Nachrichten Politik
Kreis Olpe, 02. Oktober 2019

Rund 25 Millionen-Euro-Projekt

Kreis Olpe plant gemeinsame Notfallzentrale mit den Kreisen HSK und Siegen

Die Einsatzleistelle in der Trift entspricht nicht den modernen Standards.
Die Einsatzleistelle in der Trift entspricht nicht den modernen Standards.
Foto: Nicole Voss
Rüblinghausen. Am zwingend notwendigen Bau einer neuen Notfallzentrale, die mit den Kreisen HSK und Siegen kooperiert, hat Kreisdirektor Theo Melcher bei einer Infoveranstaltung am Dienstag, 1. Oktober, im Sportlerheim Rüblinghausen keinen Zweifel gelassen.

Die zentrale Einrichtung für das Rettungswesen sowie den Brand- und Bevölkerungsschutz soll auf einem 22 Hektar großen Gelände direkt an der Kreisstraße 36 (Olpe - Rüblinghausen) im Gewerbegebiet Hüppcherhammer entstehen.

In dem Notfallzentrum sollen die Kreisleitstelle des Rettungsdienstes, die Feuerwehrtechnische Einrichtung und die Verwaltungsmitarbeiter des entsprechenden Fachdienstes integriert sein. Ferner sind die Kreisschlauchpflege, die Atemschutzwerkstatt und ein Übungsgelände für die Feuerwehr vorgesehen.   Genaue Angaben zu den Kosten gibt es noch nicht
Die Kosten, die bei den ersten Vorstellungen bei rund 20 Millionen lagen, schätzte Kreisdirektor Melcher auf mittlerweile rund 25 Millionen Euro. Genau wollte sich Melcher nicht festlegen. Die Kosten der rettungsdienstlichen Komponenten werden zu 100 Prozent von den Krankenkassen übernommen.

Feuerwehrbrandtechnische Komponenten werden vom Kreis Olpe und somit durch die Kreisumlage von den sieben Kommunen getragen. Neu wird der Verbund mit dem Hochsauerlandkreis und dem Kreis Siegen-Wittgenstein.
Kreisdirektor Theo Melcher gab Infos zum Bau der Notfallzentrale.
Der Hintergrund: Die Leitstellen der Kreise müssen jederzeit in der Lage sein, auch größere Schadenslagen abzuarbeiten. Falls eine Leitstelle ausfällt, kann eine andere Leistelle übernehmen. Das erspart eine ansonsten zwingend notwendige zweite Leitstelle, die ohne einen Verbund gebaut werden müsste.

Voraussetzung ist, dass alle drei Kreise die gleichen, modernen Standards vorhalten. Der Kreis Olpe ist nicht der erste Kreis, der eine gemeinsame Notfallzentrale mit anderen Kreisen baut.

Die ersten Voraussetzungen im komplizierten Verfahren muss die Stadt Olpe schaffen. Erste Pläne dazu sollen in den nächsten Wochen erstellt werden. Die Fertigstellung ist frühestens 2023 geplant. Herausforderungen mit heutigen Strukturen nicht realisierbar Kreisdirektor Melcher machte deutlich, dass die Einsatzleitstelle in die Jahre gekommen sei, die Räume zu klein und das Platzkontingent nicht ausreichend sei.

„Die Herausforderungen der heutigen Zeit sind mit den vorhandenen Strukturen nicht zu bewältigen. Der Rettungsdienst schafft die Zeitvorgaben nach Wenden und Drolshagen nicht", untermalte Theo Melcher den Neubau und erklärte, dass sowohl über die Kreisstraße als auch über das Gewerbegebiet ausgerückt werden könne.
Auf dieser Fläche an der K36 soll die neue Notfallzentrale des Kreises Olpe entstehen.
Dabei wird es sich nicht um eine allgemeine Durchfahrtsstraße handeln, schwächte der Kreisdirektor dahin gehende Bedenken ab und scherzte mit Blick auf die anwesenden Rüblinghauser: „Sie werden dann ruhige Nachbarn haben, die nicht in Urlaub fahren, keine Partys feiern und für Ihre Sicherheit sorgen.“

Ein Blick zurück: Ende 2017 hatte der Kreistag den Bau der zentralen Einrichtung beschlossen. Hintergrund war seinerzeit auch, dass die Leitstelle für den Brandschutz und das Rettungswesen, die seit 1996 im Kreishaus untergebracht ist, nicht mehr den modernen Standards entspreche und auch die Rettungswache in der Trift in Olpe nicht geeignet sei.
Ein Artikel von Nicole Voss

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