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Finnentrop, 30. März 2017

Wunschlösung der SG-Fußballer ist an Bedingung geknüpft

Kunstrasen-Entscheidung in Bamenohl steht noch aus

Klassischer oder moderner Kunstrasen? Diese Entscheidung muss die SG Finnentrop/Bamenohl noch treffen.
Klassischer oder moderner Kunstrasen? Diese Entscheidung muss die SG Finnentrop/Bamenohl noch treffen.
Symbolfoto: Sven Prillwitz
Bamenohl. Die Umbauarbeiten auf dem Sportplatz in Bamenohl werden voraussichtlich Mitte Mai beginnen. Eine wesentliche Entscheidung steht allerdings noch aus, nämlich welche Art Kunstrasen verlegt werden soll. Davon hängt wiederum ab, wie viel Verantwortung die SG Finnentrop/Bamenohl künftig für den Platz trägt.

Der Verein favorisiert ein neu entwickeltes Kunstgrün mit hochstehenden Halmen, das dem Spielgefühl auf Naturrasen sehr nahe kommen soll. Eine Wahl, vor der die Gemeinde Finnentrop nach Rücksprache mit dem bauleitenden Ingenieurbüro ausdrücklich warnt. Der Belag sei anfälliger für Schäden und bedürfe daher einer besonders intensiven Pflege, sagt Bürgermeister Dietmar Heß. Zudem gebe es noch keine nachhaltigen Erfahrungswerte in Sachen Nutzungsdauer. Daher spricht sich die Gemeinde für die „klassische“ Variante mit gekräuselten Halmen aus.

„Der Hersteller hat uns versichert, dass bei den hochstehenden Halmen keine höhere Bruchgefahr besteht. Die neue Art Kunstrasen hat dieselbe Nutzungsdauer wie bei gekräuselten Halmen“, sagt hingegen Markus Heuel, 1. Vorsitzender der SG Finnentrop/Bamenohl. Außerdem falle die Platzpflege bei hochstehenden Halmen mit sieben bis zehn Tagen nur bedingt geringer aus als bei gekräuselten (alle zehn Tage). Und: „Aufwändig sind in der heutigen Zeit alle Kunstrasen.“ Heß: „Planer wartet auf die Bestellung“ Bleibt der Verein bei seiner „Wunschlösung“ (O-Ton Heuel), verpflichtet er sich, in den kommenden 15 Jahren für sämtliche Unterhaltungs- und Reparaturkosten aus eigener Tasche aufzukommen. Eine Bezuschussung durch die Gemeinde Finnentrop wäre dann – anders als bei einem „klassischen“ Kunstrasen – ausgeschlossen. Das sieht die Neufassung der Überlassungs- und Nutzungsvereinbarung vor zwischen dem Verein und der Kommune vor, die Eigentümer des Sportplatzes ist.  

Eine Entscheidung soll in der kommenden Woche fallen. „Beide Rasen sind ausgeschrieben. Der Planer wartet nur noch darauf, welchen wir bestellen“, sagt Dietmar Heß – und gibt den Ball an die Fußballer weiter: „Wir haben monatelang diskutiert. Jetzt muss sich die SG entscheiden, ob sie bereit ist, mehr Risiko zu tragen.“

Auf den Umbau des Platzes hat sich der Verein nach Angaben von Markus Heuel übrigens schon eingestellt: Das letzte Heimspiel auf dem jetzigen Kunstrasen wird am 7. Mai ausgetragen, wenn der SV Attendorn zum Landesliga-Derby nach Bamenohl reist. Anschließend soll eine „kleine Abriss-Party“ steigen, ehe die SG Finnentrop/Bamenohl auf den Kunstrasenplatz in Serkenrode ausweicht. Hier findet neben dem Training dann am 21. Mai auch das letzte „Heimspiel“ der laufenden Saison statt.
Kurz und knapp
  • Weil der Lidl-Konzern seine Filiale in Bamenohl nebst Parkplatz vergrößern möchte, kommt der Discounter für die Umbaukosten und den neuen Kunstrasen auf – unabhängig von der Wahl des Belags. Im August oder September soll der neue Fußballplatz fertiggestellt sein und an die Gemeinde Finnentrop übergeben werden.
  • Die Tribüne soll vom jetzigen Standort auf die andere Seite des Vereinsgebäudes versetzt werden.
  • Ein Schallschutz ist Dietmar Heß zufolge für den neuen Sportplatz nicht mehr nötig. Eine neue Emmissionsschutzverordnung erlaube im Bereich von Spiel- und Sportplätzen etwas höhere Lautstärkewerte. „Damit liegen wir dann komplett im grünen Bereich“, so der Bürgermeister.
  • Die Tennisanlage, auf der im Zuge der Lidl-Erweiterung zwei neue Plätze geschaffen werden müssen, soll Anfang Mai und damit pünktlich zum Saisonstart fertiggestellt sein. Das neue, aus Fertigteilen errichtete Tennisheim befindet sich derzeit noch im Bau.
  • Ende August/Anfang September soll der Abriss der Lidl-Filiale beginnen. Innerhalb von sechs Monaten soll hier ein neues Gebäude entstehen, das größer und moderner ist als das jetzige. Zudem wird der Parkplatz von 120 auf 160 Plätze erweitert.
  • Weil sich Anwohner über den Lärm bei Anlieferungen für den Supermarkt beschwert haben, sollen Lastwagen künftig erst ab 6 Uhr morgens entladen werden dürfen, sagt Heß. Gummiummantelte Vorhänge vor den Vorratsräumen sollen für zusätzlichen Lärmschutz sorgen.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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