Nachrichten Politik
Wenden, 08. November 2018

Baugebiet „Obstwiese“

Mehr Wohnungen, aber keine Mietpreis-Deckelung

Die vier Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohneinheiten entstehen links - auf den Grundstücken 11, 12, 13 und 14.
Die vier Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohneinheiten entstehen links - auf den Grundstücken 11, 12, 13 und 14.
Screenshot Sitzungsvorlage Nr. X/965 der Gemeinde Wenden
Wenden. Die Gemeinde Wenden reagiert auf den hohen Bedarf an Wohnraum: In vier neuen Mehrfamilienhäusern im Baugebiet „Bergstraße/Obstwiese“ dürfen jeweils zwei Wohnungen mehr eingerichtet werden. Das hat der Rat am Mittwoch, 7. November bei drei Gegenstimmen der UWG beschlossen. Die ursprünglich angedachte Deckelung der Miete für bezahlbaren Wohnraum ist allerdings vom Tisch.

14 Grundstücke befinden sich dem Baugebiet, vier davon haben eine Fläche von mehr als 900 Quadratmetern. In den hier geplanten Mehrfamilienhäusern dürfen nun sechs Wohnungen geschaffen werden. Vier waren ursprünglich vorgesehen. Das sei jedoch nicht wirtschaftlich, argumentierten mögliche Investoren in der Zwischenzeit – mit Verweis auf gestiegene Baukosten und die vermietbare Fläche.

Durch die zwei zusätzlichen Wohnungen in jedem Haus erhöhten sich die „Gestaltungsspielräume“ für Geldgeber erheblich, heißt es in der Bauplan-Änderung der Gemeinde. Und damit auch die Möglichkeiten der Vermarktung. Die insgesamt acht zusätzlichen Wohnungen im Baugebiet würden lediglich zu einem „minimal erhöhten Verkehrsaufkommen“ führen. „Deckelung des Mietpreises leider nicht möglich“ An der Größe der Häuser soll sich nichts ändern, dafür fallen die Wohnungen kleiner aus. Damit reagiert die Gemeinde auf den großen Bedarf speziell für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte. Von dem angedachten Prinzip einer festgelegten Miete, um auch bezahlbaren Wohnraum garantieren zu können, hat sich die Verwaltung jedoch verabschiedet.

„Eine Deckelung des Mietpreises war leider nicht mehr möglich. Das ist ein rechtlich hochkomplexes Feld“, sagte der Beigeordnete Markus Hohmann nach der Ratssitzung auf LokalPlus-Anfrage. Wenn Angebote von Investoren für die Grundstücke bei der Gemeinde eingehen, wolle die Verwaltung die aufgerufenen Mietpreise aber als wichtiges Entscheidungskriterium ansehen. „Damit können wir das Ganze zumindest ein bisschen steuern“, so Hohmann.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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