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Finnentrop, 13. Januar 2017

Verein unterstützt junge Menschen in Kolumbien

„Lazos de Amistad“ gewinnt Jugendbürgerpreis der Gemeinde Finnentrop

„Lazos de Amistad“ gewinnt Jugendbürgerpreis der Gemeinde Finnentrop
Foto: Barbara Sander-Graetz
Finnentrop. Der Verein „Lazos de Amistad – Bänder der Freundschaft“ ist mit dem Jugendbürgerpreis der Gemeinde Finnentrop ausgezeichnet worden. Bürgermeister Dietmar Heß gratulierte dem Verein am Donnerstagabend, 12. Januar, im Rahmen des Neujahrsempfangs der Gemeinde (LokalPlus berichtete). Der Preis wird seit 2010 vergeben.

„Lazos de Amistad – Bänder der Freundschaft“ blickt in diesem Jahr auf sein fünfjähriges Bestehen zurück. Bei dem Verein handelt es sich um eine deutsch-kolumbianische Kooperation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, bedürftigen Menschen in Kolumbien zu helfen, Bildung zu ermöglichen und internationale Brücken zu bauen. 

„Der Verein hat Mitglieder und Unterstützer aus allen Altersgruppen“, betonte Bürgermeister Dietmar Heß in seiner Laudatio, „doch gerade das Vorstandsteam ist mit jungen Menschen im Alter zwischen Anfang 20 und Anfang 30 besetzt. Viele der im Verein engagierten ehrenamtlichen Helfer sind noch jünger als 20. Hier wird ganz aktiv Hilfe von jungen Menschen in Deutschland für junge Menschen in Kolumbien geleistet. Alexander Sieler bedankte sich im Namen aller aktiven Mitglieder: „Wenn wir das Leid andere nicht im Ursprung ändern, dann kommt das Leid zu uns. Wir sehen den Preis als ein Zeichen gegen Fremdenhass und für Toleranz.“

Die ehrenamtlich Aktiven führen Informationsveranstaltungen und Spendenakquisen durch, vermitteln Patenschaften und organisieren die Vereinsarbeit. In Regionalgruppen im Kreis Olpe, in Münster, Siegen und im Rheinland stehen die Aktiven als Ansprechpartner zur Verfügung und forcieren einzelne Aktionen vor Ort, oftmals auch gemeinsam mit in Deutschland lebenden Kolumbianern. Kooperationen und Vorträge Zu den Aktionen in der Gemeinde Finnentrop zählen die Kooperation mit der Hauptschule Finnentrop sowie das Halten von Vorträgen in Schulen und anderen Institutionen, der Stand auf dem Herbstmarkt in Bamenohl sowie die Kaffeestube auf dem Finnentroper Weihnachtsmarkt, wo die Aktiven Kaffee und Kuchen verkaufen und der Erlös dem Projekt zugute kommt. Zweimal im Jahr finden Vereinswochenenden statt, um den Austausch der Mitglieder aus ganz NRW zu fördern, um das Projekt weiterzuentwickeln und um neue Ideen zu planen und umzusetzen.

Die Idee zur Gründung der Initiative entstand im Jahr 2011, als Alexander Sieler aus Finnentrop, der jetzige 1. Vorsitzende des Vereins, nach Bogota, die Hauptstadt Kolumbiens reiste. In Bogota leben ca. 8,5 Millionen Menschen. Alexander Sieler erlebte die dort herrschende Armut der Menschen hautnah mit. Bewegt von dem Wunsch, den Menschen zu helfen, entstand gemeinsam mit dem kolumbianischen Pater Gabriel Naranjo die Idee, vor allem junge Menschen zu unterstützen. Unterstützung für Studium und Ausbildung Das Hauptaugenmerk des Vereins liegt darauf, junge Kolumbianer dabei zu unterstützen, ein Studium oder eine Ausbildung zu absolvieren und sich selbst und ihren Familien auf diese Weise eine Existenz zu sichern. In Kolumbien erreichen nur 45 Prozent der Jugendlichen einen Schulabschluss; davon beginnen 65 Prozent ein universitäres Studium, von denen wiederum nur zwölf Prozent das Studium abschließen, teilt der Verein „Lazos de Amistad“ mit.

Aus dieser Idee heraus wurde der gemeinnützige Verein „Lazos de Amistad – Bänder der Freundschaft“ im Jahr 2012 gegründet. Seitdem besteht das Projekt aus zwei Gruppen, davon eine Gruppe in Deutschland und eine Gruppe in Kolumbien, welche im ständigen Austausch miteinander stehen.

Die Gruppe in Kolumbien besteht aktuell aus fünf verantwortlich leitenden Personen - darunter Pater Gabriel – und insgesamt 17 geförderten jungen Menschen. Die geförderten jungen Erwachsenen sind an einer Universität in Kolumbien eingeschrieben. Zusätzlich zu ihrem Studium gehen viele von ihnen regelmäßig arbeiten. Trotz Nebenjob können sie sich ihr Studium nicht ohne weitere finanzielle Unterstützung leisten. Unterstützt werden diejenigen bedürftigen jungen Menschen, die zudem bereit sind sich sozial zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Die Unterstützung ist zum einen finanzieller, aber auch zu einem sehr großen Teil ideeller Natur in Form von Betreuung und Hilfestellungen, wie in Form von Hilfe bei der Einschreibung oder der Arbeitssuche. Der Verein legt nach eigenen Angaben Wert darauf, dass sich die geförderten jungen Menschen neben ihrer Ausbildung individuell aber auch als Gruppe sozial engagieren. Im Jahr 2016 führten die kolumbianischen jungen Menschen in einem der sozialen Brennpunktviertel in Bogota über mehrere Wochen ein Projekt durch, bei dem den vielen Obdachlosen geholfen wurde.

Die Gruppe in Deutschland besteht aus 60 Vereinsmitgliedern und vielen weiteren Unterstützern, die sich alle ehrenamtlich engagieren. Stellvertretend für viele weitere Engagierte nahmen  der 1. Vorsitzende des Vereins, Alexander Sieler, und die Vorstandsmitglieder Rebekka Schröder, Franziska Tilke, Sebastian Bialas, Judith Ratayczak, Anna Hümmler und Larissa Reuber, Irmgard von Spee sowie Magdalena Libera, Sina Kloubert und Gina Bartschat die Auszeichnung entgegen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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