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Wenden, 29. Dezember 2016

Bürgermeister Bernd Clemens blickt zuversichtlich nach vorn

"Besinnen wir uns auf unsere inneren Stärken"

Wendens Bürgermeister Bernd Clemens im LokalPlus-Interview.
Wendens Bürgermeister Bernd Clemens im LokalPlus-Interview.
Foto: Volker Lübke
Von Volker Lübke
Redaktion
Als er im Frühjahr 2015 seine Kandidatur erklärte, war die Agenda für den heutigen Wendener Bürgermeister weitgehend klar. Doch noch im Wahlkampf sollte einiges anders werden. Nun neigt sich sein erstes volles Amtsjahr dem Ende entgegen. LokalPlus hat mit Bernd Clemens gesprochen über seine Pläne und Visionen als Bürgermeisterkandidat und was er daraus gemacht hat, über das Jahr 2016 und seine Wünsche und Hoffnungen für das kommende Jahr.

„Ich würde es auf jeden Fall wieder tun“, sagt der 49-Jährige. Es ist unübersehbar, dass der Gerlinger in seiner Rolle voll aufgeht. Dabei sind es doch eigentlich drei Jobs, die er als Bürgermeister unter einen Hut bringen muss. Wie gehen die Rollen als Verwaltungschef, politischer Bürgermeister und Repräsentant der Gemeinde zusammen? Wie oft müssen Sie einen Spagat machen?

„Eigentlich gar nicht“, sagt Clemens: „Das geht gut zusammen. Meine Sekretärin, Melanie Kühr, hat die Geschäfte ja schon lange im Griff.“ Früher, als Verwaltungsmitarbeiter, habe er seine Termine selber gemacht. „Es war schon eine Herausforderung, dass das nun anders ist.“ Spannende Wechsel zwischen drei Rollen Bei den verschiedenen Rollen des Bürgermeisters sieht Bernd Clemens rein aufwandsmäßig eine klare Gewichtung: „70 Prozent meiner Tätigkeit erfolgen hier im Rathaus, in der Verwaltung. Zu etwa 20 Prozent bin ich als Repräsentant der Gemeinde unterwegs – was mir großen Spaß macht.“ Vom Wirtschaftsforum zur Goldenen Hochzeit, vom Vereinsjubiläum zur Schulveranstaltung – gerade die Vielfalt bereite ihm große Freude. „Man wird ernst und auch bei kleineren Anlässen wahrgenommen – das tut oftmals auch gut.“ Der Anteil der Moderation in der Politik sei eher gering, so Clemens. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, Gespräche mit den Politikern zu führen, zu versuchen Mehrheiten zu finden und um Verständnis für die eigene Position und die der Verwaltung zu werben.

Bernd Clemens erinnert sich noch gut an den Start in die Bürgermeisterkandidatur: „Zentraler Schwerpunkt war und ist die Entwicklung der Gemeinde Wenden.“ Das bedeutet für ihn, „den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern und den Wohnort zu stärken, indem wir weitere Wohngebiete schaffen“. Clemens sieht Vorhaben auf einem guten Weg Ob er von diesen Zielen bereits etwas erreicht habe? Die Zahl neuer oder gesicherter Arbeitsplätze lässt sich kaum beziffern, schon gar nicht hinsichtlich des Handelns eines einzelnen. Insgesamt sieht der Bürgermeister seine Vorhaben auf einem guten Weg. „Ich habe bereits bei der Haushaltseinbringung angekündigt, dass wir uns in den Bereichen Wirtschaftsförderung und Stadtplanung personell verstärken werden.“ – „Neue Baugebiete bleiben auch 2017 ein zentrales Thema in Wenden“, blickt Clemens zuversichtlich nach vorn. „Wir haben alle Vorbereitungen dafür getroffen, jetzt geht es an die Umsetzung.“

Kaum waren die Vorhaben 2015 skizziert, tat sich eine neue Herausforderung für den angehenden Bürgermeister auf. Hat das Thema Flüchtlinge Ihr Konzept über den Haufen geworfen? „Es hat die Schwerpunkte verschoben“, sagt Clemens. „Bei meiner Amtseinführung am 21. Oktober 2015 war der zweite Tagesordnungspunkt im Gemeinderat die Schließung der Turnhalle Rothemühle und deren Nutzung als Notunterkunft. Das war nicht einfach.“ Unmögliches wurde möglich - dank der Ehrenamtler Wie sind Sie mit der Situation in Sachen Zuwanderung bzw. Zuweisung von Flüchtlingen umgegangen? „Es galt, alle Kräfte im Haus zu mobilisieren, um das Unmögliche möglich zu machen. Das hat viel Kraft und Nerven gekostet. Als dann vor genau einem Jahr der Zustrom abebbte, hatten wir viel mehr Wohnraum geschaffen, als tatsächlich gebraucht wurde. Das hilft uns jetzt.“

„Ich habe es als wichtige Aufgabe für mich gesehen, bei der Bevölkerung um Verständnis zu werben.“ Dass die Aufnahme so vieler Flüchtlingen und auch die Akzeptanz bei den Wendenern letztlich gelungen sei, haben vor allem die vielen ehrenamtlichen Helfer möglich gemacht, bedankt sich Clemens ausdrücklich.
Die Eröffnung der Wendschen Kärmetze war für den Bürgermeister ein besonderer Höhepunkt.
Und persönlich? Was war Ihr Highlight 2016, Herr Clemens? „Emotional hat mich die Eröffnung der Kirmes am meisten gepackt. Ich bin eben ein Kirmeskind. Das war schon toll, vom Riesenrad aus die Sache zu starten.“

Wirklich schwierige Situationen gab es für den Bürgermeister im zu Ende gehenden Jahr natürlich auch. „Ich wusste ja vorher, dass es kein Zuckerschlecken würde.“ Er schaue aber immer lieber nach vorne, womit wir bei seinen Wünschen für 2017 wären: „Ich hoffe, dass der Zusammenhalt in der Bevölkerung angesichts des Sicherheitsbedürfnisses und der Lage in der Welt nicht zerbricht.“ Bernd Clemens ist einigermaßen zuversichtlich, dass das funktioniert, „wenn wir uns auf unsere inneren Stärken besinnen, uns auch an kleinen Dingen freuen und versuchen ein ganz normales Leben zu führen.“
Ein Artikel von Volker Lübke

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