Nachrichten Politik
Kreis Olpe, 21. September 2017

Elterninitiative äußert sich zum Weltkindertag

Abitur nach 13 Jahren: Kindern eine Stimme geben

Abitur nach 13 Jahren: Kindern eine Stimme geben
Symbolfoto: © Teteline / Fotolia
Kreis Olpe. Mit dem Motto des Weltkindertags „Kindern eine Stimme geben“ erhalten Kinder die Möglichkeit, ihrer Stimme Gehör zu verleihen. So haben sie ihre Meinung zur geplanten Umstellung zu G9 in NRW auf Sprechblasen geschrieben und auf bunte Plakate geklebt. Nach den vorläufigen Plänen des Ministeriums sollen im Jahr 2019/2020 nur Schüler in einen neunjährigen Bildungsgang am Gymnasium überführt werden, die dann in der Jahrgangsstufe 5 und 6 sind. Dazu äußert sich die Elterninitiative „Abitur nach 13 Jahre an Gymnasien“. Anbei die Pressemitteilung im Wortlaut:

„Doch auch die vielen hunderttausend Schüler, die nach den vorläufigen Plänen von einer Umstellung ausgeschlossen werden, sollten noch von dem neunjährigen Bildungsgang profitieren. Die Kinder wünschen sich, dass ihre Jahrgänge auch in den Umstellungsprozess einbezogen werden. Sie können nicht verstehen, warum in Niedersachsen eine Einbindung der Jahrgänge fünf bis acht möglich war, dies aber für NRW eine unüberwindbare Hürde darstellen soll. Plakate für Landtagspräsident Durch seine Einladung in den Landtag gab der Landtagspräsident André Kuper diesen Kindern am Weltkindertag eine Stimme. Eine Gruppe von über 30 Kindern aus ganz NRW überreichte ihm stellvertretend ihre Plakate. Er wird dafür sorgen, dass ihre Stimme auch die Ohren der entscheidungstragenden Politiker erreicht. Dazu leitet er die Plakate an Ministerin Gebauer weiter.

Der Weltkindertag bietet einen Anlass, sich mit der „Konvention über die Rechte des Kindes“ der Vereinten Nationen auseinanderzusetzen. Diese wurde 1990 von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet und bildet seitdem eine Grundlage der Gesetzgebungsverfahren. Recht auf Bildung, Freizeit und Erholung Insbesondere die Rechte der Kinder auf Bildung, Freizeit und Erholung sowie die Berücksichtigung des Kinderwillens und Respektierung des Elternrechts sollten daher auch bei der Umstellung zu G9 Grundlage sein. Das Wohl des Kindes muss dabei im Mittelpunkt stehen.

Niedersachsen hat einen Weg aufgezeigt, auf welche Weise die Einbindung der Jahrgänge fünf bis acht unproblematisch möglich ist. Dieser Weg sollte auch in NRW richtungsweisend sein, um vielen hunderttausend Schülern einen neunjährigen Bildungsgang am Gymnasium zu ermöglichen. So würden auch diese Kinder mehr Zeit für Bildung, Freizeit und Erholung haben. Erst dann würde eine angemessene Orientierung an den Kinderrechten erfolgen und eine Politik für Kinder Umsetzung finden. Aspekte und Forderungen Die Elterninitiative unterstützt die Rechte der Kinder und die Forderungen von UNICEF, indem sie die Regierung auffordert, folgende Aspekte bei einer Umstellung auf einen neunjährigen Bildungsgang am Gymnasium zu berücksichtigen:
  • Einbindung laufender Jahrgänge zum Zeitpunkt der Umstellung: Jahrgangsstufen 5-8
  • Prüfung, auf welche Weise man der jetzigen 7. Klasse G9 ermöglichen kann
  • Einhaltung der KMK-Vorgaben: 265 Wochenstunden = 179 Sek. I + 86 Sek. II
  • Stärkung des „Offenen Ganztags“
  • Überprüfung, wie sichergestellt werden kann, dass Schüler überall in NRW ohne Umzug ein
  • G9-Gymnasium besuchen können
  • Beginn der zweiten Fremdsprache in Klasse 7
Ansprechpartner der Elterninitiative ist Marcus Hohenstein aus Siegen.
(LP)

Bildergalerie: Abitur nach 13 Jahren: Kindern eine Stimme geben