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Lennestadt, 14. Juni 2017

Neustrukturierung der Grundschullandschaft

Schulverbund Elspe-Oedingen: Elternvertreter betonen "Schlüsselrolle"

Schulverbund Elspe-Oedingen: Elternvertreter betonen
Symbolfoto: © Syda Productions / Fotolia
Elspe. Die angekündigte Neustrukturierung der Grundschulverbünde in Lennestadt zum Schuljahr 2018/19 bleibt ein vieldiskutiertes Thema, vor allem an jeweiligen Schulstandorten. Jetzt melden sich die Elternvertreter der St. Jakobus Grundschule Elspe öffentlich zu Wort: Sie weisen in einer Stellungnahme auf die „Schlüsselrolle“ des Schulverbundes Elspe-Oedingen hin und sprechen sich gegen eine Einzügigkeit aus. Die Stellungnahme im Wortlaut:

„Dieses Papier stellt den Wunsch der Elternvertretung der Grundschule Elspe (in enger Absprache mit Eltern) dar. Wir möchten klar Stellung beziehen und uns für zentrale, starke Schulstandorte in Lennestadt aussprechen. Für uns ist das die sinnvollste, einzig langfristig funktionierende Lösung. 

 Elspe nimmt eine Schlüsselrolle ein, denn in vier der nächsten fünf Jahre hat man die stärksten Jahrgänge in ganz Lennestadt zu verzeichnen. Jede Überlegung, einen Jahrgang aufzuteilen und somit diesen Standort einzügig zu machen, sehen wir nicht als denkbare Option an, schon allein unter dem Gesichtspunkt, dass hierfür einzelne Elsper Kinder aus Ihrem bestehenden Umfeld ausgegrenzt werden, nur um die Schülerzahl in einem benachbarten Standort zu erhöhen. Außerdem hat ein Abzug von Schülern die Folge einer einzelnen, extrem großen Klasse, die ein effektives Lernen nur schlecht möglich macht und eine große Belastung für Kinder und Lehrer darstellt. Integrativer Unterricht (Inklusion) ist in diesen großen Klassen fast nicht mehr möglich, wenngleich von der Politik gefordert. Außerdem muss die Barrierefreiheit gegebenenfalls an beiden Standorten eingerichtet werden und Unterrichtsmaterial doppelt angeschafft werden. "Aufwand des Schulwegs in erträglichem Maß" Eine große Schule in Elspe hat den Vorteil, dass sowohl die Gemeinschaft in Elspe bestehen bleibt und die Kinder aus Oedingen, wiederum geschlossen, an dieser Gruppe teilhaben. Die zentrale geografische Lage hält den Aufwand des Schulwegs für viele Eltern und Kinder umliegender Dörfer in erträglichem Maß. Versetzen Sie sich in die Lage von Eltern, deren Kinder z.B. von Sporke nach Oedingen gebracht werden sollen: Werden sie nicht den Drang haben, gegebenenfalls den Schulverbund überhaupt nicht zu berücksichtigen und Ihre Kinder alternativ in Grevenbrück einzuschulen? Was bedeutet das für andere Einrichtungen, z.B. Vereine und Kindergärten? Darüber hinaus können durch zentrale Organisation an einem Standort notwendige Einrichtungen wie Sportanlagen, Pausenspielmöglichkeiten, Hausmeister etc. an einer Stelle konzentriert werden - eine Möglichkeit Kosten zu sparen. Diese Konzentration erleichtert die Organisation einer Schule, es gibt eine gestärkte Schulleitung ohne tägliches Pendeln, gute Möglichkeiten bei Vertretungsregelungen, außerschulische Aktivitäten wie AG’s oder Ausflüge, Betreuungsangebote, ein großes Kollegium mit der Möglichkeit, parallel zu arbeiten und somit individuell zu differenzieren.

Außerdem wird es bei Aufrechterhaltung vieler grenzwertig ausgelasteter Teilstandorte immer wieder die selben Diskussionen und damit verbundene Unruhen geben. Viel sinnvoller wäre es somit unserer Meinung nach, einen starken Standort zentral in Elspe zu installieren. Als Folge stünden hier zwar tiefgreifende Umbaumaßnahmen und Erweiterungen an, aber hier kann ein tolles Schulzentrum mit vielfältigen Möglichkeiten geschaffen werden, wahrscheinlich ist hier sogar eine offene Ganztagsschule möglich. Dies wäre hinsichtlich der sowieso anstehenden Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen an den Elsper und Oedinger Gebäuden auch unter finanziellen Gesichtspunkten ein günstiger Zeitpunkt für diese Entscheidung. "Schnell und eindringlich an die Politik" Nun liegt es also an uns, liebe Eltern der zukünftigen, jetzigen und ehemaligen Schulkinder, schnell und eindringlich unseren Standpunkt zu diesem Thema an die Politik weiter zu geben. Wir möchten hiermit noch einmal klarstellen, dass es uns wichtig ist, Ihnen mitzuteilen, dass wir einzig und allein zum Wohle aller Kinder handeln möchten.

Wir bitten Sie nun, sich zahlreich an dieser Unterschriftenaktion zu beteiligen und damit Ihre Stimme für den zentralen Schulstandort Elspe abzugeben. Gern sollen sich Großeltern, Freunde, Nachbarn und auch Ihre Kinder an diesem Meinungsbild beteiligen. Nutzen Sie die Chance, aktiv Einfluß zu nehmen. Bitte geben Sie Ihren Kindern die Unterschriftenlisten bis zum kommenden Montag, den 19. Juni 2017, wieder mit zurück in die Schule oder den Kindergarten. Diese Listen werden wir als Elternvertretung der Grundschule Elspe persönlich bei Bürgermeister Hundt einreichen. Weiterhin gibt es folgende, für Sie interessante Termine:
  • 04.07.2017; 18:00 Uhr - Tagung des Schulausschusses - Ratssaal 1 - Rathaus Lennestadt
  • 12.07.2017; 18:00 Uhr - Entscheidung in der Ratssitzung - Ratssaal 1 - Rathaus Lennestadt

Beide Sitzungen sind öffentlich, wir bitten um rege Teilnahme.

Wir danken Ihnen bereits jetzt für Ihre Unterstützung und hoffen, dass Sie unsere Aktion in Ihrem eigenen Sinne unterstützen und damit den Schulstandort Elspe nachhaltig stärken werden.

Die Elternvertreter der St. Jakobus Grundschule Elspe

Claudia Behle, Claudia Striemer, Peter Raabe"
(LP)

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