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Lennestadt, 12. September 2016

Imkerverein bezieht Stellung zu Vorwürfen des Verpächters / Renovierung und Neuanschaffungen

„Eine vertrackte Situation“

Peter Bathel, Margaretha Cordes und Edgar Neuhaus am Lehrbienenstand in Altenhundem.
Peter Bathel, Margaretha Cordes und Edgar Neuhaus am Lehrbienenstand in Altenhundem.
Foto: Nils Dinkel
Der Imkerverein, vertreten durch Margaretha Cordes, Edgar Neuhaus und Peter Bathel, hatte für Montag, 12. September, zu einer Pressekonferenz in den Lehrbienenstand in Altenhundem eingeladen. Grund waren Aussagen des Spekulanten und Grundstücksbesitzers Franz Prein zur Miet- und Gebäudesituation an der Vogelwarte gewesen, die nach Ansicht der Bienenzüchter nicht der Wahrheit entsprechen und in der vergangenen Woche in Form eines Leserbriefs auch bei LokalPlus veröffentlicht worden waren.

„Uns wird darin unterstellt, wir hätten nichts gezahlt, nichts getan und das Gebäude verkommen lassen“, sagte Edgar Neuhaus. Seit der Eröffnung 1997 habe es zwei Anstriche gegeben, die der Imkerverein ebenso übernommen habe wie die Grundsanierung beim Einzug. Und das war laut Neuhaus auch nötig, denn die Imker hätten damals „eine absolute Bruchbude“ vorgefunden. Seinerzeit sei der Mietvertag des 1931 erbauten Hauses für sieben Jahre festgelegt worden. „Die Grundkosten wie Gebäudeversicherung oder Strom haben wir bezahlt“, sagte er.

Es könne hingegen niemand von ihnen erwarten, ein marodes Dach oder eine 80 Jahre alte Wasserleitung zu erneuern. Gleichzeitig stellten sie klar, dass für marode Wasserleitungen nach 80 Jahren niemand etwas könne. „Wenn sich der Vertrag stillschweigend verlängert für ein Jahr, dann können wir uns mit solch hohen Kosten verbundene Reparaturen nicht leisten“, sagte Margaretha Cordes. Wasser bekomme der Verein entweder von einem Nachbarn, zum Teil brächten die Mitglieder dieses auch mit zur Vogelwarte. Verhärtete Fronten Teure Instandsetzungen, jenseits der 2000 Euro, für Heizkörper habe der Verein aus eigenen Mitteln aufgewendet. Auch in eine neue Heizungsanlage, eine Gastherme und einen Ofen zum Heizen hätten die Bienenzüchter investiert. Und in den vergangen Jahren seien auch Türen, Fenster, etc. gestrichen worden. Dennoch habe Franz Prein habe ihnen gegenüber geäußert, er wolle auf den Flächen an der Vogelwarte II bauen oder das Gelände verkaufen. „Er will unter keinen Umständen an den Imkerverein verkaufen“, habe er laut Edgar Neuhaus zu verstehen gegeben.

Die Fronten, wie Peter Bathel sagte, seien inzwischen so verhärtet, dass es zu Rundumschlägen komme. „Wir haben nichts veranlasst. Keine Fledermäuse, keine Ringelnattern, gar nichts. Wir haben zugesehen, aber nichts gemacht“, sage er mit Blick auf die Umweltschutzgutachten, deren Resultate eine Baugenehmigung für das Areal nach wie vor verhindern. Ursprünglich hätte das Gebiet eine Ausgleichsfläche sein sollen. Für die Bebauung des Geländes sollten seitens der Stadt neue Ausgleichsflächen geschaffen werden. „Was der Natur einmal genommen wurde, kann man ihr nicht wiedergeben. Das ist absoluter Quatsch“, so Bathel. Neuhaus ergänzte, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stehe. „Wenn wir einmal ausgezogen sind, sehe ich schwarz für eine Rückkehr. Das wird eine weitere Baufläche.“ GymSL: Alternative mit Einschränkungen Die Stadt habe Fehler gemacht. Neuhaus ist der Meinung, die Fläche sei seinerzeit „verhökert“ worden. Außerdem hätte die Stadt seiner Meinung nach eine Baugrenze setzen müssen. Gerade für Altenhundem gebe es eine enorme Nachfrage an Bauplätzen. Immerhin hat die Verwaltung um Bürgermeister Stefan Hundt den Bienenzüchtern Hilfe angeboten und lässt zwei mögliche neue Standorte prüfen (LokalPlus berichtete). Einer davon ist die Obstwiese neben dem Städtischen Gymnasium. In der Schule bringen die Imker demnächst ihre Ausstellungs- und Arbeitsmaterialien unter. Laut Margaretha Cordes eigne sich der Kunstraum sogar für die Neuimker-Schulung. Acht Kurse, mit Besuchern aus NRW und Hessen, gab es im laufenden Jahr.

„Die maximale Teilnehmerzahl von 33 Personen könnten wir auch in den Räumlichkeiten schaffen. Jedoch müssten wir immer die Utensilien auf- und abbauen“, so Cordes. Außerdem stehe am Gymnasium die Obstwiese für die Unterbringung der Bienenvölker bereit. Dort hingegen wäre die Öffentlichkeitsarbeit eingeschränkt. Der Imkerverein könne keinen Tag der offenen Tür oder eine Honigschleuder ausrichten. Dank an Mietzahler So oder so: An der Vogelwarte bereiten die Bienenzüchter wie angekündigt den Auszug im Herbst vor. „Wir fangen jetzt an, auszusortieren und einzupacken, um uns auszugsbereit zu machen. Wir können nichts dagegen halten. Vielleicht könnten der Kreis, die Stadt oder das Land mit Behle und Prein reden“, so Neuhaus. „Aber auch das sehe ich als aussichtslos an.“. Trotz ihrer ungewissen Zukunft und der Meinungsverschiedenheiten mit den Grundstücksbesitzern betonen die Bienenzüchter, dafür dankbar zu sein, dass Behle und Prein ihnen den Lehrbienenstand nach dem Kauf des Gebiets Vogelwarte II im Jahre 1997 lange kostenlos zur Verfügung gestellt hatten. „Die Eskalation liegt nicht an uns. Eine vertrackte Situation.“ Außerdem dankten sie Alexander Kremer: Der Geschäftsführer des Gartencenters Kremer übernimmt im laufenden Jahr die Bezahlung der monatlichen Miete.
Ein Artikel von Nils Dinkel

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