Nachrichten Politik
Olpe, 17. November 2017

Abstimmung im Dezember

Städtisches Gymnasium Olpe will zum G9-Abitur zurück

Holger Köster (Schulleiter des SGO) und Britta Inden (stellvertretende Schulleiterin) freuen sich auf die Rückkehr des G9-Abiturs.
Holger Köster (Schulleiter des SGO) und Britta Inden (stellvertretende Schulleiterin) freuen sich auf die Rückkehr des G9-Abiturs.
Foto: Christine Schmidt
Olpe. Auch am Städtischen Gymnasium ist man sich einig: Das Abitur nach neun Jahren soll wiederkommen. Bei einer Pressekonferenz am Freitag, 17. November, hat sich die Schulleitung deutlich für eine Rückkehr zu G9 ausgesprochen.

Die Tendenz zum Abitur nach neun Jahren sei ganz klar zu erkennen, erklärte Schulleiter Holger Köster. Bei einer Befragung des Schulgremiums, das aus 18 Eltern, Lehrern und Schülern besteht, gab es nur eine Gegenstimme für die Variante nach neun Jahren. Im Dezember soll der entsprechende Beschluss bei einer Schulkonferenz folgen. „G8 ist bei den Leuten einfach nicht sehr glücklich angekommen“, sagte Köster. Aus diesem Grund bezweifelt er auch, dass sich bei der Abstimmung eine Mehrheit für das sogannte „Turbo-Abi“ aussprechen wird.

Die Schulleitung des Gymnasiums sieht in dem Abitur nach 13 Jahren viele Vorteile für die Schüler. Damit gäbe es wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten, und durch die „Entzerrung der Stoffdichte“ im Unterricht ergebe sich ein besserer Lerneffekt, fügte Britta Inden hinzu. Von der Rückkehr zu G9 würden auch Vereine profitieren, weil es durch das zusätzliche Schuljahr weniger Nachmittagsunterricht gebe und somit wieder mehr Freizeit für die Jugendlichen. Persönlichkeitsentwicklung kommt zu kurz Das größte Problem, das Schulleiter Köster bei dem verkürzen Abitur sieht, ist die persönliche Entwicklung der Schüler. Denn teilweise seien die Jugendlichen schon mit 17 Jahren an einer Universität - zu einem mit Blick auf die Reife zu frühen Zeitpunkt. „Für die Persönlichkeitsentwicklung gibt es eben keinen Turbo-Schalter.“

Ein weiterer Vorteil, den die Schulleitung sieht, ist die Möglichkeit, die Schule wieder nach Klasse zehn abzuschließen und somit die mittlere Reife zu erreichen. Für leistungsstarke Schüler wird es voraussichtlich dennoch die Möglichkeit geben, die elfte Klasse zu überspringen, um so ein verkürztes Abitur zu erlangen. Alle anderen können sich auf eine Entschleunigung des Schulalltags freuen. „Der Zeitdruck war schon spürbar und man musste intensiver arbeiten“, so Inden. Personal aufstocken Mit G9 kommen aber auch gleichzeitig erneute Veränderungen auf die Schulen zu: Köster erklärt, dass vor allem der Raumbedarf steigen werde, schon jetzt hat das SGO eine Raumknappheit. Hinzu kommt, dass auch teilweise neue Bücher angeschafft werden müssen. Ebenso müsse das Personal um fünf bis sechs Stellen aufgestockt werden, schätzt er.

Das SGO will zum Schuljahr 2019/2020 auf G9 umschwenken, auch die Lehrpläne greifen ab diesem Zeitpunkt. Das bedeutet, dass die Kinder, die derzeit die vierte Klasse besuchen, wieder ihr Abitur nach 13 Jahren machen können. Denn: Die jetzigen Viertklässler, die im Schuljahr 2019/2020 die sechste Klasse besuchen, werden rückwirkend in die G9-Reihe integriert. Infoveranstaltung am SGO Das SGO lädt alle Eltern und Viertklässler für Samstag, 25. November, zu einer Informationsveranstaltung ein, die um 10 Uhr im Forum des Städtischen Gymnasiums beginnt. Während die Eltern umfassend über das Unterrichtsangebot am SGO und insbesondere über die Rückkehr zu G9 informiert werden, lernen die Viertklässler bei einem Rundgang mit Schnupperunterricht in verschiedenen Fächern die Schule kennen. Außerdem wird eine Betreuung für Geschwisterkinder angeboten.

Ebenfalls findet an dem Tag eine Informationsveranstaltung für die Seiteneinsteiger in die Oberstufe statt, die um 10.30 Uhr in der Aula des Pestalozzi-Gebäudes beginnt.
Ein Artikel von Christine Schmidt

Bildergalerie: Städtisches Gymnasium Olpe will zum G9-Abitur zurück