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Lennestadt, Lennestadt-Altenhundem, 5. September 2016

Bürgermeister Hundt sagt Imkerverein bei Suche nach neuem Standort Unterstützung zu

„Der Zirkus muss ein Ende haben“

Aktuell sieht es so aus, als ob nach mehreren Jahrzehnten das Ende des Lehrbienenstands an der Vogelwarte gekommen ist. Der Imkerverein und die Stadt suchen nach einem neuen Standort.
Aktuell sieht es so aus, als ob nach mehreren Jahrzehnten das Ende des Lehrbienenstands an der Vogelwarte gekommen ist. Der Imkerverein und die Stadt suchen nach einem neuen Standort.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Der Imkerverein bereitet den Auszug des Lehrbienenstands an der Vogelwarte in Altenhundem vor. Die Suche nach einem neuen Standort ist – zum jetzigen Stand – aus Vertragsgründen notwendig. Bürgermeister Stefan Hundt hat dem Imkerverein die Unterstützung der Stadt zugesichert und am Montag, 5. September, zwei mögliche neue Standorte ins Gespräch gebracht.

Danach ist der Apfelhof des Städtischen Gymnasiums in Altenhundem eine Option. Die andere könnte ein Grundstück neben dem Hallenbad in Meggen sein. Die Stadt ist laut Hundt für beide Möglichkeiten offen. Der Bürgermeister kündigte an, bei der Vorstandssitzung des Imkervereins am Dienstag, 6. September, beide Varianten vorstellen zu wollen. Der Beigeordnete Karsten Schürheck wird ihn begleiten.

Gleichzeitig versprach Hundt, dass die Stadt die Bienenzüchter nach Kräften unterstützen werde. „Bei dem Lehrbienenstand handelt es sich um eine Vorzeigeeinrichtung für die gesamte Region, die sich nicht nur bei Kindern und Jugendlicher größter Beliebtheit erfreut. Dieser Lehrbienenstand sucht weit und breit seinesgleichen und muss für die Nachwelt erhalten bleiben“, sagte Hundt. Pachtvertrag mit Frist und Zusatzregelung Das Areal an der Vogelwarte gehört seit 1997 den Investoren Franz Prein und Egon Behle. Nachdem der Imkerverein seinen Bienenstand jahrelang mietfrei hatte betreiben dürfen, gilt seit 1. Januar dieses Jahres ein neuer Pachtvertrag, der zunächst auf ein Jahr befristet ist und eine Mietzahlung beinhaltet. Die Investoren wollen das Gebiet an der Vogelwarte II bebauen, haben dafür jedoch bislang aus Umweltschutzgründen keine Genehmigung erhalten. Sollte diese bis Jahresende nicht vorliegen, so heißt es im Mietvertrag, muss der Imkerverein den Stand aufgeben und bis zum 31. Januar 2017 ausgezogen sein. Sollten die Unternehmer an der Vogelwarte II doch Bauland erschließen dürfen, würde sich der Pachtvertrag hingegen automatisch verlängern und über zehn Jahre laufen.

Mittlerweile, so Hundt, liege der Fall beim Kreis Olpe als Umweltbehörde und der Bezirksregierung Arnsberg, die die von Prein und Behle gewünschte Änderung des Flächennutzungsplans genehmigen müsste. „Für uns als Stadt sind da also keine Aktionen mehr drin“, erklärte der Bürgermeister mit Blick auf die Vogelwarte. Allerdings habe die Stadt den Imkern in der Vergangenheit stets Hilfe angeboten. So stünden den Bienenzüchtern seit der vergangenen Woche im Städtischen Gymnasium Flächen für die Einlagerung von Ausrüstungsgegenständen zur Verfügung. Standort an der Hohen Bracht eignet sich nicht Ein Areal an der Hohen Bracht – neben dem Aussichtsturm und der Gaststätte – habe er den Imkern vor einiger Zeit vorgeschlagen. Nach Rücksprache mit dem Verein habe sich der Standort allerdings als ungeeignet erwiesen, weil die Hohe Bracht vor allem für Kindergartenkinder und Grundschulklassen schwierig zu erreichen sei.

Hundt kündigte an, sich nicht nur bei der Bezirksregierung Arnsberg, sondern auch in Düsseldorf für Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Standort für de Lehrbienenstand einsetzen zu wollen: Eckhard Uhlenberg (CDU), 1. Vizepräsident des Landtags, habe ihm bereits zugesagt, sich persönlich in Altenhundem ein Bild von der Lage verschaffen zu wollen. „Wichtig ist jetzt, dass wir eine Lösung finden, die es dem Lehrbienenstand ermöglicht, in Lennestadt zu bleiben. Der Zirkus muss ein Ende haben“, so Hundt. Bienenzüchter müssen im Herbst ausziehen Der Imkerverein glaubt derzeit nicht daran, kurzfristig einen neuen Standort zu finden. „Wir planen jetzt, dass wir zumindest anfangen, aufzuräumen, und nach den Herbstferien im Oktober den Stand leerräumen“, sagte Margaretha Cordes aus dem Vorstand am Montag auf LokalPlus-Anfrage. „Aussicht darauf, dass der Vertrag verlängert wird, gibt es nicht.“

Der Auszug müsse aus Witterungsgründen bereits im Herbst über die Bühne gehen – und damit einige Wochen vor Ablauf der Mietfrist. Immerhin hätten zahlreiche Bürger den Bienenzüchtern angeboten, Räume zur Lagerung von Ausrüstungsgegenständen und sonstigen Materialen nutzen zu können. Cordes steht zusammen mit André Epe und Alexander Selter an der Spitze des Imkervereins. Näher wollte sie sich zum aktuellen Stand der Dinge nicht äußern.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

Bildergalerie: „Der Zirkus muss ein Ende haben“