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Kirchhundem, 07. August 2018

Bürgerbegehren

Viele Schultern und Teamwork ersetzen Beigeordneten im Kirchhundemer Rathaus

Es laufe auch ohne Beigeordneten im Rathaus Kirchhundem rund, bestätigt die Verwaltung.
Es laufe auch ohne Beigeordneten im Rathaus Kirchhundem rund, bestätigt die Verwaltung.
Foto: Sven Prillwitz
Kirchhundem. Mit einem Bürgerbegehren soll die Neubesetzung der Beigeordneten-Stelle verhindert und der Posten nachträglich gestrichen werden. Ein Hauptargument der Initiatoren des Bürgerbegehrens: Die Arbeit im Kirchhundemer Rathaus sei erfolgreich umstrukturiert worden und funktioniere auch ohne Beigeordneten reibungslos. Das bestätigt die Verwaltung auf LokalPlus-Anfrage.

Etwas mehr als fünf Monate sind vergangenen, seit sich Tobias Middelhoff aus beruflichen Gründen nach Köln verabschiedet hat. Seitdem gibt es keinen Beigeordneten mehr im Kirchhundemer Rathaus. Zum allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters wurde Bauamtsleiter Björn Jarosz bestellt, während Saskia Zschegel als Kämmerin fungiert – jeweils übergangsweise. Weitere Aufgaben, die einst in Middelhoffs Zuständigkeitsbereich fielen, wurden auf andere Mitarbeiter in der Verwaltung verteilt.

Mit Erfolg, sagt Konrad Schlechtinger, Fachbereichsleiter Schule, Ordnung, Soziales und Ratsarbeit. „Wir haben alles nach den Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter und auf damit auf breite Schultern verteilt. Wir haben ein glückliches Händchen gehabt“, sagt Schlechtinger. Die Umstrukturierung, das Mehr an Verantwortung für einzelne Mitarbeiter sei „grundsätzlich positiv angenommen“ und im Team bewältigt worden – ohne Überlastung für den Einzelnen. Positive Auswirkung auf Arbeitsleistungen „Wer mehr Aufgaben hat, bringt sich entsprechend mehr ein. Das hat sich positiv auf die Arbeitsleistung ausgewirkt“, sagt Schlechtinger. Er wurde von Bürgermeister Andreas Reinéry, der sich am Wochenende in den Urlaub verabschiedet hat, damit beauftragt, Anfragen zum Bürgerbegehren für die Verwaltung zu beantworten. Grundsätzlich sei übrigens auch die Verwaltung der Meinung, dass eine Beigeordneten-Stelle nicht zwangsläufig erforderlich sei, so Schlechtinger.

Das sehen die Fraktionen von CDU und UK anders. Beide hatten bei der Ratssitzung im Juli gegen den SPD-Antrag zur Streichung der Beigeordneten-Stelle gestimmt. Begründung: Zum einen sei die Kostenersparnis durch den Wegfall dieser Position marginal, zum anderen bedeute ein Beigeordneter Entlastung sowohl für die Verwaltung als auch für den Bürgermeister. Mit der Mehrheit von CDU und UK scheiterte der SPD-Antrag.

Nach jetzigem Stand soll die Stelle eines Beigeordneten und Kämmerers also neu ausgeschrieben werden. Davon gingen laut Schlechtinger auch die Fachbereichsleiter aus, als sie überlegten, wie sich Middelhoffs Aufgaben verteilen und „übergangsweise stemmen lassen“. Voraussichtlich bis Ende August müssen die Initiatoren des Bürgerbegehrens rund 1100 Unterschriften für die Streichung der Beigeordneten-Stelle sammeln, damit sich der Rat erneut mit der Angelegenheit befassen muss (LokalPlus berichtete).

UPDATE (13.42 Uhr): Soeben hat sich Bürgermeister Andreas Reinéry telefonisch in der LokalPlus-Redaktion gemeldet. Am Nachmittag will er Statement zum Bürgerbegehren und zur Arbeit in der Verwaltung abgeben.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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