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Finnentrop, 01. Juli 2017

Bei sieben Gegenstimmen

Sauna: Finnentroper Rat stimmt für Konzept zur Modernisierung

Sauna: Finnentroper Rat stimmt für Konzept zur Modernisierung
Symbolfoto: Sven Prillwitz
Finnentrop. Der Umbau und die Modernisierung des Saunabereichs im „Finto“ bleibt ein heiß diskutiertes Thema. Das Konzept, das die Firma „B+S Finnlandsauna“ hierfür inklusive Rentabilitätsrechnung vorgelegt hat, hat der Rat der Gemeinde am Freitag, 30. Juni, bei sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung befürwortet.

Die Berechnung sieht kurz gesagt Kosten in Höhe von rund 850.000 Euro für den Um- und Ausbau der Sauna und die daraus resultierenden Mehrkosten für den Betrieb vor. Um die Investitionen und die Mehrausgaben auffangen zu können, müsste der Saunabereich im „Finto“ an 360 Tagen geöffnet sein und pro Tag zehn zusätzliche Nutzer anlocken. Außerdem müsste der Eintrittspreis nach dieser Rechnung um 2,50 Euro erhöht werden. Die Firma „B+S Finnlandsauna“ hatte Konzept und Berechnung in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Sport (13. Juni) vorgestellt.

Geschlossen gegen den Ausbau und die Modernisierung der Sauna stimmten die Fraktionen der Freien Wähler für Finnentrop und der UWG am Freitag. Hauptargument: die Kosten und die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Bei allem Verständnis für die Attraktivität einer Sauna leiste sich eine „kleine Gemeinde wie Finnentrop vielleicht ein bisschen viel“, sagte etwa Petra Krempel von der UWG. Als „zu pompös“ bezeichnete ihr Fraktionskollege Günter Linn das Vorhaben. Bischopink: Investition in ein „kleines Klientel“ Statt in die Sauna sollte die Gemeinde Finnentrop lieber in das Schwimmbad und damit in die Jugend investieren, forderte zudem Stephan Bischopink von den Freien Wählern und verwies auf die „marode Rutsche“ im „Finto“. Eine Investition in den Saunabereich bedeute, 850.000 Euro „für ein kleines Klientel“ auszugeben. Unterstützung kam von einem Christdemokraten: Auch Edgar Tiggemann (CDU) warnte davor, dass die Ausgaben für Investitionen erst einmal wieder eingespielt werden müssten – und dass es fraglich sei, ob mehr Besucher auch zu dem benötigten Mehr an Umsatz führen. Tiggemann stimmte ebenfalls gegen das Vorhaben.

Die Befürworter der Sauna-Modernisierung wiederum hatten ebenfalls zwei Hauptargumente. So verwiesen sowohl Gerd Kowalzik (SPD) als auch Christiane Höveler zum einen auf das Alleinstellungsmerkmal, das der „Finto“-Saunabereich für die Kommune im Vergleich zu den Nachbarstädten Lennestadt und Attendorn bedeute. Damit ließen sich Tagesurlauber und auch zusätzliche Schwimmer anlocken. Nagel und Heß: Investitionen unumgänglich Zum anderen, so das zweite Argument, seien Investitionen in die Sauna so oder so unumgänglich. „Von unternehmerischer Seite muss man schon mal etwas ausgeben, um zu sparen. Wenn man jetzt nichts tut, sehen wir uns irgendwann damit konfrontiert, das Ding zumachen zu müssen“, gab Jens Nagel (SPD) etwa zu bedenken.

Eine Ansicht, die auch Bürgermeister Dietmar Heß teilt. „Ich gestehe ein gewisses unternehmerisches Risiko ein. Aber die Alternative, dass uns die Sauna eines Tages wegbricht, würde uns deutlich teurer kommen“, sagte Heß. Seine Rechnung: Auf die nächsten 20 Jahre gesehen – auf diesen Zeitraum sei die Rentabilitätsberechnung angelegt –, bedeute die Modernisierung der Sauna einen jährlichen Aufwand von lediglich mehr als 40.000 Euro für die Gemeinde. „Wenn wir die Besucherzahlen nachhaltig halten und zusätzliche Gäste dazugewinnen, wird sich das über die Jahre als Investition auszahlen“, so Heß.

Außerdem stellte das Gemeindeoberhaupt klar, dass mit der Entscheidung des Rates zu diesem Zeitpunkt lediglich eine Entscheidung für ein Konzept falle. „Wir sind noch nicht so weit, dass wir über Details reden. Die Planungen sind noch nicht konkretisiert, und bei den Kosten handelt es sich um Schätzungen“, sagte Heß – zumal das Konzept und die Zahlen der Firma „B+S Finnlandsauna“ mittlerweile drei Jahre alt seien.
Betrieb des Lehrschwimmbeckens Fretter wird fortgesetzt

Auf der Tagesordnung der Ratssitzung stand auch die Frage nach dem Zustand des Lehrschwimmbeckens in Fretter. „Angesichts der Haushaltsplanberatungen wurde (erneut) die Frage aufgeworfen, ob das Lehrschwimmbecken Fretter nicht auf mittlere Sicht verzichtbar sei und die Aufwendungen dafür eingespart werden könnten“, heißt es in der entsprechenden Sitzungsvorlage.

Darin ist auch aufgeführt, dass das Schwimmbad für Kindergarten- du Schulschwimmen und von Vereinen an fünf Tagen die Woche genutzt wird. Eine Verlagerung dieses Betriebs ins „Finto“ sei „nur bedingt“ möglich.

Außerdem habe eine Untersuchung ergeben, dass „aktuell absolut kein Handlungsbedarf besteht“, fasste Martin Willeke im Rat das Ergebnis der Beratung zusammen, zur dem der Ausschuss für Bildung, Soziales und Sport über den Zustand des Lehrschwimmbeckens gekommen war.

Eine Abstimmung über ein weiteres Vorgehen war kein Bestandteil des Tagesordnungspunktes im Rat. Der Betrieb des Lehrschwimmbeckens in Fretter läuft damit weiter wie bisher.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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