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Finnentrop, 12. Januar 2018

Neujahrsempfang in Finnentrop

Bürgermeister Heß: Positiver Rückblick auf 2017, positiver Ausblick auf 2018

Positiver Rückblick auf 2017, positiver Ausblick auf 2018
Foto: Barbara Sander-Graetz
Finnentrop. Voll besetzt mit Vertretern der heimischen Wirtschaft, der Kreditinstitute, der Vereine, der Kirchen, Schulen, Ärzteschaft und der Kommunalpolitik war der Finnentroper Ratssaal am Donnerstagabend, 11. Januar. Bürgermeister Dietmar Heß und die Gemeinde hatten zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen, bei dem ein Rückblick auf das vergangene und ein Ausblick auf das noch junge Jahr 2018 im Mittelpunkt standen.

In seiner Ansprache richtete Heß den Blick zunächst auf internationale und nationale Politik, ehe er auf Landes- und schließlich auf lokaler Ebene ankam. Was ihm aus 2017 besonders im Gedächtnis geblieben sei: die eggenseitigen Kriegsdrohungen von Nordkorea und den USA. In der Bundespolitik sei es das Scheitern der Sondierungsgespräche zur Bildung einer „Jamaika“-Koalition gewesen; nach den Wahlen im September 2017 gibt es auch im neuen Jahr bislang noch keine neue Bundesregierung. Als erfreulich wertete der Bürgermeister die gute wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands.

„Der Überschuss im Bundeshauhalt wäre geeignet, den Versuch zumachen, die Kommunen aufgabengerecht mit Finanzmitteln auszustatten. Dies gilt insbesondere für NRW. Hier gibt es im bundesweiten Vergleich den höchsten Kommunalisierungsgrad der Aufgaben“, forderte Heß. Dann gab sich der Bürgermeister angriffslustig dem Bund gegenüber: „Aber den Grundsatz der Subsidiarität ernstzunehmen, bedeutet ja auch immer den Abschied von der Möglichkeit, selbst zu bestimmen, was andere mit dem Steuergeld machen sollen. Wer aber nicht bereit ist, die Selbstverantwortung der unteren Ebenen des Staates zu stärken, darf sich auch nicht wundern, wenn sich immer mehr Bürger aus der Verantwortung schleichen. Wir fordern: Vom Vater Staat zum Bürgerstaat. Schade, dass in Berlin die kommunalen Interessen offenbar keine Rolle spielen.“ Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Finnentrop Erfreulich aus seiner Sicht: Das Jahr 2017 habe auch für Finnentrop einige positive Entwicklungen gebracht. So seien die Entwicklungen im Lennepark mit der P+R-Anlage und der abgeschlossenen Modernisierung des Bahnhofs in eine entscheidende Phase gelangt; das Gesamtareal sei größtenteils fertig gestellt.

2018 steht die Neugestaltung der B236 in der Ortsdurchfahrt Finnentrop als Schlussmaßnahme der Regionale 2013 an. Auch der Bildungsstandort Finnentrop wird 2018 gestärkt. Neben umfangreichen Sanierungen an der Gesamtschule wird auch die Digitalisierung hier vorangetrieben. Das Thema „schnelles Internet“ steht auch bei den Unternehmen  als wichtiger Wirtschaftsfaktor im Fokus. Pumpspeicherwerk bleibt erhalten Gute Neuigkeiten konnte Heß für das Dorfhaus Ostentrop verkünden. Im Rahmen des sogenannten IKEK (Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept) bekommt das Projekt in diesem Jahr 362.000 Euro Förderung, nachdem es im vergangenen Jahr aufgrund von Überzeichnung eines anderen Förderprogrammes abgelehnt worden war. Nicht fehlen durfte das Thema Windenergie und der positive Beschluss über den Fortbestand des Pumpspeicherwerkes Rönkhausen. „Das ist gesichert, und die Sanierung des Oberbeckens wird ab März erfolgen. Das Stauziel wird durch die Errichtung einer Wellenschutzwand um 1,20 Meter um 70.000 Kubikmeter erhöht. Einige Segmente werden Sichtöffnungen erhalten, so dass jedermann auch Ausblick auf das Oberbecken behält“, erklärte der Bürgermeister. Erste Vorschau auf 50. Geburtstag der Gemeinde Auch über das Jahresende hinaus richtete Heß den Blick, denn 2019 feiert die Gemeinde Finnentrop ihren 50. Geburtstag. „Wir möchten dieses Jubiläum nutzen, um möglichst alle Orte, alle Vereine, alle Ehrenamtlichen, vor allem aber auch die Jugend einzubeziehen. Viele ohnehin geplante Veranstaltungen können unter dem Motto stattfinden, die ein oder andere mag hinzukommen. Die Verwaltung ist bereits damit befasst und die Politik darum gebeten, sich ebenfalls Gedanken zu  machen. Dabei soll immer auch der Blick in die Zukunft gerichtet werden.“

Ein Thema, was auch bei den anschließenden Gesprächsrunden der Gäste immer wieder im Vordergrund stand, war die Berichterstattung über Finnentrop und besonders über den Licht- und Lenneblick im Lennepark. Besonders die Berichterstattung des Privatsenders RTL sorgte für Irritationen. RTL dreht erneut in Finnentrop So hatte sich am Donnerstagmorgen, am Tag des Neujahrsempfangs, ein Team des RTL-Magazins „Extra“ angekündigt. Mitarbeiter wollten am Lenneblick drehen und suchten nach Bürgern der Gemeinde, die sich  zu dem Projekt äußern sollten. Dafür waren zahlreiche Vereinsvorstände in der Gemeinde angerufen worden. Die Produktionsfirma bat um Statements vor der Kamera – allerdings nur um kritische, wie einige der Angerufenen mitteilten. „Die wollten uns mal wieder als Verschwender und Deppen darstellen“, waren sich viele im Ratssaal einig. Wer nun letztlich für den Bericht im RTL-Wochenmagazin Extra , das mit „spannende Reportagen, ausführliche Hintergrundinfos zu aktuellen Themen“ wirbt, zu Wort gekommen ist, wird sich bei der Ausstrahlung am Montag zeigen.

Ein besonderer Gruß ging an die Musikschule Lennetal, die mit ihren unterschiedlichen musikalischen Projekten an den Grundschulen einen Querschnitt ihres Angebotes als Intermezzo zum Besten gab.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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