres Leben. Neben dem gesundheitlichen Aspekt verwies Reuber auf soziale Kompetenzen und die Erfahrung an Grenzen zu gehen – und das alles noch mit Spaß an gemeinsamer Aktivität. Sein Dank galt allen Betreuern in den Vereinen.

Zum dritten Mal in Folge ehrte die Stadt Alexander Lind für herausragende Platzierungen bei den Deutschen Meisterschaften und den Westfälischen Meisterschaften bei 800- und 300-Meter-Läufen. Diana Mertin ertanzte sich beim Dance World Cup, der Weltmeisterschaft privater Ballettschulen gleich zwei Silbermedaillen. Die 13-Jährige wurde damit Wendener Sportlerin der Jahres 2017. Christel Dörschel, Katja Hinze-Thüs und Maria Lückert machten das Rennen als Mannschaft des Jahres. Mit ihrem zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathonlauf (Klasse W 35 - W 45) hatte das Trio der SG Wenden die Jury überzeugt.VdK: Jahrzehnte sozial engagiertNeben dem Frauenchor zeichnete Bürgermeister Bernd Clemens noch den VDK Ortsverband Wenden und Bruno Rademacher (SG Wenden) mit dem Bürgerpreis aus. Seit sieben Jahrzehnten „setzt sich der VdK-Ortsverband Wenden in unserer Gemeinde für Menschen ein, die auf der Schattenseite des Lebens standen“, hieß es in der Laudatio.

Wie groß immer noch das Bedürfnis Benachteiligter nach Hilfe ist, bewiesen die stetig steigenden Mitgliederzahlen des VdK, der mit 1850 Mitgliedern der größte Verein in der Kommune sei. Der Bürgermeister verwies auf eine Vielzahl von Beratungs- und Hilfsangeboten bei der Beantragung von Renten oder Versicherungsleistungen, aber auch auf die Pflege sozialer Kontakte und etliche Informations- oder Freizeitangebote.

Für ein viertel Jahrhundert herausragenden Engagements in der SG Wenden zeichnete Clemens Bruno Rademacher aus. Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Erfahrung und Zielorientierung seien die Merkmale Rademachers, der sich „für nichts zu schade“ sei. In den 25 Jahren als Geschäftsführer der SG Wenden habe er „Entscheidendes bewegt“ und damit den Sport in Wenden „deutlich geprägt.“Band TIL – Visitenkarte der GemeindeAußerhalb der offiziellen Ehrungen hob der Bürgermeister die junge Band TIL hervor. Clemens verwies auf die „Welt am Sonntag“, die im November 2017 die Band aus Wenden vorgestellt hatte, die von Schulen angefordert werden kann und dann kostenlos in Schulpausen auftritt. „Ist das nicht eine geniale Idee“, fragte die Sonntagszeitung. Sichtlich stolz war Clemens, dass diese Idee aus seinem Sprengel stammt. Dennis Wurm, Enis Gülmen und Jona Boubaus gelte sein Dank dafür, „dass ihr überall, wo ihr auftretet, eine gute Visitenkarte für die Gemeinde wenden abgebt.“

Eine musikalische Visitenkarte, die die etwa 200 Gäste des Neujahrsempfangs zum Mitklatschen bewegte, hinterließen sie auch mit einem kurzen Bühnenauftritt. Für Unterhaltung beim Neujahrsempfang sorgte zudem Christa Weigand, Teil des besonders im Siegerland bekannten Duos Weigand und Genähr. Die Comedian, die Wirsinggestecke kreiert und damit demnächst ein Lädchen in Siegen aufmachen will, beschäftigte sich mit den Tücken des Alltags und des ehelichen Zusammenlebens.

Sie zeigte die komischen Seiten des Alltags, hieß den Zuhörern des schelmisch den Spiegel vor und riet nicht zu jammern, sondern das Beste draus zu machen -  beste Unterhaltung und Anti-Frust-Therapie in einem. Christa Weigand lockerte das Programm auf, bevor es nach zwei Stunden bei Fingerfood zum gemütlichen Teil ins Foyer ging.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

Bildergalerie: Wenden lädt erstmals zum Neujahrsempfang