Nachrichten Politik
Finnentrop, 27.08.2021

Vertrauen in den Staat gewinnen

NRW-Innenminister Reul: Keine leeren Versprechungen, Probleme anpacken

CDU-Bundestagskandidat Florian Müller (l.) bedankt sich bei NRW-Innenminister Herbert Reul.
CDU-Bundestagskandidat Florian Müller (l.) bedankt sich bei NRW-Innenminister Herbert Reul.
Nicole Voss
Ostentrop. NRW-Innenminister Herbert Reul ist ein Mann der klaren Worte und der klaren Kante. Das machte den 68-Jährigen am Donnerstagabend, 26. August, bei seinem Besuch im Duarphius Ostentrop sympathisch, wo Reul auf Einladung des CDU-Kreisverbandes sprach.

Innere Sicherheit sei einer der Schlüssel, damit die Menschen wieder Vertrauen in den Staat gewinnen, sagte der Innnenminister. „Wenn wir das nicht hinbekommen, wird es brandgefährlich“, so Herbert Reul, der deutlich machte, dass ein Rechtsstaat nur funktionieren könne, wenn Regeln eingehalten werden.

Seine politische Maxime: Probleme benennen, nicht verschweigen, anfangen, sie zu lösen und so Stück für Stück das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen – nicht mit Plakaten, sondern mit Taten. „Nie versprechen: Morgen sind alle Probleme gelöst“, mahnte der Rheinländer. Mehrfach wiederholte Innenminister Reul, dass die Menschen keine Wunder erwarten dürften, sondern Probleme Stück für Stück gelöst werden müssten.

Die Veranstaltung mit NRW-Innenminister Herbert Reul lockte viele Gäste an.

Der NRW-Innenminister setzt dabei sozusagen auf die Politik der 1.000 Nadelstiche. Als Beispiel nannte Reul die Kontrolle der Clans und räumte dabei ein, dass man den Menschen, die heute in den Clans verwurzelt seien, in den 1980er-Jahren, als sie nach Deutschland kamen, zu wenig Beachtung geschenkt habe. Um die organisierte Kriminalität zu bekämpfen, brauche man einen langen Atem.


Junge Menschen aus der Szene rauszuholen, ist eines der Ziele. Schwierig, einem Jugendlichen eine Ausbildungsstelle anzudienen, wenn er auf seine Rolex schaue und sage, dass er dafür keine Zeit habe.

Als Riesenproblem wertete Herbert Reul den Rechtsextremismus. „Da braut sich was zusammen, was schon stark ist, insbesondere im Internet, wo es schwer kontrollierbar ist“, mahnte er. Beim Hambachter Forst räumte der NRW-Innenminister ein, die Situation unterschätzt zu haben. Klima sei eben was anderes.

Weitere Themen, die der seit 2017 im Amt befindliche Minister ansprach, waren der belastende Bereich des Kindermissbrauchs, der wahrgenommen und angepackt worden sei, und Angriffe auf Sicherheitskräfte, von denen jeder einzelne vor Gericht gebracht werden müsse.

CDU-Bundestagskandidat Florian Müller,

Herbert Reul setzt auf einen Wandel in der Gesellschaft und regte an, einfach mal Danke zu sagen. „Jeder ist verantwortlich für sich und andere, dann entsteht ein Bild in der Gesellschaft, wie ich es mir wünsche. Es ist toll, in einer Republik mit super Menschen zu leben. Dafür lohnt es sich etwas zu verbessern“, betonte der Innenminister, der auch beim ernsten Thema durch seine lockere Art für so manches Schmunzeln sorgte.


Zusammengefasst seien in den vergangenen Jahren viele große Probleme (Finanz- und Eurokrise, Corona, Flut) angegangen worden. “Wir haben es hinbekommen. Es war nicht alles perfekt, aber es wird zu wenig gewürdigt„, so Herbert Reul. Lobende Worte gab es für die vielen Hilfskräfte, die anpacken und gestalten - aktuell im Ahrtal. “Wir brauchen mehr solcher Leute“, hob der NRW-Innenminister hervor.

NRW-Innenminister Herbert Reul.

In Bezug auf seine eigene Partei vertritt der 68-Jährige die Meinung, dass es an konkreten Projekten fehle. Mit Blick auf die Wahl müssten sich alle kümmern. Finnentrops Bürgermeister Achim Henkel lobte Herbert Reul: „Ich haben in meiner 35-jährigen Zeit als Polizeibeamter viele Innenminister erlebt. Lassen Sie sich nicht kirre machen. Sie machen das gut.“

Jochen Ritter, CDU-MdL und Kreisvorsitzender, sprach bei seiner Begrüßung von einem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit, in dem sich auch der Landtag bewege. Herbert Reul verkörpere als Mensch einen Fels in der Brandung, komme schnell auf den Punkt und sei eine ganz besondere Marke im Kabinett.


Florian Müller, heimischer CDU-Bundestagskandidat, sprach mit Blick auf die Bundestagswahl von einer Richtungswahl, bei der das Kreuzchen für Be- oder Entlastung gesetzt werde. Es gehe ihm darum, das Sauerland als starke Wirtschaftsregion weiter zu stärken.

Ein Artikel von Nicole Voss

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