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Wenden, 07. Dezember 2017

Nach erneuter Prüfung

Gemeinde Wenden: Neue Gewerbeflächen in Hünsborn und Ottfingen sind alternativlos

Neue Gewerbeflächen in Hünsborn und Ottfingen alternativlos
Symbolfoto: Stefan Krüger
Wenden. Zehn Hektar oberhalb des Sportplatzes in Hünsborn, fünf Hektar westlich der Firma Berker in Ottfingen: Diese Areale sind die einzigen in der Gemeinde Wenden, die für den kurz- bis mittelfristigen Bedarf bei der Schaffung neuer Gewerbeflächen infrage kommen. Das ist das Ergebnis einer Alternativenprüfung. Jetzt soll die Verwaltung in Verhandlungen mit den jeweiligen Grundstückseigentümern treten. Diesen Beschluss hat der Bau- und Planungsausschuss am Mittwochabend, 6. Dezember, bei einer Gegenstimme gefasst.

Rückblick: Einen Bedarf an Gewerbeflächen von insgesamt 15 Hektar hat die Bezirksregierung Arnsberg der Gemeinde Wenden für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans zugesprochen. 15 Flächen ließ die Kommune daraufhin nach den Vorgaben des Landesentwicklungsplans und nach den „harten Kriterien“ Umwelt, Verkehr und Entwässerungsmöglichkeit prüfen. Ergebnis: Einzig die genannten Flächen in Hünsborn und Ottfingen sind kurz- und mittelfristig, das heißt in den nächsten zehn bis 15 Jahren, ohne Einschränkungen entwickelbar.

Das bestätigte auch die Alternativenprüfung, die die Gemeinde nach massiven Beschwerden aus beiden Ortsteilen in Auftrag gegeben hatte. Vor allem in Hünsborn stoßen die Pläne für die Schaffung neuer Gewerbeflächen an der Siegener Straße oberhalb des Sportplatzes, auch als „Hünsborn-West“ bezeichnet, auf erbitterten Widerstand. Anfang November hatten 1222 Einwohner eine Petition unterzeichnet, die sich gegen das geplante Gewerbegebiet richtet, weil dieses ein höheres Verkehrsaufkommen, mehr Lärm, einen „gravierenden Einschnitt“ in die Natur und damit auch verminderte Lebensqualität bedeute (LokalPlus berichtete). Gutachten widerlegen Hünsborner Einwände Befürchtungen und Einwände, die die Gemeinde Wenden durch Gutachten widerlegt sieht. Der „Mehrverkehr auf der Siegener Straße (in Höhe Kirche)“ bedeute rund 500 Fahrzeuge mehr pro Tag, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ein Wert, der „keinen negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Strecke“ haben werde.

Aus einem Lärmgutachten gehe zudem hervor, dass „keine Auswirkungen auf die bestehenden Wohnbauflächen“ zu erwarten seien, zumal der Emissionsschwerpunkt des geplanten neuen Gewerbegebiets in rund 800 Metern Entfernung zur Wohnbebauung errichtet werden würde. Auch der Schalldruckpegel würde weiterhin unter dem zulässigen Richtwert liegen. Außerdem könne in „Hünsborn-West“ kein „schutzwürdiger Naturraum“ vorgefunden werden. Ottfingen: Erweiterung schon 2005 geplant In Ottfingen dagegen hätte sogar schon längst ein Gewerbegebiet entstanden sein können, gibt die Gemeinde zu bedenken. 2005 sei bereits die Erweiterung der gewerblichen Baufläche westlich der Firma Berker auf einem drei Hektar großen Gebiet beschlossen worden. Die Kommune habe damals zudem 1,3 Hektar Fläche angekauft. Allerdings seien die Pläne notgedrungen zunächst auf Eis gelegt worden, weil Interessenten abgesprungen seien.

Nach der Beschlussempfehlung des Bauausschusses, dass die Verwaltung Kontakt mit den Eigentümern der Flächen in Hünsborn und Ottfingen aufnehmen soll, muss der Rat am 13. Dezember eine endgültige Entscheidung treffen.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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