Nachrichten Politik
Kreis Olpe, 04. Februar 2019

Frauen Union Kreis Olpe

Landesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs gefordert

Landesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs gefordert
Symbolfoto: Nils Dinkel
Kreis Olpe. Zum Missbrauchsskandal in Lippe, bei dem drei Tatverdächtigen sexueller Kindesmissbrauch über mehrere Jahre hinweg in mehr als 1000 Taten zu Lasten von etwa 20 Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren vorgeworfen wird, äußert sich Kerstin Brauer, Vorsitzende der Frauen Union Kreis Olpe, in einer Pressemitteilung:

„Die Tatvorwürfe gegen die Verdächtigen aus Lippe, mehr als 20 Kinder sexuell missbraucht zu haben, machen deutlich: Wir brauchen in Nordrhein-Westfalen eine Landesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Auf der Bundesebene gibt es dieses Amt lange, auf der Ebene der Länder wird man hier wenig fündig.

Täglich werden in Deutschland fast 50 Kinder misshandelt oder sexuell missbraucht. Der fehlende Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet und in den sozialen Medien trägt dazu bei, dass Cybergrooming, sexueller Missbrauch und das Filmen dieser Taten für tausende Kinder Realität sind. Es ist einfach nur abartig und widerlich!“ Schonungslose Aufklärung Für die Frauen Union Kreis Olpe stehe außer Frage, dass auch das behördliche Tun oder Nichttun einer schonungslosen Aufklärung bedarf. Kerstin Brauer weiter: „Jedes Kind hat ein Recht auf Achtung seiner Würde als eigenständige Persönlichkeit und auf besonderen Schutz von Staat und Gesellschaft – insbesondere vor Gewalt. In Nordrhein-Westfalen steht dies sogar in der Landesverfassung.

13.539 Kinder wurden bundesweit 2017 als Opfer im Bereich der sexuellen Gewalt registriert. Die Verbreitung kinderpornographischen Materials stieg um rund 15 Prozent an. Was sind das nur für Menschen? Staat und Gesellschaft müssen mehr hinsehen, und wenn die Befugnisse nicht ausreichen, dann müssen wir nicht nur darüber reden, sondern die Befugnisse schaffen. Es darf keinen Raum für den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen geben!“
Hintergrund:
143 getötete Kinder, fast 78 Prozent waren zum Zeitpunkt ihres Todes jünger als sechs Jahre. In 77 Fällen blieb es bei einem Tötungsversuch. 4.208 Kinder waren von Misshandlungen betroffen. 43 Prozent von ihnen haben das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet. 13.539 Kinder wurden als Opfer im Bereich der sexuellen Gewalt registriert. Die Verbreitung kinderpornographischen Materials stieg um rund 15 Prozent an. Das ist die traurige Bilanz der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2017. In dieser Statistik werden nur die Fälle erfasst, die tatsächlich zur Anzeige gelangen.
(LP)

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