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Lennestadt, 17. April 2018

Leserbrief zur Vollsperrung in Trockenbrück

„Es ist eine Herausforderung, der wir uns stellen und sie meistern können“

Leserbrief zur Vollsperrung in Trockenbrück
Symbolfoto: Prillwitz
Trockenbrück. Eine Vollsperrung die für die Sommerferien geplant ist, sorgt schon jetzt für Unmut bei Verkehrsteilnehmern: Auf der B 55 in Trockenbrück wird es mindestens sechs Wochen kein Durchkommen geben (LokalPlus berichtete). Zu diesem Thema hat uns folgender Leserbrief erreicht:

„Die seitens Straßen.NRW angekündigte Vollsperrung der B55 in den Sommerferien schlägt hohe Wellen und sorgt für viel Unmut. Es ist z.T. schizophren: Auf der einen Seite beschweren sich viele, dass nicht in die Straßen investiert wird. Wird aber investiert, beschweren sie sich wieder. Um nicht missverstanden zu werden: Sicher ist eine Vollsperrung nicht toll und auch mit wirtschaftlichen und persönlichen Nachteilen verbunden - schlechte Straßen oder fehlende Fahrradwege sind das aber auch. Daher sollten wir froh sein, dass diese für Radfahrer höchst gefährliche und sehr viel befahrenes Teilstück in Trockenbrück nun entschärft wird.

Und mir ist es lieber, die Straße wird sechs Wochen gesperrt, als dass  aufgrund einer anvisierten Auskofferung von 1,5m und schmalem Baustellenverkehr ein LKW oder ein PKW zu nah an die Begrenzung kommt, umkippt und Arbeiter in Mitleidenschaft gezogen werden. Dieser Sicherheitsaspekt wird ja auch von Straßen.NRW betont. Ich würde gerne einige Vorschläge machen, die die Verkehrssituation während der Bauzeit entschärfen könnten. Mit dem Rad zur Arbeit1) Es wird ein provisorischer Radweg von der Bushaltestelle Trockenbrück entlang des Sportplatzes, über das Gelände der Sargfabrik bis hin zur Thetener Str angelegt. Viele Mitbürgerkönnten dann mit dem  Rad z.B zur Arbeit fahren, teilweise haben sie ja sogar in den vergangenen Jahren durch Unternehmen Ebikes günstig erhalten. In diesen Sommerwochen ließe sich durch eine massive Fahrradoffensive auch der Betriebsbelegschaften so der PKW-Verkehr - neben der Ferienentlastung - noch mehr reduzieren.

2) Die Unternehmen stellen ggf in Kooperation Betriebsbusse zur Verfügung, um die MitarbeiterInnen zur Schicht zu fahren, die nicht mit dem Rad fahren können oder wollen. Für jeden Einzelnen dauert dies ggf länger, aber es sorgt für eine zusätzliche Entlastung auf den Umleitungsstrecken. Für die Betriebe sollte es ermöglicht werden, dass sie die durch Reduzierung des Individualverkehrs eingesparten Co2-Emmissionen in ihre Nachhaltigkeitsbilanz einrechnen können. Möglicher Shuttle-Bus zum Elspe-Festival 3) Hauptumleitungsstrecke wird über Meggen und Halberbracht sein. Aber sicher werden auch viele über Sporke/Hespecke und Theten/Hachen fahren wollen. Um die dortige Bevölkerung nicht zu überfordern, sollten beide Strecken (oder zumindest Teilstücke) jeweils als Einbahnstr ausgewiesen werden, gesperrt für Fahrzeuge über 3,5t, ausgenommen Landwirtschaft, Busse und Rettungsfahrzeuge. So ließe sich auch der unter 2) vorgeschlagene Betriebsverkehr unterstützen.

4) Das Elspe-Festival ist natürlich besonders betroffen. Aber auch hier ließe sich vielleicht mit einem kostenlosen Busshuttle von der Autobahn oder Oberveischede zumindest der Tagestourismus reduzieren. Seitens der öffentlichen Hand sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, einen Teil der Zusatzkosten die dem Festival entstehen, aufzufangen und z.B. aus Klimaschutzmittel gegenzufinanzieren. Das Elspe Festival könnte auf seiner Website und beim Kartenverkauf explizit auf diesen Möglichkeit hinweisen Probleme beim Lieferverkehr 5) Für die Industrieunternehmen und Gewerbetreibenden bleibt der Lieferverkehr dennoch ein Problem. Sollten die oben angeführten Vorschläge aber umgesetzt und genutzt werden, kann der individuelle Personenverkehr sicher um 30-40% reduziert werden - und somit Platz auf den Umleitungsstrecken geschaffen werden. Wenn gleichzeitig in den Unternehmen vielleicht für einige wenige Wochen etwas mehr Lagerkapazitäten eingerichtet werden und auch schon vorgesorgt wird und nicht vor allem just in time organisiert wird, sind die Chancen vielleicht gegeben, dass die Bauarbeiten in sechs Wochen vorbei sind und nicht 1o oder 12 Wochen dauern mit kilometerlangen Staus durch Elspe, Bamenohl oder Grevenbrück.

Ja, es ist nicht bequem und auch vielleicht nicht für jeden eine passende Lösung dabei. Es ist eine Herausforderung, der wir uns stellen und sie meistern können, im Gegensatz zu vielen anderen Großproblemen auf dieser Welt.“

Dr. Gregor Kaiser (Ratsmitglied Bündnis '90/Die Grünen)
Oberelspe
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(LP)

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