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Wenden, 15. Dezember 2016

Grundschule Hünsborn findet keinen Schulleiter mit römisch-katholischer Konfession

Eltern entscheiden über Änderung zur Gemeinschaftsschule

Wendens Bürgermeister Bernd Clemens (links) sprach sich deutlich dafür aus, die Eltern über eine Änderung der Schulform entscheiden zu lassen.
Wendens Bürgermeister Bernd Clemens (links) sprach sich deutlich dafür aus, die Eltern über eine Änderung der Schulform entscheiden zu lassen.
Foto: Stefan Krüger
Wenden. Die katholische Grundschule in Hünsborn sucht weiter nach einem Schulleiter. Der Rat der Gemeinde Wenden hat am Mittwoch, 14. Dezember, einen Beschluss mit deutlicher Mehrheit unterstützt, der den Kreis der Bewerber und somit die Chance auf eine Besetzung der Stelle deutlich erhöhen könnte: Die Eltern der knapp 130 Schulkinder, die die Grundschule in Hünsborn besuchen, haben im kommenden Jahr die Möglichkeit, über eine Änderung der Schulart abzustimmen.

„Die Stellenausschreibung war bisher ohne Erfolg“, sagte Bürgermeister Bernd Clemens. „Es gab einen Bewerber, der aber aufgrund seiner Konfession nicht genommen werden konnte.“ Eine Lösung für dieses Problem könnte darin liegen, die Einrichtung von einer Bekenntnis- in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln.

Das Schulgesetz sieht vor, dass Lehrkräfte an Bekenntnisschulen grundsätzlich der gleichen Konfession angehören müssen. Es gebe aber aktuell keine Möglichkeit, die Schulleiterstelle an der katholischen Grundschule in Hünsborn mit einem Bewerber zu besetzten, der einer anderen Konfession als der römisch-katholischen angehöre, so Clemens in seiner Stellungnahme zum Prüfungsantrag der CDU. In einer Gemeinschaftsschule dürften hingegen auch Bewerber in Betracht gezogen werden, die dem evangelischen Glauben angehören. Debatte über mögliche Signalwirkung „Wenn die Chance besteht, auf diese Weise einen Schulleiter zu bekommen, dann ist das im Interesse der Kinder“, sagte CDU-Fraktionschef Hubertus Zielenbach zu Beginn einer Debatte, in der auch vonseiten einiger Ratsmitglieder Bedenken über die Signalwirkung einer solchen Änderung geäußert wurden. UWG-Fraktionschef Ulrich Heinrich wies darauf hin, dass sich das Problem auch von selbst lösen könnte, wenn die Landesregierung die Gehälter für Schulleiter anheben und damit die Attraktivität von Schulleiterposten für Bewerber steigen würde.

Jürgen Geis (CDU) betonte, dass der Schritt ins Zeitalter der Ökumene passe. Bürgermeister Clemens versicherte, dass nach einem Wechsel der Schulart in der Schule nach wie vor nach christlichen Bildungs- und Kulturwerten unterrichtet werde. „Am Lehrplan wird sich nichts ändern, und es werden auch keine Kreuze abgenommen“, betonte er. Da die Schule seit fast drei Jahren ohne Schulleiter sei, sei es an der Zeit, die Chancen für eine Besetzung der Stelle zu verbessern. Sieben Gegenstimmen „Wir wollen uns nachher nichts vorwerfen lassen“, sagte Zielenbach. „Warum also nicht die Eltern basisdemokratisch über die Änderung entscheiden zu lassen?“, fragte Clemens schließlich die anwesenden Ratsmitglieder. Diese stimmten dem Antrag schließlich bei sieben Gegenstimmen und acht Enthaltungen zu.

Es ist noch unklar, wann die Eltern-Abstimmung stattfinden wird. Damit die Schulart erfolgreich gewechselt werden kann, müssen mehr als 50 Prozent der Eltern der Grundschule Hünsborn für ebendiese Änderung votieren.
Ein Artikel von Stefan Krüger

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