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Drolshagen, 12. September 2018

Konzept für Mensa mit Forum und Nebenräumen überzeugt

Schulbaupreis des Landes für Sekundarschule in Drolshagen

De Sekundarschule am Standort Drolshagen nach Beendigung der Bauarbeiten.
De Sekundarschule am Standort Drolshagen nach Beendigung der Bauarbeiten.
Foto: Stadt Drolshagen
Drolshagen. Das Projekt war umstritten. Selbst Bürgermeister Ulrich Berghof gehörte zu den Kritikern des Neubaus an der Sekundarschule. „Rückwirkend war es die richtige Entscheidung“, sagt Berghof jetzt und ist mächtig stolz. Für das Gebäude erhält die Stadt den „Schulbaupreis NRW 2018“. Überreicht wird er am 24. September in Bochum.

Das Land hat damit zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen einen Preis zur Auszeichnung guter Schulbauten vergeben. 50 neue, umgebaute oder erweiterte Schulgebäude waren nach der Ausschreibung eingereicht worden. Eine unabhängige Jury, die sich zuvor auch in Drolshagen umgeschaut hatte, wählte zwölf Schulen aus. Sie gelten als gleichrangige Preisträger. Ministerin Gebauer: Gewinn für die Gesellschaft „Mit dem Schulbaupreis Nordrhein-Westfalen wollen die Auslober die Bedeutung der Architekturqualität von Schulgebäuden herausstellen und ihren nachhaltigen, positiven Einfluss auf die pädagogische Arbeit in der Schule betonen“, heißt es auf der Homepage der Stadt Drolshagen. „Denn ausgezeichnete Schulgebäude beeinflussen als gute Praxisbeispiele auch nachhaltig die Qualität von Baumaßnahmen an anderen Schulen. Sie zeigen das Machbare und erhöhen die Motivation für die Planung und Durchführung baulicher Maßnahmen.“
Das Foto zeigt die Sekundarschule im Rohbau-Zustand.
Schulministerin Yvonne Gebauer sieht in guten Schulbauten einen Baustein für einen erfolgreichen Unterricht und für eine positive Lernatmosphäre. „Die ausgezeichneten Schulbauten sind ein Gewinn für die Schülerinnen und Schüler, Lehrer und die Gesellschaft insgesamt", wird sie zitiert.
Bewerbungen waren bis zum 20. April möglich. Teilnehmen konnten Schulträger oder Architekten mit Objekten, die zwischen 2013 und 2018 errichtet worden sind. Das passte für die Sekundarschule, die mit Schuljahresbeginn 2013/14 schrittweise an die Stelle der ehemaligen Hauptschule getreten war. Mit dem Architekten Lars Rössing vom Kölner Planungsbüro tr.architekten habe man im Frühjahr die Unterlagen für die Berwerbung zusammengestellt, so Fachbereichsleiter Christoph Lütticke.
Die Verwaltung habe mitgemacht, weil die Ausschreibung passte, ohne eine Vorstellungen von der Erfolgschancen zu haben, so Lütticke weiter. Projektbeschreibungen, Konzepte und Kosten wurden in einer Präsentation zusammengefasst. Mitte Juni hatte eine Jury die Objekte besichtigt. Das Kölner Planungsbüro konnte schon auf verschiedene Auszeichnungen verweisen. Jetzt kommt mit der Mensa und dem Forum der Sekundarschule eine weitere hinzu. Berghof erwartet Schub für Attraktivität Durch die andere Konzeption der Schule und die größeren Schülerzahlen sowie des Ganztagsbetriebs war eine bauliche Erweiterung der Schule notwendig. So sollte die Mensa mit einer Frischeküche und mit einem Forum kombiniert werden. Beide können bei größeren Veranstaltungen eine räumliche Einheit bilden. Zudem bietet der Neubau Raum Freizeitangebote und Möglichkeiten für Gruppenarbeiten.
Angesichts der klammen Finanzlage der Stadt war das Projekt zunächst umstritten, da es über ein preiswerteres „Minimum hinaus geht“, erinnert sich Ulrich Berghof. „Heute freue ich mich“, gibt der Bürgermeister zu. Er hofft, dass „sich die Schule langfristig als attraktiv erweist“ und die Stadt somit die Schulform auch weiterhin vorhalten kann. Berghof kündigte an, dass sich die Stadt noch Gedanken machen müsse, „was wir dort tun“.

Auch die bestehenden Schulräume bedürften in den nächsten Jahren einer Aufwertung und Erneuerung. Konkrete Pläne, was den Umfang oder den Zeitrahmen angeht, gibt es aber noch nicht. Der Preis unterstreicht, was Schüler und Lehrkräften unmittelbar erfahren: „In guten Schulen lernt man besser“.
Kurz & knapp
  • Eine zehnköpfige Jury mit Vertretern aus Ministerien, Verwaltungen und Architekten wählte die Preisträger aus.
  • Sie hatten auf eine Reihe von Bewertungskriterien zu achten.
  • Dazu zählten: Aufenthaltsqualität, Funktionalität, Gestaltung und städtebauliche Einbindung, Auswahl der Materialien, Qualität des Innenraumes mit Belichtung, Farbgebung und Multifunktionalität.
  • Die Planer: www.tr-architekten.de/home.html
  • Der Schulträger: www.drolshagen.de/Startseite/Drolshagener-Sekundarschulbau-wird-mit-dem-Schulbaupreis-NRW-2018-ausgezeichnet.php?object=tx,2580.14&ModID=7&FID=2580.1642.1
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

Bildergalerie: Schulbaupreis des Landes für Sekundarschule in Drolshagen