Nachrichten Politik
Wenden, 06. Januar 2017

Stellungnahme der Ratsfraktion

Grüne erneuern Kritik an Wohncontainer-Standort in Hoffnung

Die Grünen haben ihre Kritik am Standort der Wohncontainer in Hoffnung erneuert.
Die Grünen haben ihre Kritik am Standort der Wohncontainer in Hoffnung erneuert.
Foto: privat
Hoffnung/Wenden. Bei vielen Bürgern sorgt die Wohncontainer-Anlage in der Ortschaft Hoffnung noch immer für Stirnrunzeln. Wie die Ratsfraktion der Grünen mitteilt, könnten viele Einwohner nach wie vor nicht verstehen, warum die drei Container gerade an diesem Standort aufgestellt wurden. Aus diesem Grund haben die Grünen folgende Presseerklärung verfasst, in der sie ihre Kritik an der Lage der Anlage sowie an der politischen Entscheidungsfindung erneuern.

„Die Anlage mit den drei Wohncontainern ist mit fast 1.100.000 Euro zu teuer, ungünstig direkt an der L 512 gelegen und für eine Integration der Menschen nicht geeignet. Eine Alternative zur Unterbringung der Asylbewerber wurde dem Rat von der Verwaltung vorgeschlagen, aber vom damaligen Bürgermeister Peter Brüser und den drei anderen Fraktionen kurzfristig verworfen.

Eine Entscheidung mit wesentlichen Auswirkungen wurde in der Ratssitzung am 02.09.2015, der letzten Sitzung unter dem Vorsitz von BM Peter Brüser, getroffen. Unter Punkt 10 „Standorte Asylbewerberunterkünfte“ wurden Standorte in Hünsborn, Ottfingen und sowie in Rothenborn/Hoffnung zur Abstimmung aufgerufen. Massivhäuser als sinnvollere Option Die Verwaltung hatte die Standorte Rothenborn und Hoffnung geprüft und eine Errichtung eines Standortes in Rothenborn – auch aufgrund geringerer Erschließungskosten – in Massivbauweise vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde von uns GRÜNEN befürwortet, da wir einerseits immer wieder dafür plädiert haben, aus Kostengründen keine Wohncontainer,  sondern Massivhäuser zu errichten, und andererseits Massivhäuser besser akzeptiert und dadurch die Bewohner besser integriert werden können. Zum Vergleich: Massivhäuser kosten zwar durchschnittlich 120.000,- € mehr als ein Container, haben aber eine Nutzungsdauer von über 80 Jahren gegenüber einer 15-jährigen Nutzungsdauer eines Containers.

Jedoch machte die Verwaltung in der besagten Sitzung im September 2015 eine Kehrtwendung. Nicht Rothenborn, sondern Hoffnung wurde ohne die Nennung näherer Gründe als Standort für die Asylbewerberunterkunft vorgeschlagen. Leider wurde dieser Vorschlag von den anderen Fraktionen nicht konsequent hinterfragt, sodass nur wir Grünen große Bedenken äußerten und gegen diesen Standort stimmten. „Keine weiteren Wohncontainer“ Basierend auf diesen Erfahrungen haben wir in unserem Zukunftsplan für die Gemeinde Wenden, der im Februar 2016 vorgestellt wurde, unter Punkt 5 festgehalten: „Zukünftig werden keine weiteren Wohncontainer mehr in der Gemeinde Wenden aufgestellt. Stattdessen werden leerstehende Immobilien genutzt oder Massivhäuser gebaut. Diese haben bei ähnlichen Investitionskosten eine vier Mal längere Lebensdauer und sind für die Integration von Flüchtlingen besser geeignet.“ 

Zunächst war nur ein Wohncontainer für den Standort Hoffnung angedacht. Erst als man merkte, wie hoch die Erschließungskosten waren, entschied man sich aus Kosten-/ Nutzengründen dafür, zwei weitere Container aufzustellen.
(LP)

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