Nachrichten Politik
Kreis Olpe, 27.03.2021

Kerstin Brauer und Paul Rötz kommen abgeschlagen daher

„Vertrauensvorschuss“ seitens der CDU im Kreis Olpe für Florian Müller

Dr. Matthias Heider, Florian Müller sowie Jochen Ritter (von links). 
Dr. Matthias Heider, Florian Müller sowie Jochen Ritter (von links). 
Nils Dinkel
Elspe/Kreis Olpe. Von 158 Stimmberechtigten haben 142 eine gültige Stimme bei der Aufstellungsversammlung der CDU abgegeben. 113 fielen auf Florian Müller, der somit bei der Wahl im September um einen Platz im Berliner Bundestag kämpft (LokalPlus berichtete). Kerstin Brauer (24 Stimmen) und Paul Rötz (3) kamen abgeschlagen daher.

„Ich bin überwältigt über diesen Vertrauensvorschuss. Meine Aufgabe ist es jetzt, diesem Vertrauen in den nächsten Wochen und Monaten und hoffentlich Jahren gerecht zu werden“, sagte Müller kurz nach seinem deutlichen Sieg.

Jochen Ritter signalisierte gegenüber Florian Müller, dass er mit seiner Unterstützung rechnen könne. Der Versammlungsleiter, CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete hatte eingangs den CDU-Ehrenvorsitzenden Hartmut Schauerte begrüßt. Er setzte sich jahrelang für die Belange des Kreises Olpe im Deutschen Bundestag ein.

DRK testet vor Ort

Ritter dankte zudem den ehrenamtlichen vom Deutschen Roten Kreuz, das auf dem Gelände eine Möglichkeit zum Corona-Schnelltest anbot. Das Ehrenamt sei eine, wenn nicht gar die tragende Säule der Gesellschaft. Neben der Testmöglichkeit stellte die CDU den Mitgliedern FFP2-Masken bereit.


Ritter stellte zunächst den Ablauf sowie Regularien vor. So erfolgten die Wahlen geheim. Außerdem erläuterte der Versammlungsleiter, dass es für einen Wahlsieg 50 Prozent aller Stimmen bedürfe und ansonsten eine Stichwahl zwischen den zwei meist gewählten Bewerbern erfolge.

Den Bewerbern wurde eine Redezeit von 15 Minuten eingeräumt, bevor schließlich die Wahl erfolgte. Hier sagte Kerstin Brauer (48 Jahre, verheiratet, zwei erwachsene Kinder, Polizeibeamtin), dass die CDU das jüngst verlorene Vertrauen zurückgewinnen müsse. Sie wolle sich für den Ausbau des 5G-Netzes einsetzen.

Südwestfalen sei ein wichtiger Wirtschaftsstandort. „Wir dürfen hier auf dem Land keinen Nachteil haben“, sagte sie. Gleichzeitig beabsichtigte Brauer, sich für Arbeitnehmer und Arbeitsgeber stark machen zu wollen, die Digitalisierung voranzutreiben sowie die Region für Jung und Alt attraktiv halten zu wollen.


Einige dieser Themen hat sich auch der spätere Sieger Florian Müller auf die Fahne geschrieben. Auch er verurteilte die Bereicherung in der Pandemiezeit einiger (ehemaliger) Unionsmitglieder aufs Schärfste. Müller, der bereits Dr. Matthias Heider Wahlkreisbüro in Berlin leitete, sagte: „Solche Menschen haben in der Partei gar nichts verloren!“

Perspektiven schaffen

Er sagte, dass man vom Kurs in der Pandemie „auf Sicht zu fahren“ abweichen müsse. Viele Menschen hätten diese Erwartung. Es erfordere das Gegenteil und beherztes Handeln. Es gelte, Perspektiven zu schaffen. „Wir wollen schließlich gestärkt aus der Krise hinausgehen“, so Müller.

Paul Rötz (74 Jahre, unverheiratet, keine Kinder, Redakteur) hatte einen Glücksbringer mit auf die Bühne gebracht. Er sagte, dass nach 16 Jahren Angela Merkel als Lotse von Bord ginge. Die Region sei ein starker Wirtschafts- und Industriestandort in NRW. „Die Corona-Pandemie hat wie ein Brennglas unsere Schwächen aufgezeigt“, so Rötz. So hätten viele Schulen kein oder veraltetes WLAN gehabt. Er signalisierte, alle schulpflichtigen Kinder mit Tablets ausstatten zu wollen.


Das „Land der 1000 Berge“ verändere sich massiv durch Kyrill und Borkenkäfer. Auch hier gelte es, Geld in die Hand zu nehmen und die Wiederaufforstung zu unterstützen.

Heider: In Berlin noch viel zu tun

Dr. Matthias Heider, der gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel von Bord geht, verfolgte mit Interesse den Wahlkampf um seinen Posten. Er sagte, dass es noch viel zu tun gebe. In seiner Zeit in Berlin hätte Deutschland die Wirtschafts-, Währungs- und Migrationskrise gemeistert.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch die Coronakrise gemeistert werde. Heider ist sicher, dass mit neuen Impfdosen im April neue Erfolge verzeichnet werden. „Es braucht Mut und Entschlossenheit. Beides ist im Sauerland vorhanden. Da bin ich mir sicher“, so Heider. Er dankte seinen Mitarbeitern sowie den Anwesenden für jahrelangen Zuspruch.

Ein Artikel von Nils Dinkel

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