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Kreis Olpe, 19. Januar 2017

Stellungnahme der SPD-Bundestagsabgeordneten zu Skandalrede und AfD

Petra Crone: „Höckes Äußerungen sind widerlich“

Petra Crone.
Petra Crone.
Foto: Simone M. Neumann
Kreis Olpe. Der thüringische AfD-Chef Björn Höcke gilt als Wortführer des äußeren rechten Flügels der Alternative für Deutschland. Mit der Rede, die Höcke am Dienstagabend in Dresden hielt, sorgte er aufgrund seiner aggressiven völkischen und rechten Rhetorik und Argumentation bundesweit für große Empörung. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone bezeichnet Höckes Äußerungen in einer Stellungnahme als „widerlich“ und warnt vor ihm und der gesamten AfD. Die Stellungnahme im Wortlaut:

„Die Äußerungen von Björn Höcke sind widerlich, der Jubel seiner Anhänger darüber entsetzlich. Der AfD-Vorsitzende von Thürigen, ebenfalls Fraktionschef, ist kein Provokateur, der hier und da den anderen Parteien Untätigkeit oder Unfähigkeit vorwirft. Er wendet sich als Agitator gleich gegen die gesamte Gesellschaft in all ihrer Vielfalt. Er verlangt nichts weniger als einen deutschen Patriotismus und hinterlässt in seinen Aussagen keine Zweifel, was Patriotismus (oder besser Nationalismus) für ihn auf dem Weg zu dem von ihm ausgelobten tausendjährigen Deutschland bedeutet.

Der SPD-Bundestags-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann nennt Höcke zurecht einen Nazi. Allen Demokraten muss nun endgültig das Licht aufgehen, dass wir es eben nicht mit einer kleinen kritischen Gruppe zu tun haben, sondern dass die „glorreiche alte Zeit“ verherrlichende Äußerungen einen klaren Bruch zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung darstellen. "AfD gegen frei wählbare Lebensmodelle" Die AfD stellt sich gegen die allermeisten Lebensmodelle, die wir heute frei wählen. Sie schreibt sich Politik für Familien auf die Fahnen, meint aber die ausschließliche Akzeptanz von deutschen klassisch-konservativen Ehen mit mehreren Kindern. Alleinerziehende sind davon ebenso ausgenommen wie Paare ohne Trauschein, von Homosexuellen ganz zu schweigen.

Meinungsfreiheit verstehen die AfD und insbesondere Herr Höcke darin, die Meinung ihrer Anhängerschaft zu legitimieren. Die Freiheit aller anderen darf hingegen beschnitten werden. „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen“ – und sei es, wie Björn Höcke forderte, den Holocaust zu leugnen oder aus Sympathiegründen Hakenkreuze zu tragen.

Wir alle sind aufgefordert, uns diesen menschenverachtenden Positionen entgegenzustellen.

Die AfD ist keine Alternative für Deutschland!“
(LP)

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