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Olpe, 08. November 2016

Bauausschuss diskutiert über Kosten und Details / Entscheidung am 10. November

Rathaus Olpe: Neubau wirtschaftlicher als Sanierung

Rathaus Olpe: Neubau wirtschaftlicher als Sanierung
Foto: Rüdiger Kahlke
Olpe. Sanierung oder Rathaus-Neubau? Entschieden wurde nichts im Ausschuss Umwelt, Planen, Bauen. Hier sollten am Montagnachmittag noch ausstehende Fragen geklärt werden. Abgestimmt wird aber erst in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag, 10. November. Christian Hohn (Grüne) würde lieber die Bürger entscheiden lassen. Er brachte er einen Ratsbürgerentscheid ins Gespräch. Hohn sah die versprochene Bürgerbeteiligung im Vorfeld der Entscheidung als nicht ausreichend an.

Zweieinhalb Stunden lang informierten externe Experten und die Verwaltung die Ausschussmitglieder über Fragen zum Standortauswahlverfahren für das neue Olper Rathaus. Der Ratssaal voll besetzt, das Bürgerinteresse groß. Kosten und Details einer Sanierung des bestehenden Rathauses kamen zur Sprache. Laut Thomas Mandt von der Kölner Beratungsgesellschaft VBD summieren sich die Sanierungskosten auf rund 11,7 Millionen Euro. Enthalten sind darin ca. 1,2 Millionen Euro für die zeitweise Auslagerung von Büros. Hinzu kämen Instandhaltungskosten von geschätzten 4,4 Millionen Euro in den nächsten 20 Jahren. Mandt machte deutlich, dass trotz dieser Kosten kein Standard erreichbar sei, wie er heute üblich sei. Das gelte insbesondere für Barrierefreiheit und Klimatisierung des Gebäudes. Experten rücken Stadtentwicklung in den Fokus Dominik Geyer vom Kölner Büro Janzen (Stadt- und Regionalplanung) lenkte den Blick auf die städtebauliche Entwicklung. Das Rathaus bilde nicht den Stadtkern, sondern stelle eine „Eingangssituation“ in die Stadt dar. Hier müsse eine attraktive Verbindung zwischen dem bisherigen Stadtkern und den neuen Einzelhandelsangeboten im Bahnhofsumfeld geschaffen werden. Geyer zeigte Möglichkeiten auf, wie das mit dem Rathaus am derzeitigen oder an einem neuen Standort aussehen könnte. Mit Skizzen einer Promenade samt Wohnbebauung an der Bigge präsentierte er nunmehr öffentlich, was der interfraktionelle Arbeitskreis „Rathaus“ schon kannte: Ideen für neue Olper Perspektiven. Wohnen am Wasser sei hoch attraktiv, warb er für die Idee.
Großes Interesse in der Bürgerschaft fand die Ausschuss-Sitzung, in der es um die Standortauswahl für das Rathaus ging.
In der Fragerunde ging es anschließend um mögliche Fördermöglichkeiten für eine Rathaus-Sanierung, die den städtischen Aufwand senken würden. SPD-Fraktionschef Volker Reichel drängte darauf, dass die Verwaltung bis zur Entscheidung des Stadtrats Informationen hierzu einholen solle. Die Technische Beigeordnete Judith Feldner verwies darauf, dass sich die Förderbedingungen laufend änderten. Sie könne nur Aussagen zu den Konditionen für 2017 machen. Die seien möglicherweise bis zum Sanierungsbeginn irrelevant. Manche beklagten, dass alternativ die Kosten für Sanierung oder Neubau immer noch nicht klar seien, oder wollten wissen, was der Bürger von einem neuen Rathaus habe. Neubau bringt mehrere Vorteile Thomas Mandt verwies auf die Wirtschaftlichkeit eines Neubaus, bessere Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter der Verwaltung, eine flexiblere Nutzung bei Änderung der Verwaltungsaufgaben, aber auch auf Entwicklungschancen für die Stadt. Dominik Geyer betonte, dass auch ein saniertes Rathaus früher oder später abgängig wäre. „Wo wollen wir dann hin, wenn das Rathaus abgängig ist?“, fragte Judith Feldner. Die Flächen dahinter seien zu wertvoll, um sie jahrelang freizuhalten.

Bei den Zuhörern im Ratssaal gab es durchaus Sympathie für einen Neubau und eine Bigge-Promenade mit Wohnbebauung. Einer forderte gar noch mehr Möglichkeiten, „attraktiver zu werden“. Auf welchem Weg, das entscheiden die Stadtverordneten am Donnerstag.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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