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Finnentrop, 29. August 2018

Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss eingebracht

IG Gegenwind Frettertal beantragt neues Gutachten

IG Gegenwind Frettertal beantragt neues Gutachten
Foto: Barbara Sander-Graetz
Finnentrop. In der öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 4. September, wird auch über den Antrag der Interessensgemeinschaft (IG) Gegenwind Frettertal beraten, ein Umwelt- und Artenschutzgutachten durch ein unabhängiges Sachverständigenbüro zu erstellen.

Die Bauleitplanung und die Aufstellung von Bebauungsplänen zur Ausweitung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen in der Gemeinde Finnentrop ruhen lauf Ratsbeschluss noch bis in den Herbst diesen Jahres. Bei der Ratssitzung im Februar wiesen die Bürger aus Serkenrode schon darauf hin, dass sie ein unabhängiges Gutachten haben möchten. Neutralität bezweifelt „Es kann nicht sein, dass von den Projektierern der Windkraftanlagen ein Gutachten erstellt wird, was als Grundlage für die Erstellung der Vorranggebiete dient“, machte die IG in der Sitzung deutlich. „Da gilt doch: Welch Brot ich fress, welch Lied ich sing.“ Es sei mehr als fragwürdig, dass die Windkraftfirmen ein unabhängiges Gutachten erstellen würden.

Daher fordert die IG Gegenwind in ihrem Antrag, dass „die Gemeinde eine weitere von einem unabhängigen Sachverständigenbüro erstellte Untersuchung und Erhebung in Auftrag gibt, soweit die Planungen wieder aufgenommen werden.“ Schwarzstorch und Rotmilan IG Gegenwind Frettertal weiter: „Die Neutralität der Gutachterfirma zweifeln wir an. Insbesondere auch, weil dort falsche oder überholte Angaben zum Vorkommen von Schwarzstorch und Rotmilan gemacht wurden. Diese Tiere sind nachweislich hier ansässig, wie wir in zahlreichen Bild- und Filmdateien mit Hilfe vieler persönlich bekannter Beobachter belegen können.“

Zusätzlich habe das vorhandene Gutachten, das für die Gemeinde Finnentrop erstellt wurde, ein bisschen einen Beigeschmack bekommen, da es von der Firma Ecoda erstellt wurde, bei denen ein Mitarbeiter erst vor kurzem als „Baum-Klopfer“ in den Medien zu zweifelhaftem Ruhm gelangt ist.

Es geht um das mit einer Wildkamera nachgewiesene Beklopfen und Bestreichen eines Rotmilan-Brutbaumes mit einem Stock eines Windkraftgutachters des Planungsbüros Ecoda. Solche Maßnahmen können die Brutvögel beunruhigen und zur Aufgabe der Brut führen, denn diese halten die Klopf- und Kratzgeräusche für Klettergeräusche der Fressfeinde Waschbär und Marder. Gutachter mitbestimmen Bei der Erstellung eines neuen Gutachtes möchte die IG Gegenwind gern bei der Auswahl des Gutachters ein Wörtchen mitreden. „Damit alle Seiten (der Gemeinderat und die IG Gegenwind Frettertal/die Bürger des Frettertals) einverstanden sind, könnte zuvor eine einvernehmliche Liste erstellt werden, auf deren Basis dann eine solche Vergabe erfolgen könnte“, heißt es in dem Antrag der IG an den Ausschuss.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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