Nachrichten Politik
Lennestadt, 09.02.2021

Zwei Millionen Euro Projekt

Abbruch- und Umbauarbeiten am Museum stehen in Grevenbrück vor dem Start

Die Stadt Lennestadt investiert knapp zwei Millionen Euro in die Sanierung des Alten Amtshauses in Grevenbrück. 60 Prozent der geplanten Kosten werden durch Fördermittel getragen.
Die Stadt Lennestadt investiert knapp zwei Millionen Euro in die Sanierung des Alten Amtshauses in Grevenbrück. 60 Prozent der geplanten Kosten werden durch Fördermittel getragen.
Nils Dinkel
Grevenbrück. Das alte Amtshaus in Grevenbrück ist leergeräumt. Hier waren zuletzt das Stadtarchiv, die landeskundliche Bibliothek und das Museum der Stadt Lennestadt angesiedelt. Nun können die Abbruch- und Umbauarbeiten beginnen. Nachdem 2019 bereits Dach und Außenfassade modernisiert wurden, werden nun im Innenbereich noch einmal knapp zwei Millionen Euro investiert.

60 Prozent der Kosten werden durch Fördermittel getragen, den Rest stemmt die Stadt Lennestadt in Eigenleistung. Architekt Eric Jepsen hat die Pläne am Dienstagnachmittag, 9. Februar, mit Bürgermeister Tobias Puspas, Öffentlichkeitsreferent Martin Steinberg, sowie Sergej Neu aus der Hochbauabteilung der Stadt Lennestadt vorgestellt.

Bürgermeister Tobias Puspas, Architekt Eric Jepsen sowie Sergej Neu aus der Hochbauabteilung der Stadt Lennestadt bei einer Ortsbegehung.

Bei den Bauarbeiten wolle man darauf achten möglichst viel erhalten zu können, obwohl lediglich die Fassade denkmalgeschützt sei, so Architekt Eric Jepsen. Das Gebäude solle seine Charakteristik behalten. „Wir wollen Altes wieder zum Vorschein bringen“, sagte der Architekt. Trotz des Abbruchs des Anbaus aus den sechziger Jahren soll der eigentliche Museumsbereich nur um etwa 20 Quadratmeter kleiner ausfallen als das zuletzt der Fall war.

Barrierefreier Zugang

Mithilfe einer Aufzugsanlage soll ein barrierefreier Zugang geschaffen werden. Der Kellerbereich wird laut Sergej Neu um etwa 20 Zentimeter tiefer gelegt, um eine höhere Deckenhöhe zu erreichen. Eric Jepsen erzählte, dass die Toiletten im Kellergeschoss einen Platz finden sollen. Eine barrierefreie Toilette soll zudem im Erdgeschoss entstehen.

Im Außenbereich sollen eine Bühne und Sitzflächen entstehen, von denen die OT Grevenbrück profitieren solle. Die alten Öffnungen der Seite, an der der Anbau erfolgte, sollen soweit wie möglich wieder hergestellt werden. Jepsen sagte, dass eine neue Heizungsanlage geplant sei. Für Charme sollen unterdessen alte Heizkörper sorgen. Auch Dielen, Böden und Co. sollen teilweise erhalten bleiben. Der Bauabschluss ist für Ende 2021 prognostiziert.

Neuer Platz für Ausstellung „Peperburg“

Die Ausstellung „Peperburg“ soll einen neuen Platz im Museum finden. Auch eine neue Dauerausstellung werde geschaffen, wie der Bürgermeister verlauten ließ. Tobias Puspas nannte den Termin ungewöhnlich. Der Plan sei gewesen, dass ein Bagger in den Startlöchern stehe. Dies sei wetterbedingt nicht möglich gewesen.

Sergej Neu (links) sagte, dass ein Teil seiner Kollegen im Rathaus noch hier gearbeitet hätten.

Er hob hervor, dass Grevenbrück ein Kulturort im Zusammenspiel mit dem Kulturbahnhof, etc. werden solle. „Wir schaffen eine Symbiose“, so der Bürgermeister. Bis hierhin sei es ein Zusammenspiel von OT, ARGE Grevenbrück Aktiv, Heimatverein, Stadtverordneten aus dem Ort und Weiteren gewesen.

„Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass etwas entstehen kann, wenn Aktive vor Ort für etwas einstehen und politische Beschlüsse einfordern“, sagte Tobias Puspas. Das Stadtoberhaupt dankte dem Landtagsabgeordneten Jochen Ritter sowie seinem Vorgänger Stefan Hundt, die maßgeblich für den positiven Förderbescheid verantwortlich gewesen seien.

Weg für eine Museumslandschaft frei

Man wolle in Grevenbrück eine mit Leben gefüllte Museumslandschaft entstehen lassen, wobei man mit anderen Kommunen kooperieren könne. Er könnte sich vorstellen, dass Ehrenamtliche einen Museumsverein gründen, der etwa fachkundige Führungen anbieten könnte.

Martin Steinberg erinnerte daran, dass das Bauvorhaben zunächst auf großen Widerstand gestoßen sei. Mittlerweile sei es eine Kooperation mit vielen Vereinen. „Der Heimatverein musste ordentlich rödeln, um den Gebäudetrakt leerzuräumen“, so Steinberg. Das Museum war 1993 eröffnet worden. Zuletzt war hier die Dauerausstellung „Moderne Zeiten“ mit Fakten und Gegenständen von 1850 bis 1955 untergebracht.

Ein Artikel von Nils Dinkel

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