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Finnentrop, 15. Dezember 2016

Treffpunkt für alle Altersstufen und Nationen

Hotel Cordes wird zur Begegnungsstätte umgebaut

Das Haus Cordes in Bamenohl wird umgestaltet in ein Begegnungszentrum.
Das Haus Cordes in Bamenohl wird umgestaltet in ein Begegnungszentrum.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Bamenohl. Das ehemalige Hotel Cordes in Bamenohl soll zu einem Begegnungshaus werden. Die Gemeinde Finnentrop hat das Haus vor einem Jahr kurz vor der Zwangsversteigerung erworben - damals noch als mögliche Unterkunft für weitere Flüchtlinge. Jetzt soll hier ein Ort der Begegnung entstehen für alle Altersstufen und Nationen entstehen.

Die Handwerker sind in allen Räumen tätig. Leitern stehen im Eingangsbereich. Leitungen werden gezogen, Heizungsrohre verlegt.  Decken und Wände sind geöffnet. Noch ist alles eine große Baustelle über rund 450 Quadratmeter. „Wenn alles nach Plan läuft, werden wir Ende Februar/Anfang März fertig sein und die Räume nutzen können“, erklärt Ulrich Hilleke, Gebäudemanager der Gemeinde. Dann soll nur noch wenig an das ehemalige Hotel erinnern, was einst zu den bestens Häusern am Platz gehörte. Unzählige Familienfeiern, Treffen und auch das Feierabendbier gehörten hier früher zum täglichen Erscheinungsbild.

Aus dem ehemaligen Gastraum soll ein Begegnungsraum werden. Die ehemalige Theke ist verschwunden. Die Wände sind gelb vom Nikotin. „Nur die Holzbalken unter der Decke werden bleiben“, erklärt Diplom-Sozialarbeiterin Pia Hirschhäuser. Bei ihr, im Rathaus, laufen die Fäden des Netzwerks Integration zusammen. „Ansonsten wird hier nichts mehr an den Gastraum erinnern.“ Hier in diesem zentralen Raum im Erdgeschoss sind zukünfitg Treffen aller Art möglich für alle Generationen, von der Krabbelgruppe bis zum Strickkreis, von der Jugendgruppe bis zum Seniorentreff. „Es werden eine kleine Theke und ein kleiner Küchenbereich eingerichtet. Hinzu kommen Sitzgelegenheiten“, sagt Hirschhäuser. Hell und freundlich soll es werden. Mit Farbe und Licht kein Problem. Aus Getränkelager wird Fahrradwerkstatt Hinter dem Gastraum liegt das ehemalige Getränkelager. Die Wände sind weiß gekachelt, und eine Tür führt nach außen direkt neben das große Scheunentor, das Markenzeichen des Hauses, das auch unter Denkmalschutz steht. „Hier wollen wir eine Fahrradwerkstatt einrichten“, stellt Pia Hirschhäuser die Pläne vor. „Gespendete Räder sollen hergerichtet und weiter gegeben werden.“ Diese Fahrradwerkstatt soll mit ehrenamtlicher Hilfe geführt werden.

Geht man zurück zum Eingang, liegt auf der linken Seite der ehemalige Festsaal. Ein Gemälde an der Wand erinnert an bessere Zeiten. Hier sind die Fenster schon erneuert, und die neue Heizung sorgt für Wärme. „Alle elektrischen Leitungen und auch das Heizungssystem sowie die Fenster werden erneuert“, so Ulrick Hilleke. Der Saal soll ein Schulungsraum werden. „Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig“, zählt Pia Hirschhäuser auf. „Von Deutsch- und Integrationskursen bis hin zu Vorträgen und Versammlungen der Vereine ist alles möglich.“ Nur barrierefrei ist das Haus auch in Zukunft nicht. Das zeigt sich besonders, wenn man in den hinteren Teil des Hauses zu den sanitären Anlagen geht. Stufen und enge Durchgänge machen ein Durchkommen für Rollstuhlfahrer unmöglich. Doch die sanitären Anlagen selbst sind in Ordnung. „Das ist eine der wenigen Orte, die nicht kernsaniert werden müssen“, freut sich Hilleke über die eingesparten Kosten. Kegelbahnen werden wieder in Betrieb genommen Das ehemalige Kaminzimmer wird zu einem Büro und auch die beiden Kegelbahnen werden wieder in Betrieb genommen. „Um das Obergeschoss kümmern wir uns derzeit allerdings nicht. Das ist nicht in unserem Renovierungsplan mit inbegriffen“, so Hilleke. Aber der Saal im Obergeschoss, der dort am Ende der Treppe ist, wird auch weiterhin vom MGV Bamenohl als Probenraum genutzt. „Das soll auch so bleiben“, bestätigt Hilleke.

Weitere Fremdenzimmer und Wohnungen in diesem Bereich liegen allerdings außerhalb des derzeitigen Fokus´. Alle Maßnahmen kosten Geld. „Rund 400.000 Euro sind für das gesamte Bauvorhaben angesetzt“ erklärt der Gebäudemanager. „Davon entfallen 150.00 Euro auf die Baumaßnahme selber.“ Doch die finanziellen Mittel muss nicht allein die Gemeinde aufbringen. „Wir haben uns beim Projekt ,Hilfe im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen´ des Landes NRW beworben und bekommen rund 280.000 Euro Landeszuschuss“, sagt Hillecke.

Im nächsten Jahr wird dann für das ehemalige Hotel Cordes in seiner langen Geschichte eine neue Ära beginnen. Das älteste Gebäude im Ort wird auch weiterhin ein Ort der Begegnung sein, jetzt allerdings ohne Bier und Zigaretten. Einen neuen Namen hat das Haus noch nicht, der muss noch gefunden werden. Eine neue Bestimmung allerdings hat die Immobilie schon.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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