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Olpe, 14. September 2018

Kooperation mit der Uni Siegen

Sekundarschule Olpe testet neue Unterrichtskonzepte

Sekundarschul-Rektorin Claudia Limper-Stracke mit Olpes Bürgermeister Peter Weber (2. von links) sowie Prodekan Thomas Seeger und Prof. Dr. Ingo Witzke von der Uni Siegen.
Sekundarschul-Rektorin Claudia Limper-Stracke mit Olpes Bürgermeister Peter Weber (2. von links) sowie Prodekan Thomas Seeger und Prof. Dr. Ingo Witzke von der Uni Siegen.
Foto: Rüdiger Kahlke
Olpe. Gute Stimmung und strahlende Gesichter im Forum der Sekundarschule: Am Donnerstagnachmittag, 13. September, haben Schulleiterin Claudia Limper-Stracke sowie für die Uni Siegen Prodekan Thomas Seeger und Prof. Dr. Ingo Witzke einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Für beide Seiten war das eine Premiere.

Mit dem Vertrag soll die seit gut einem Jahr praktizierte Zusammenarbeit im Bereich Didaktik der Mathematik auf ein festes Fundament gestellt und auf die MINT-Fächer ausgedehnt werden. In einem Gemeinschaftsprojekt hatten Mathe-Lehrerin Birgitta Marx und der Fachbereich der Uni Siegen mit Prof. Witzke ein Konzept für den Unterricht mit 3-Druckern erprobt. Wissenschaftlich begleitet hat die Umsetzung in der Schule Felicitas Pielsticker, die ihre Erkenntnisse in einer Doktorarbeit zusammenfasst. Ziel: Voneinander lernen „Gemeinsam neue Wege gehen“ sei das Motto der Kooperation zwischen dem Fachbereich mathematische Didaktik der Uni und der Schule. Der Einzug neuer Medien in den Unterricht spiele dabei eine bedeutende Rolle. Ausgehend von der Frage „Bildet der Einsatz von 3-D-Druck einen Mehrwert für den Unterricht?“ habe die Schule „pragmatisch nach Möglichkeiten gesucht, der Forschung in der Schule Raum zu geben, ohne unsere Unterrichtsvorgaben aus dem Auge zu verlieren“, sagte Claudia Limper-Stracke. Ziel sei es gewesen, „in der gemeinsamen täglichen Arbeit voneinander zu lernen“. Forschung und Pädagogik sollten voneinander profitieren.
Claudia Limper-Strack bei der Vertragsunterzeichnung.
Wissenschaftliches Personal im Hause zu haben, aber auch Lehrkräfte, Eltern und Schüler, die neuen Projekten „neugierig und aufgeschlossen gegenüber stehen“, bezeichnete die Schulleiterin als Glücksfall. Ihr Dank galt auch dem Schulträger, der „ohne mit der Wimper zu zucken“ mit der Schule ein MINT-Büro eingerichtet und einen 3-D-Drucker angeschafft habe. Eine Lernumgebung zu schaffen, die die Neugier der Schüler wecke und es ihnen ermögliche, in Zusammenhängen zu lernen, gehöre zu den pädagogischen Leitlinien der Schule.
Die Schüler hatten ein Rahmenprogramm vorbereitet für den feierlichen Akt.
Die MINT-Bildung sei der Schule ein besonderes Anliegen. „Wir freuen uns auf die neuen Ideen und Projekte, die Schule für unsere Schülerinnen und Schüler und auch für uns zu einem spannenden Ort machen und das erfolgreiche Lernen fördern“, sagte Claudia Limper-Stracke. „Guten Ruf erarbeitet“ In seinem Grußwort hatte Olpes Bürgermeister Peter Weber eingangs darauf hingewiesen, dass die Sekundarschule noch eine junge Schule sei, deren Eingangsklassen erst im nächsten Jahr ihren Abschluss machen. Er freue sich über die engagierte Arbeit an der Schule, die zum festen Bestandteil der Olper Schullandschaft geworden sei und sich in kurzer Zeit einen guten Ruf erarbeitet habe. „Das liegt auch an den guten Kooperations-Projekten“, so Weber im Gespräch mit LokalPlus. Angesichts der Zusammenarbeit mit der Uni, aber auch mit Industrie und Handwerk bescheinigte er der Sekundarschule, gut aufgestellt zu sein.

Mit dem Vertrag werde die Zusammenarbeit institutionalisiert, so Prof. Dr. Ingo Witzke. Damit könne auch der Teilstandort Drolshagen in die Projekte einbezogen werden. Chancen für gemeinsame Fortbildungen, Workshops und Seminare sieht Felicitas Pielsticker, die das Drucker-Projekt wissenschaftlich begleitet hat. Durch den intensiven Austausch könnten Erfahrungen weitergegeben werden. Für Studierende eröffne die Zusammenarbeit die Möglichkeit theoretisches Wissen in der Praxis umzusetzen oder zu testen. Mehrwert für Schüler „Neue Inputs, neue Ideen“, sah Mathe-Lehrerin Birgitta Marx als Vorteil der engen Zusammenarbeit zwischen Sekundarschule und Uni. Sie hatte den Austausch zwischen Uni und Schule eingestielt. Trotz zusätzlichen Aufwandes würde sie das „jederzeit wieder machen.“ Auch für die Schüler biete die Kooperation einen Mehrwert. Der Umgang mit den neuen Medien sei eine gute Vorbereitung auf viele Berufsfelder. Und: eine Klausur kann bei der Arbeit mit 3-D-Druckern durch eine praktische Prüfung ersetzt werden. Auch das habe zu den guten Noten am Ende Schuljahres beigetragen.
Gemütlich ging es nach der Vertragsunterzeichnung und den Ansprachen zu.
Die Arbeit mit neuen Medien soll forciert werden. Über den Mathe-Unterricht hinaus sind auch Arbeitsgemeinschaften geplant, „damit möglichst viele Schüler mit 3-D arbeiten können“, skizziert Birgitta Marx die weiteren Pläne.

Am Donnerstag wurde aber erstmal gefeiert. Beim Stehimbiss mit „wunderbaren Kooperationstorten und Kooperations-Kanapees“, zu denen Claudia Limper-Stracke nach einer magischen Vorführung der Gestaltungs-AG und einer musikalischen Ouvertüre der Schüler eingeladen hatte.
Kurz & knapp: Der Vertrag

Der Kooperationsvertrag läuft zunächst über drei Jahre.

Ziel ist es, die Bildungslandschaft nachhaltig zu stärken.

Durch den Vertrag ist die Sekundarschule in das Mintus-Projekt, den Forschungsverbund der MINT-Didaktiken an der Uni Siegen, eingebunden.

Der Verbund agiert international und arbeitet dabei auch mit der Uni Hanoi (Vietnam) zusammen.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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