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Lennestadt, Lennestadt, 26. August 2016

Grüne begrüßen den Breitbandausbau, sind aber skeptisch

Infrastruktur von heute bald schon wieder veraltet?

Generell sind die Grünen für den Breitbandausbau, stellen aber einige Punkte vor, die beachtet werden sollten.
Generell sind die Grünen für den Breitbandausbau, stellen aber einige Punkte vor, die beachtet werden sollten.
Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen in Lennestadt hat sich jetzt mit der Breitbandversorgung im Stadtgebiet beschäftigt. Dabei wurde einer Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit auf Kreisebene zugestimmt. Auch die beiden Grünen Mitglieder stimmten für den Antrag. Dazu äußert sich der sachkundige Bürger der Fraktion, Gregor Kaiser, in einer Pressemitteilung.

„Es ist dringend notwendig, dass sich die Stadt und der Kreis diesem Thema annehmen und auch sehr zu begrüßen, dass mit der Beantragung von Bundes- und Landesmitteln für den Ausbau auch nun erste Mittel bereitstehen.“

Allerdings, so betont Kaiser, befürchte die Grünen-Fraktion aufgrund des langen Planungs- und Bauzeitraums bis Ende 2017, dass die dann installierte Infrastruktur schon wieder veraltet sein werde. „50Mbit sind jetzt Stand der Technik, daher müsste das eigentliche Ziel eines solchen Ausbaus sein, wesentlich mehr Kapazitäten für Haushalte und Gewerbe zur Verfügung zu stellen.“ Drei wesentliche Punkte Drei Punkte, so fordert Gregor Kaiser, sollten in den kommenden Verhandlungen mit potentiellen Anbietern berücksichtigt werden.

1.50Mbit müssten garantiert bei den 98 Prozent der Haushalte ankommen, die mit dem Programm erreicht werden sollen. Kaiser: „Alles andere ist für die kommenden Jahre zu wenig. Wir alle kennen die Verträge, die wir abschließen: „bis zu“ steht da immer drin, die reale Leistung ist häufig nur 50 bis 70 Prozent.

2.Die Glasfaserkapazitäten bis zu den Verteilerschränken müssten so dimensioniert sein, dass sie ein Vielfaches der UP- und Download-Raten transferieren können. Kaiser: „Wenn bei maximalen VDSL-Ausbau zum Beispiel 20.000 Mbit nachgefragt würden, sollten die Zuläufe mindestens 100.000 Mbit schaffen.“

3.Die Kommunen sollten sich möglichst bald Gedanken machen, inwiefern sie auf eigene Kosten in einem Teil der Verteilerkästen Voraussetzungen schaffen lassen, dass sie Gewerbebetriebe oder auch Haushalte schnell und unkompliziert einen Glasfaseranschluss legen lassen können. „Denn so ließen sich viele Kosten sparen“, ist sich Gregor Kaiser sicher. (LP)

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