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Kreis Olpe, 18. August 2017

Hubertus Winterberg (Südwestfalen Agentur) im Interview

Regionale 2025: „Wir spüren die Aufbruchstimmung"

Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur GmbH, sieht die Region auf einem guten Weg.
Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur GmbH, sieht die Region auf einem guten Weg.
Foto: Foto: Südwestfalen Agentur GmbH
Kreis Olpe. Mit dem erneuten Zuschlag für eine Regionale will Südwestfalen wichtige Projekte und Initiativen für die Zukunftsfähigkeit der Region realisieren. Der 2008 gegründeten Südwestfalen Agentur GmbH in Olpe kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu – als Moderator des Prozesses, als Berater für regionale Akteure und als Verbindung zu den Ministerien in Düsseldorf. Im Interview erläutert Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur, den Stand der Regionale-Vorbereitungen, die Stimmung in der Region und die weiteren Schritte:

Seit 2012 setzt sich die Südwestfalen Agentur mit ihren Gesellschaftern Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Kreis Olpe, Kreis Siegen-Wittgenstein, Kreis Soest und dem Verein „Wirtschaft für Südwestfalen“ mit seinen mehr als 280 Mitgliedsunternehmen das Regionalmarketing um.

Vor gut fünf Monaten hat die Landesregierung Südwestfalen den Zuschlag für eine erneute Regionale gegeben. Viele waren überrascht, Sie auch?

Wir wussten, dass für uns die Latte besonders hoch liegen würde. So kurz nach dem Ende der Regionale 2013 erneut in den Wettbewerb zu gehen, war schon ein Stück kühn. Ich glaube, es war entscheidend, ein auch für Nordrhein-Westfalen innovatives Konzept zu erarbeiten. Entstanden ist ein Weg, wie wir die Region gerade für die jungen Menschen attraktiv gestalten können. Es geht um Fragen der Gesundheitsversorgung und Mobilität ebenso wie um die Zukunft der Arbeitsplätze und das Thema Bildung. Die Möglichkeiten der Digitalisierung spielen dabei eine zentrale Rolle. Wir haben die Fachjury und das Landeskabinett wohl auch deshalb überzeugt, weil die Bewerbung mit vielen Akteuren in der Region erarbeitet wurde.

Wo stehen wir im Moment mit den Planungen für die Regionale 2025?

Schon im Januar nächsten Jahres wird die Regionale in Südwestfalen offiziell starten. Wir sind derzeit in der wichtigen Phase, die Strukturen in der Südwestfalen Agentur vorzubereiten. Die notwendigen Beschlüsse der Gesellschafter sind in Vorbereitung. Die Kreistage werden in den nächsten Wochen eingebunden. Parallel wollen wir mit der Region gemeinsam erarbeiten, wo wir bei Schlüsselthemen für die Zukunft genau hinwollen. Es sollen Szenarien entstehen, die wir im Regionale-Prozess mit den besten Ideen und Konzepten Wirklichkeit werden lassen. Zeitplanung „ambitioniert, aber realistisch“ Wann geht es dann so richtig los?

Unsere Zeitplanung ist ambitioniert, aber realistisch. Die angesprochene fachliche Vertiefung werden wir im ersten Halbjahr nächsten Jahres vornehmen. Zeitgleich starten wir einen Coaching-Prozess zum Thema „Digitalisierung". Er wird über die gesamte Regionale-Phase fortlaufen und soll die Region mitnehmen. Nur wenn wir uns immer wieder mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung auseinandersetzen, können wir echt tragfähige Ideen für die Zukunft entwickeln. Im Herbst 2018 wird die Phase der Ideenfindung und -entwicklung offiziell eröffnet. Ab dann kann jedermann Projektideen einreichen. Wir sind gespannt und freuen uns schon auf die Sichtung der Ideen.

Das klingt nach Vorfreude. Ist sie auch außerhalb der Agentur erkennbar?

Wir spüren die Aufbruchstimmung - und das nicht erst, seitdem feststeht, dass wir eine neue Regionale ausrichten. Immer wieder werden wir nach dem Stand der Planungen gefragt: „Wann geht´s denn endlich los? Wir wollen mitmachen. Was ist zu tun?". Diesen Rückenwind hatten wir schon in der Bewerbungsphase und bei den Arbeiten zur Vision "Südwestfalen 2030".

Auch die Anmeldezahlen für das Südwestfalen Forum am 14. September in Olpe sind gut. Wir werden dort nur über die Planungen informieren und diskutieren. Es freut uns, dass die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Frau Ina Scharrenbach, ihre Teilnahme zugesagt hat. Für uns wichtig: Im Koalitionsvertrag haben sich CDU und FDP zur Zukunft der Regionalen bekannt. Das war und ist ein wichtiges Signal. „Region im Wettbewerb nachhaltig stärken" Wie werden sich Regionale und das Regionalmarketing verbinden?

Beides geht Hand in Hand. Mit der Regionale 2025 haben wir die große Chance, ein Zukunftsprogramm für Südwestfalen umzusetzen und die Region im Wettbewerb mit anderen Standorten nachhaltig zu stärken. Wir müssen gerade für die jungen Menschen attraktiver werden. Deshalb wollen wir die Regionale 2025 eng an ihren Vorstellungen ausrichten. Das mittlerweile von mehr als 280 Unternehmen getragene Regionalmarketing ist dafür sehr wichtig. Wir müssen klar und deutlich über unsere Qualitäten reden. Viele gute Argumente sprechen für uns.
(LP)

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