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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 11. August 2016

Studie soll Informationen zu Ansprüchen und Bedürfnissen von Frauen an Arbeitgeber und Region liefern

Fachkräftepotenzial Frauen in Südwestfalen

Dr. Peter Liese und Prof. Dr. Anne Jacobi.
Dr. Peter Liese und Prof. Dr. Anne Jacobi.
„Nicht nur die demografische Entwicklung wird starke Auswirkungen auf unsere Arbeitsplätze haben, sondern auch, dass es scheinbar für Frauen nicht genügend attraktive Arbeitsplätze gibt und insbesondere junge Frauen nach dem Studium nicht wieder zurück nach Südwestfalen kommen“, sagt der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese.

Mit der Thematik beschäftigt sich auch eine Studie der Fachhochschule Südwestfalen. Prof. Dr. Anne Jacobi hat zusammen mit Studenten im Auftrag von Sauerland Initiativ, der Südwestfalen Agentur, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Hochsauerlandkreises und des Kompetenzzentrums Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland eine Studie zum Fachkräftepotenzial von Frauen in Südwestfalen durchgeführt. Insgesamt 3.800 Frauen im Alter von 18 bis 64 Jahren wurden auf öffentlichen Plätzen und Veranstaltungen in der Region über ihre Ansprüche und Bedürfnisse an Arbeitgeber und die Region befragt. Große Zahl an „Hidden Champions“ nicht bekannt Mit Hilfe der Studie, in der Themen wie Lebensqualität, Karrierebereitschaft, Wohnort und Wünsche an Unternehmen abgefragt wurden, wollen die Auftraggeber und die Hochschule das vorhandene Fachkräftepotenzial vor Ort aufzeigen und daraus Empfehlungen und Maßnahmen für Arbeitgeber und Politik erarbeiten. Die Auswertung der Fragebögen wird im Herbst abgeschlossen sein. „Wir haben in unserer Region eine große Zahl an „Hidden Champions“ und unheimlich viel zu bieten. Bei vielen Gesprächen mit politisch Verantwortlichen und insbesondere Jugendlichen musste ich allerdings erfahren, dass dies zu wenig bekannt ist“, so Liese. Innerbetriebliches Umdenken gefragt „Wenn der Erfolg der Unternehmen nicht gefährdet werden soll, sind Produktivitätssteigerungen sicher ein erstes Mittel, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber allein das wird nicht reichen. Darüber hinaus ist eine höhere Ausschöpfung des Erwerbspersonenpotentials unerlässlich. Darunter fällt die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer genauso wie die Ausweitung der Berufstätigkeit von Frauen. Die Verschiebungen in der Bevölkerungsstruktur erfordern aber auch innerbetrieblich ein Umdenken. Das beginnt bei der Personalpolitik, neuen Arbeitszeitmodellen sowie veränderten Belegschaftsstrukturen. Und genau hier wollen wir mit unserer Studie ansetzen und schauen, welche Bedürfnisse und Bereitschaften bei den Frauen festzustellen sind", so Prof. Dr. Anne Jacobi.

„Bereits vorhergehende Studien haben belegt, dass unsere Region für junge Frauen attraktiv ist und wenn möglich noch attraktiver wird. Dies ist eine Schlüsselfrage für Südwestfalen. Die vielen Möglichkeiten die wir jetzt durch die EU-Förderung, zum Beispiel Leader und Efre haben, müssen wir gezielt in diesem Sinne nutzen“, so Liese abschließend. (LP)

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