Nachrichten Politik
Kreis Olpe, 22. März 2017

Internationaler Tag gegen Rassismus

Kundgebung gegen Rechts in Attendorn

Rund 70 Personen nahmen an der Kundgebung teil.
Rund 70 Personen nahmen an der Kundgebung teil.
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Zum Internationalen Tag gegen Rassismus haben sich am Dienstagabend, 21. März, rund 70 Bürger auf dem „Alten Markt“ in Attendorn eingefunden. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte die AG „es TUT sich WAS“ aus Lennestadt.

Dr. Gregor Kaiser begrüßte die Anwesenden und erklärte, warum gerade Attendorn als Ort der Kundgebung ausgesucht worden war. „Eigentlich wollten wir heute die Veranstaltung in Olpe machen, denn dort gibt es eine ganze Reihe von Aktivisten des sogenannten ,III. Weges, einer rechtsextremen Gruppe, der es sich massiv in den Weg zu stellen gilt.“ Allerdings war kurz zuvor im Rathaus Attendorn die Ausstellung „Der Mensch am Rand in unserer Mitte“ eröffnet worden, die man besucht habe.

Kaiser erklärte anschließend den Ursprung des Tages gegen Rassismus, der am 21. März 1960 in Südafrika begründet wurde. Seit 1994 koordiniert der interkulturelle Rat die Initiativen und Aktivitäten rund um den 21. März in Deutschland. Seit 2008 ist sogar ein Zeitraum von zwei Wochen für die vielen Veranstaltungen und Aktionen angesetzt. In diesem Rahmen erfolgte auch die Kundgebung in Attendorn, so Kaiser. Bitzer spricht über den „III. Weg“ Nach einem musikalischen Intermezzo der Gruppe „far out“ ging der Olper Stadtrat Kai Bitzer auf die rechtsextreme Partei „Der III. Weg“ ein, die auch im Kreis Olpe einige Unterstützer hat. Nach LokalPlus-Informationen geht der Verfassungsschutz von einer Kleingruppe aus. Die Rechtsextremen hatten im vergangenen Jahr diverse Politiker aus dem linken Spektrum per „Gutschein“-Postkarte zur Ausreise aus Deutschland aufgefordert. Bitzer verklagte die Partei daraufhin auf die Zahlung einer Afrika-Reise und hat damit bundesweit für Aufsehen gesorgt.
Kai Bitzer.
„Der ,III. Weg ist eine, nach eigener Aussage, national-sozialistische Kleinstpartei mit einigen hundert Mitgliedern bundesweit. Eigentlich ein kleiner Haufen Ewiggestriger, die es nicht wert wären, auch nur eines Blickes gewürdigt zu werden“, sagte Bitzer. Und doch sei es wichtig, sich rechten und rechtsextremen Tendenzen grundsätzlich entschieden in den Weg zu stellen. Neuer Zwischenstand bei „Postkarten-Klage“ Und die weise die Partei auf, obwohl sich die Aktivitäten der Mitglieder in erster Linie auf das Betreiben von Internetseiten und darauf beschränkten, „nachts im Fackelschein im Wald irgendwelcher Helden“ zu gedenken. Themen der Partei laut Bitzer: „Man fabuliert von der Wiederherstellung von Deutschland in seinen völkerrechtlichen Grenzen. Weiterhin hetzt man gegen den sogenannten Volkstod und die ,Überfremdung´, was in den Augen der Nazis vom ,III. Weg“ ein Synonym für das Recht auf Asyl ist. Menschen, die das Grundrecht auf Asyl anerkennen und sich eventuell noch in der Flüchtlingshilfe engagieren werden als Überfremdungsbefürworter diffamiert.“ Bitzer präsentierte auch einen neuen Zwischenstand, was seine Klage gegen die rechtsextreme Partei angeht. Die Anwältin der Gegenseite habe ihm mitgeteilt, dass es sich bei der Postkarten-Aktion der Partei lediglich um eine „reine Provokation“ gehandelt habe. „Die eigenen politischen Aktionen werden um des Geldes wegen als politischer Klamauk eingestuft“, sagte Bitzer – und empfohl der Partei: „Jungs, geht nach Hause!“

Zum Ende der Kundgebung definierte Dr. Gregor Kaiser den Begriff Rassismus und dessen unterschiedliche Ausprägungen im Alltag. Nach rund 30 Minuten löste sich die friedliche Kundgebung auf.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Kundgebung gegen Rechts in Attendorn