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Lennestadt, 01. November 2018

Volksparteien in der Krise

Paul Ziemiak zu Gast bei der Lennestädter CDU

Konnten Paul Ziemiak (Mitte) bei ihrer CDU Versammlung begrüßen: Theo Kruse, Dr. Franz-Josef Lenze,Maximilian Völkel  und Stefan Hundt (von links).
Konnten Paul Ziemiak (Mitte) bei ihrer CDU Versammlung begrüßen: Theo Kruse, Dr. Franz-Josef Lenze,Maximilian Völkel und Stefan Hundt (von links).
Foto: Barbara Sander-Graetz
Lennestadt. „Volksparteien in der Krise – Was macht die CDU noch einzigartig?“ Unter diesem Motto hatte die CDU Lennestadt ihre Mitglieder und interessierte Bürger zu einem Informationsaustausch am Dienstag, 30. Oktober, auf die Hohe Bracht eingeladen. Antwort auf die Frage sollte der Bundesvorsitzende der Jungen Union und Bundestagsabgeordnete Paul Ziemiak geben.

Doch der kam erst einmal fast eine halbe Stunde zu spät. Zum einen hatte ihn der erste Schnee im Sauerland überrascht, zum anderen musste er noch mit seiner Frau zu einem Bewerbungsgespräch um einen Kita Platz für seinen Nachwuchs. „Das dauerte etwas länger“, entschuldigte sich Ziemiak.
Paul Ziemiak (links) und MdL Jochen Ritter.
Nach der Begrüßung durch den Lennestädter CDU Vorsitzender Dr. Franz-Josef Lenze und durch MdL Jochen Ritter: „Das ist Politik wie ich sie mir vorstelle, Austausch mit der Basis“, ergriff Paul Ziemiak das Wort.

Das eigentliche Thema geriet aufgrund der politischen Ereignisse in Berlin ein wenig in den Hintergrund. „Es war gestern ein guter Tag für die Union“, meinte Ziemiak, „Die Entscheidung der Kanzlerin hat  Respekt und Anerkennung verdient. Die Parteispitze neu zu besetzen, ist gut für die Zukunft der CDU.“ Es folgten auch mahnende Worte zum Umgang mit den bis jetzt drei Kandidaten für den Parteivorsitz. „Lasst uns nicht schlecht über die Kandidaten sprechen, denn die beiden, die es nicht werden und auch ihre Anhänger werden wir in der Partei im Anschluss brauchen.“

In diese Kerbe schlug auch später am Abend der Ehrenvorsitzende Theo Kruse: „Die Krise in der CDU ist tiefer und nicht mit einer Personalentscheidung überwunden. Wir müssen wieder über Inhalte streiten und diese Diskussion dazu wieder lernen. Viele bürgerlich konservative Wähler haben den Glauben an unseren Rechtsstaat verloren. Sie müssen wir wieder zurück gewinnen.“ Die Einheit der Partei, so Kruse und Ziemiak unisono, müsste oben auf der Tagesordnung stehen und eine neue Aufbruchsstimmung erzeugen. Paul Ziemiak  präsentierte des Weiteren einen breiten Abriss der aktuellen Themen wie Dieselautos und Nachrüstung, Fahrverbote, sichere Herkunftsstaaten: „Wir müssen die Migration steuern, ordnen und regeln.“ Er erzählte von der Koalition mit den Grünen und kritisierte Entwicklungshilfe für Honduras: „Wir sollten in Deutschland ausgewählten Projekten Priorität geben und nicht versuchen überall zu helfen.“
CDU Mitgliederbeauftragter Maximilian Völkel (links) und Paul Ziemiak.
CDU Mitgliederbeauftragter Maximilian Völkel stellte die Frage nach einem Mitgliederentschied bei der Frage des Parteivorsitzenden. Doch das fand bei Paul Ziemiak keine Zustimmung. „Bis zum Parteitag sind es noch vier Wochen und da ist nicht zu schaffen. Außerdem werden die Ergebnisse wohl nicht anders sein, als wenn die Delegierten hier entscheiden.“

Diskutiert wurde im Anschluss über Dieselfahrzeuge, den Hambacher Forst, Kindergartenplätze für Migranten, Kindergeld für Kinder außerhalb Deutschlands, Horst Seehofer sowie Neuwahlen.
Nach gut zwei Stunden machte sich Ziemiak wieder auf den Weg nach Hause. Im Gepäck hatte er aber nicht den klassischen Wurstkorb. „Davon bekomme ich mehr wie ich essen kann“, sondern eine Holzeisenbahn aus der JVA für den Nachwuchs. „Und der hat auch Winterreifen“, so Dr. Franz-Josef Lenze.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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