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Lennestadt, 26. Januar 2018

Maumker wünschen sich Lösung von Stadtverwaltung

„Gefährliches Leben“ an der Dinselstraße: Anwohner sind sauer

Die Anwohner der Dinselstraße in Maumke sind verärgert: Hier seien zu viele und vor allem zu schnelle Autos unterwegs.
Die Anwohner der Dinselstraße in Maumke sind verärgert: Hier seien zu viele und vor allem zu schnelle Autos unterwegs.
Foto: Christine Schmidt
Maumke. Die Anwohner der Dinselstraße in Maumke sind sauer. Hier herrsche ständig Verkehr. Es werde gerast und die Bodenschwellen bremsten auch kaum jemanden aus. Die Anwohner aus Maumke fühlen sich von der Stadt Lennestadt im Stich gelassen und wünschen sich schon lange eine Lösung.

Die Dinselstraße in Maumke, eine 30er-Zone, die von dem Dorf nach Bonzel führt. Von immer mehr Fahrern als Arbeitsweg oder Autobahnzubringer genutzt. Das nervt die Anwohner. Vor allem, weil dort so schnell und rabiat gefahren werde. „Man lebt hier echt gefährlich“, teilt eine Frau mit. Abgebremst werde kaum. Stattdessen „fahren die Autos so schnell über die Hubbel, dass die Geräusche des Aufsetzens zu hören sind“.

„Hier kommen teilweise 40-Tonner her“, erzählt eine andere Anwohnerin. Dafür sei die Straße einfach viel zu eng. Wenn ein größeres Auto mal auf einen Lkw treffe, ginge auf der Straße gar nichts mehr. Schulweg sei eine Zumutung Schon einiges haben die Maumker an ihrer Straße mitmachen müssen. Kompliziert werde es immer, wenn mal jemand umzieht oder neues Heizöl bekommt – um nur einige Beispiele zu nennen. Dann müssen die Transporter auf der Straße stehen - und schon wird es eng. „Dann wird man hier sofort beschimpft und beleidigt. Man solle doch gefälligst woanders entladen“, erzählt eine weitere Frau.

Besorgt sind die Eltern aber vor allem wegen ihrer Kinder. Der Schulweg sei eine einzige Zumutung. Die Kinder alleine zur Schule schicken? Für die Anlieger undenkbar. Ohne Bürgersteig laufen die Kinder entlang der Straße und gehen von Einfahrt zu Einfahrt. Denn sobald ein Auto kommt, müssen sie ausweichen. „Hier wird einem wirklich fast der Hintern abgefahren“, sagt eine Mutter. Und im Dunkeln werde man erst recht nicht gesehen.
Schon seit vielen Jahren sei die Dinselstraße ein Problem. „Das Stiefkind in Lennestadt“, nennt sie eine Anwohnerin. Man sei einfach verärgert, dass von Seiten der Stadt nichts komme: „Der Bürgermeister hat Versprechungen gemacht, er wolle mir uns in Kontakt bleiben, aber danach ist nie wieder etwas gekommen“, heißt es. Nur kurz vor der Bürgermeisterwahl hätte er sich in Maumke blicken lassen.

Bürgermeister Stefan Hundt allerdings kann die Aufregung der Maumker nicht nachvollziehen: „Wir haben das gemacht, was wir konnten. Einige fordern die Schließung der Straße, andere wiederum nicht.“ Auch Hundt bezeichnet die Straße als Jahrzehnte langes Problem. „Wenn es ein Rezept gäbe, das beiden Seiten hilft, hätten wir dieses schon vor 20 Jahren umgesetzt.“ Schließung nicht möglich Ein denkbares und gewünschtes Rezept wäre für die Anwohner die Schließung der Durchfahrt oder die Straße nur für Anwohner freizugeben. Von Seiten der Stadt seien diese Vorschläge „nicht umsetzbar“. Karsten Schürheck, Beigeordneter der Stadt Lennestadt, erklärt, dass die zweite Variante grundsätzlich möglich sei, aber dann eine Überwachung gewährleistet sein müsse. Denn wie oft sei es so, dass das bloße Aufstellen von Schildern missachtet werde. Dafür habe die Polizei aber bestimmt keine Kapazitäten, vermutet Schürheck. Einer der Anwohner hingegen ist der Meinung, dass man die Raser dann allerdings anzeigen könne.

Schürheck erklärt, dass es bereits 2015 auf den Antrag der CDU Maumke einen Vorschlag seitens der Verkehrskommission, zu der Stadt, Ordnungsamt und Kreispolizeibehörde gehören, gegeben hatte: einen Einbahnstraßen-Rundweg mit der Dinselstraße und dem Bilsteinerweg. Sprich, es könne immer nur eine Richtung befahren werden, um das Verkehrsaufkommen so zu reduzieren. „Das hätten wir gerne umgesetzt“, so der Beigeordnete. Diese Idee sei von den anliegenden Forst- und Landwirtschaftsverbänden jedoch abgelehnt worden. Seitdem seien bei der Stadt auch keine Beschwerden mehr bezüglich der Dinselstraße eingegangen, so Schürheck weiter.
Das sehen die Anwohner anders: Die Stadt gehe einfach „null auf die Vorschläge ein“, die von Seiten der Bürger gemacht werden, „der Wille der Stadt ist einfach nicht da.“ Bürgermeister Hundt hingegen äußert, dass die Leute sich vielleicht einen Ruck geben und auf die Stadt zugehen sollten. Auch der Beigeordnete Schürheck kann die Reaktionen nicht nachvollziehen, da auf den Wunsch der Anlieger Aufpolsterungen (Bodenschwellen) gesetzt wurden.

Seitdem habe sich das Problem mit der erhöhten Geschwindigkeit deutlich verbessert, bestätigt Ingo Wirth, Leiter des Ordnungsamtes. Schürheck und Wirth betonen, dass es einfach nicht möglich sei, schneller als fünf bis zehn km/h über die Aufpolsterungen zu fahren. Die Schwellen hätten die optimale Höhe. Immer mehr fremde Kennzeichen Für die Anlieger kommt noch ein weiteres Problem hinzu, das nicht so einfach zu lösen ist: Die Dinselstraße ist fest in den Navigationsgeräten verankert und führt Fahrer von der Autobahn durch Maumke. „Hier kommen ständig Autos mit fremden Kennzeichen lang“, erzählt eine Ansässige und fährt fort: „Und dann rasen die noch hier hoch oder beleidigen einen.“ Die Leute zum Bremsen aufzufordern helfe da nichts.

Ein Versprechen kann Karsten Schürheck den Bürgern machen: Für die Dinselstraße ist eine neue Oberfläche geplant - „das ist fest vorgesehen und wird noch 2018 umgesetzt.“ Derzeit laufen noch technische Prüfungen, welche Behandlung geeignet sei.

Für die Anwohner der Dinselstraße ist das Problem damit allerdings nicht gelöst. Sie wünschen sich vielmehr, von den Stadtverordneten ernst genommen zu werden und dass auch mal Geld für solche Straßen in die Hand genommen werde. „Auch Maumker sind Bürger Lennestadts“.
Ein Artikel von Christine Schmidt

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