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Drolshagen, Drolshagen, 8. Juli 2016

Streitthema Rettungseinsätze: Rat will keine Vorgaben für Einhaltung machen

SPD kritisiert Überschreitung der Hilfsfristen

Zusätzlicher Rettungswagen: Rat lehnt SPD-Antrag ab
(Symbolfoto)
Abwarten ist die Devise der Drolshagener Stadtverordnetenversammlung, was die Überschreitung der Hilfsfristen bei Rettungseinsätzen angeht. Ein Antrag der SPD-Fraktion, dass Bürgermeister Ulrich Berghof sich beim Kreis für den Einsatz eines zusätzlichen Rettungswagens einsetzen soll, „dessen Standort zur Erreichung der Hilfsfrist von zwölf Minuten im gesamten Stadtgebiet von Drolshagen geeignet ist“, erhielt am Donnerstagabend. 7. Juli, keine Mehrheit.

Zustimmung gab es nur für den ersten Punkt des Antrages. Danach soll sich der Bürgermeister beim Kreis für eine Reduzierung der Überschreitung der Hilfsfristen bei Notfall-Einsätzen stark machen und darüber regelmäßig berichten. Die SPD hatte in ihrem Antrag dargelegt, dass Drolshagen die Kommune „mit der absolut höchsten Anzahl von Hilfsfristüberschreitungen im gesamten Kreis Olpe" ist. Die vorgegebene Hilfsfrist von zwölf Minuten werde in 37 Prozent der Fälle überschritten. Als Lösung sieht die SPD die Stationierung eines dritten Rettungswagens im Bereich Olpe-Drolshagen-Wenden an. Als Standort hatten die Sozialdemokraten das Gewerbegebiet Hüppcherhammer vorgeschlagen. SPD: Unmut über Untätigkeit Fachbereichsleiter Martin Tomasetti legte dar, dass der Kreis die Situation weiter beobachten und durch neue Navigations- und Planungssysteme die Einsätze optimieren wolle. Zudem werde über einen neuen Standort für die Rettungswache in Olpe nachgedacht. Wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg hätten, käme wieder ein dritter Rettungswagen ins Gespräch.

Hans-Jürgen Pongratz (SPD) kritisierte, dass seit 15 Monaten ein Gutachten zum Thema vorliege und nichts geschehen sei. „Das kann einen nicht zufrieden stellen", meinte er mit Blick aus die hohe Quote der Fristüberschreitungen. Er forderte, gemeinsam und permanent die Ansprüche geltend zu machen; andernfalls geschehe auch nichts. Michael Köhler (CDU) meinte, man könne dem Maßnahmenträger nicht vorschreiben, wie er die Hilfszeiten einzuhalten gedenke. Er wolle zunächst abwarten, was vorgelegt werde und dann nachfragen.

Mit dem Beschluss hat nunmehr Bürgermeister Berghof den Auftrag, auf eine Einhaltung der Hilfszeiten bei Notfällen zu drängen - mehr nicht.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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