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Finnentrop, 18. November 2017

Stellungnahme

Freie Wähler kritisieren Bürgermeister Heß und Windkraft-Planungen

Freie Wähler kritisieren Bürgermeister Heß und Windkraft-Planungen
Symbolfoto: Nils Dinkel
Finnentrop. Für drei Suchbereiche bei Serkenrode, Ostentrop und Schöndelt haben sich Investoren gefunden, mit denen die Gemeinde Finnentrop über die Errichtung von Windkraftanlagen verhandelt. Ein weiterer Anleger hat Interesse an einer Vorrangzone, die sich im Bereich des Oberbeckens in Rönkhausen befindet. Das hat Bürgermeister Dietmar Heß jetzt auf LokalPlus-Anfrage erklärt. Bei den Freien Wählern stößt das Vorgehen des Gemeindeoberhaupts auf Unverständnis und löst massive Kritik aus. Die Stellungnahme der Freien Wähler im Wortlaut:

„Nun ist die „Katze aus dem Sack“. Die Windkraft kommt nach Finnentrop. Mit großem Sturm in allen Suchgebieten und mit Rückenwind aus der Verwaltung. „Heß betont, dass die Gemeinde beim Thema Windkraft nicht nur den Einwohnern, sondern auch den Investoren gegenüber verpflichtet sei.“ (Zitat aus dem LokalPlus-Bericht, Anm. d. Red.) Um welche Verpflichtung handelt es sich gegenüber den Investoren? Wurden von der Verwaltung Zusicherungen ausgesprochen oder gar Verträge geschlossen, die nicht vom Gemeinderat abgesegnet sind?

Der Bürgermeister ist in erster Linie den Bürgerinnen und Bürgern und dem Rat verpflichtet. Wieso erfahren sie aus der Presse den Planungsstand zur Windkraft? Anfragen von uns und von Bürgerinnen und Bürgern zur Windkraft wurden nur oberflächlich und inhaltlich absolut leer beantwortet. Nennt der Bürgermeister dieses Vorgehen transparent? Sollten hier ggf. alle Bürgerinnen und Bürger eingeschläfert werden, um ihnen zu gegebenem Zeitpunkt die festgezurrten Fakten um die Ohren zu hauen? Bürgern und Landschaft verpflichtet Mit den Projektierern der Windkraftanlagen arbeitet der Bürgermeister partnerschaftlich zusammen. So war zu lesen: „STAWAG, Enervie und SL NaturEnergie hätten sich nicht nur partnerschaftlich verhalten, sondern „im Voraus alle viel bringen müssen“. Konkret: unter anderem Windkraftmessungen vornehmen und artenschutzrechtliche Gutachten erstellen lassen. „Das kostet viel Geld, und es wäre unfair, jetzt zu sagen, dass wir erstmal abwarten wollen.“ (Heß-Zitat aus dem LokalPlus-Bericht, Anm. d. Red.) Diese von ihm hier eingebrachte Energie fordern wir vom Bürgermeister ein, um mit den Bürgerinnen und Bürgern partnerschaftlich zusammenzuarbeiten!

Es geht bei der Errichtung von Windkraftanlagen nicht um „Fairness“ zu Projektierern, sondern in erster Linie um die Gesunderhaltung der Bürgerinnen und Bürger, um den Schutz der Landschaft und um den Willen der Bevölkerung. Rönkhausen-Pläne sorgen für Unverständnis Das Suchgebiet am Oberbecken wurde seinerzeit von der Gemeinde mit der Rotampel belegt, weil dort Schwarzstorch und Rotmilan leben. Wie konnte man dort Planungen zulassen? Wieso wurden die Bürgerinnen und Bürger nicht informiert?

Wir, die Freien Wähler Finnentrop e.V. stehen zusammen mit unserer Fraktion im Rat der Gemeinde auf der Seite der Windkraftgegner."
(LP)

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