Nachrichten Politik
Lennestadt, 27. Januar 2017

„Offen rechtsextreme Partei duldet Rassisten und Neonazis in ihrer Mitte“

AG „es TUT sich WAS“ übt scharfe Kritik an der AfD

Dr. Gregor Kaiser von der AG „es TUT sich WAS“ am Holocaust-Mahnmal in Berlin.
Dr. Gregor Kaiser von der AG „es TUT sich WAS“ am Holocaust-Mahnmal in Berlin.
Foto: privat
Lennenstadt. Die Stiftung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald hat den umstrittenen Thüringer AfD-Chef Björn Höcke im Vorfeld des Gedenktages an die Opfer des Holocaust (27. Januar) ausgeladen. Der Rechtsaußen-Politiker der Alternative für Deutschland kündigte sein Erscheinen dennoch an. Nach seiner Skandalrede in Dresden, in der Höcke unter anderem mit Blick auf die deutsche Vergangenheit von einer „dämlichen Bewältigungspolitik“ gesprochen hatte, stand kurzzeitig ein Parteiausschluss im Raum; der AfD-Bundesvorstand stimmte allerdings gegen diesen Schritt. Jetzt bezieht die AG „es TUT sich WAS“ deutlich Stellung zur Alternative für Deutschland und bezeichnet diese als „offen rechtsextrem“. Die Pressemitteilung im Wortlaut:
„Alle können es wissen! Es wird immer deutlicher. Die AFD ist eine offen rechtsextreme Partei und duldet Rassisten und Neonazis in ihrer Mitte. Sowohl die Äußerungen Björn Höckes vergangene Woche als auch das Treffen von Petry und dem NRW-Vorsitzenden Pretzell mit Le Pen (Vorsitzende der rechtsextremen französischen Partei Front National in Frankreich, Anm. d. Red.) und Wilders (Vorsitzender der niederländischen rechtspopulistischen Partij voor de Vrijheid, Anm. d. Red.) machen das deutlich.

Dr. Gregor Kaiser von der AG es TUT sich WAS e.V. erklärt:  "73 Jahre nach der Befreiung des KZ Ausschwitz fordern in Deutschland Politiker einer Partei, deren Wählerpotential derzeit bei über 10 Prozent liegt, dass die ,dämliche Bewältigungspolitik´ aufhören müsse. Der Holocaust wird relativiert, Ausländerfeindlichkeit offen zu Tage getragen und eine grundsätzlich antidemokratische Haltung wird immer deutlicher. Jeder Bürger und jede Bürgerin dieses Landes kann und muss wissen, dass diese Partei nicht dafür da ist, das Leben des ,kleinen Mannes` zu verbessern. „Staat mit Führer an der Spitze“ Sie wollen einen anderen Staat, einen ausgrenzenden Staat, einen Staat mit Führer an der Spitze. Sie wollen die Rückkehr zur Atomkraft, den Austritt aus der EU, die Abschaffung des Euro, etc. Die Werte der Sauerländer und Sauerländerinnen, wie Anstand, Moral, Gemeinsinn oder auch christliche Humanität werden von diesen Rassisten nur vorgeschoben.

Wir von der AG es TUT sich WAS fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich gegen die AfD zu stellen und sich für einen respektvollen Umgang untereinander und für ein demokratisches Gemeinwesen einzusetzen. Keiner soll sagen, er habe es nicht gewusst."
(LP)

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