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Drolshagen, 16. September 2016

Stadt will zusätzliche Stelle für Bufdis einrichten

Sozialamt organisiert auch Rückführung

Für Gerhard Lütticke sind Bufdis wie Ronja Weber eine wertvolle Hilfe bei der Flüchtlingsbetreuung.
Für Gerhard Lütticke sind Bufdis wie Ronja Weber eine wertvolle Hilfe bei der Flüchtlingsbetreuung.
Foto: Rüdiger Kahlke
100 Zuweisungen von Ende Juli bis Ende September. „Dann haben wir die Quote erfüllt“, bilanziert Martin Tomasetti, Leiter des Bereichs „Sicherheit, Soziales, Bürgerbüro“ im Drolshagener Rathaus. Nach Schließung der Sammelunterkunft In der Wünne, musste die Stadt neue Flüchtlinge aufnehmen. Derzeit kommen zehn pro Woche – noch bis Monatsende. Eine entscheidende Rolle bei der Betreuung spielen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes Beschäftigte.

Dann werden etwa 200 Flüchtlinge in Drolshagen wohnen, überschlägt Gerhard Lütticke, der den Bereich betreut. Neben den großen Unterkünften in Bleche und Iseringhausen „sind wir auf dem privaten Wohnungsmarkt unterwegs“, sagt Tomasetti, der derzeit kein Problem sieht, die Flüchtlinge unterzubringen. Und bei der Betreuung sind die Bufdis eine Hilfe. „Wir haben mit den Bufdis gute Erfahrungen gemacht. Die haben einen guten Draht zu den Flüchtlingen gefunden und werden akzeptiert“, sagt der Bereichsleiter. 30 Rückführungen seit Jahresbeginn Bufdis wie derzeit Ronja Weber erledigen häufig die Arbeiten, die in der Verwaltung zusätzlich anfallen. Gerhard Lütticke nennt den Fahrdienst, Arztbesuche, Behördenangelegenheiten oder die Suche nach einem Kindergartenplatz oder die richtige Schulwahl, bei denen die Bundesfreiwilligen helfen. „Alles Dinge, zu denen wir personell nicht in der Lage wären“, ergänzt Tomasetti.

Als Ronja Weber im Juli ihren Dienst antrat, konnte sie noch von der Vorgängerin eingearbeitet werden. Die Zusammenarbeit hat sich bewährt, so Lütticke. Da wundert es nicht, dass die Stadt noch einen Bufdi sucht. Bewerbungen nimmt Gerhard Lütticke gerne entgegen.

Während sich die Bufdis um neue Flüchtlinge kümmern und ihnen helfen, sich in Drolshagen zu orientieren, kümmert sich das Sozialamt auch um die Rückführung abgelehnter Asylbewerber. 30 Personen, allesamt aus Balkan-Ländern, die inzwischen als „sichere Herkunftsländer“ gelten, wurden seit Jahresbeginn zurück geführt. Das Sozialamt hilft bei der Antragstellung, vermittelt die Übernahme der Reisekosten. Neun weitere Personen, so Lütticke, haben sich derzeit noch für die freiwillige Ausreise entschieden.

INFO

· Im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes können die „Bufdis“ auch in der Flüchtlingshilfe eingesetzt werden. Der Dienst steht einheimischen Bewerbern, aber auch Asylberechtigten und Asylbewerbern mit Bleibeperspektiven offen. 2015 hatte die Bundesregierung ein Sonderprogramm mit bis zu 10.000 Stellen hierfür gestartet.

· Interessenten verpflichten sich in der Regel für zwölf Monate. Eine Verkürzung oder Verlängerung um sechs Monate ist möglich. Wer älter als 27 Jahre ist, kann den Dienst auch in Teilzeit absolvieren (mehr als 20 Stunden/Woche).

· Die Einsatzstelle zahlt die Beiträge zur Sozialversicherung. Sie kann zudem ein Taschengeld zahlen, maximal jedoch 372,- Euro.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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